Der Delors-Ausschuss (1988 bis 1989)

Im Juni 1988 wurde der Ausschuss zur Prüfung der Wirtschafts- und Währungsunion eingerichtet, besser bekannt als „Delors-Ausschuss“. Der Ausschuss wurde auf Beschluss des Europäischen Rats gegründet und hatte den Auftrag, konkrete Schritte zur Verwirklichung der Wirtschafts- und Währungsunion in der Europäischen Gemeinschaft auszuloten und vorzuschlagen. Den Vorsitz führte der damalige Präsident der Europäischen Kommission, Jacques Delors. Der Ausschuss bestand aus den Zentralbankpräsidenten der Mitgliedstaaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und einigen anderen Mitgliedern, darunter auch Alexandre Lamfalussy. Dieser war damals Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel und bekleidete später als Erster das Amt des Präsidenten des Europäischen Währungsinstituts (EWI).

Mit der Vorlage des „Berichts über die Wirtschafts- und Währungsunion in der Europäischen Gemeinschaft“ im April 1989 erfüllte der Delors-Ausschuss den ihm übertragenen Auftrag. Der Bericht enthielt unter anderem den Vorschlag, die Wirtschafts- und Währungsunion in drei Stufen zu verwirklichen, und leistete einen Beitrag zu deren Entwicklung.

Die zumeist auf Englisch und Französisch verfassten Unterlagen des Delors-Ausschusses liegen in Papierform vor und füllen zwölf Kartons. Bei ihnen handelt es sich um Sitzungsunterlagen aus der Zeit September 1988 bis April 1989 und um Informationen im Zusammenhang mit der Erstellung und Finalisierung des Delors-Berichts.