Umwelt, Gesundheit und Sicherheit

Die EZB ist bemüht, ein gutes Umweltmanagement zu fördern und die Gesundheits- und Sicherheitsrisiken für die Öffentlichkeit und all diejenigen, die an der Herstellung der Euro-Banknoten beteiligt sind, zu minimieren.

Damit bei der Herstellung der Euro-Banknoten und der entsprechenden Rohmaterialien hohe Standards in Bezug auf Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz eingehalten werden, haben wir auf der Basis internationaler Normen zwei Systeme entwickelt.

Umweltmanagementsystem

Als umweltbewusste Institution ist die EZB sehr darauf bedacht, schonend mit natürlichen Ressourcen umzugehen, die Umweltqualität zu erhalten und die Gesundheit der Menschen bei der Produktion und Bereitstellung von Euro-Banknoten zu schützen.

Das Umweltmanagementsystem sorgt dafür, dass die Umweltauswirkungen der Produktion der Euro-Banknoten und ihrer wichtigsten Rohmaterialien so gering wie möglich bleiben; zu diesem Zweck wird von allen an der Herstellung beteiligten Unternehmen verlangt, dass sie die internationale Norm ISO 14001 (Umweltmanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung) vollumfänglich einhalten.

Hauptfunktionen

  • Überwachung der Einhaltung der ISO 14001 durch die Hersteller der Euro-Banknoten und ihrer wichtigsten Rohmaterialien
  • Überwachung der durch den Herstellungsprozess der Euro-Banknoten und ihrer wichtigsten Rohmaterialien verursachten Umweltauswirkungen
  • Förderung von Initiativen zur Verringerung der Umweltauswirkungen durch die Herstellung von Euro-Banknoten, beispielsweise durch die zunehmende Verwendung von nachhaltig erzeugter Baumwolle als Banknotenpapier
  • Sensibilität für etwaige neue Umweltthemen, die innerhalb der Branche auftreten oder in der Öffentlichkeit diskutiert werden
Gesundheits- und Sicherheitsmanagementsystem

Die Euro-Banknoten sind sicher: Unabhängige Testergebnisse bestätigen, dass sie in Bezug auf ein breites Spektrum chemischer Substanzen den einschlägigen Rechtsbestimmungen in der EU entsprechen. Es zeigte sich, dass die Konzentration aller in Euro-Banknoten nachgewiesenen Substanzen weit unter sämtlichen von der EU festgelegten Grenzwerten liegt.

Vor Einführung der Euro-Geldscheine im Januar 2002 wurden die Banknoten getestet, um die Gefahr der Vergiftung bei Berührung oder Aufnahme in den Verdauungstrakt auszuschließen und um sicherzugehen, dass die Banknoten keine Schäden am Erbgut hervorrufen.

Typischerweise lässt sich eine geringe Anzahl herkömmlicher Bakterien auf Banknoten nachweisen, die z. B. aus Schnellimbissen stammen. Die Menge der Bakterien reicht aber nicht aus, um Krankheitssymptome zu verursachen. Kreditkarten aus Plastik weisen im Allgemeinen die gleiche Bakteriendichte auf wie Banknoten.

Hin und wieder ist das Eurosystem mit Anfragen zu unterschiedlichen Substanzen befasst. In allen Fällen konnte der Stoff entweder gar nicht oder aber in nur so geringer Konzentration nachgewiesen werden, dass keine Gesundheitsgefahr bestand.

Zum Schutz der Personen, die täglich mit Banknoten umgehen oder an deren Herstellung beteiligt sind, gewährleistet das Gesundheits- und Sicherheitsmanagementsystem, dass die Herstellung der Euro-Banknoten und ihrer wichtigsten Rohmaterialien der aktuellen Norm der Occupational Health and Safety Assessment Series (OHSAS 18001) entspricht.

Hauptfunktionen

  • Überwachung der Einhaltung der OHSAS 18001 durch die Hersteller der Euro-Banknoten und ihrer wichtigsten Rohmaterialien
  • Sicherstellung, dass die Schadstoffmenge in den neuen Euro-Banknoten unterhalb der vorgeschriebenen Schwellenwerte bleibt
  • Sensibilität für neue Gesundheits- und Sicherheitsrisiken bei der Herstellung und Verwendung von Euro-Banknoten

Rechtlicher Hintergrund

Es gibt keine speziellen Rechtsvorschriften zu den chemischen Inhaltsstoffen von Banknoten. Um das Vorliegen von Schadstoffen in Euro-Banknoten zu prüfen, hat man deshalb Rechtsakte zu anderen Produkten mit direktem Hautkontakt herangezogen, wie etwa die EU-Richtlinie über die Sicherheit von Spielzeug (Richtlinie 2009/48/EG) oder die EU-Kosmetikverordnung (Verordnung (EG) Nr. 1223/2009).

Beurteilung der Umweltauswirkungen

Als die Euro-Banknoten eingeführt wurden, führte die EZB eine Analyse durch, um die Umweltauswirkungen der Geldscheine zu ermitteln und festzustellen, ob das Produkt oder die Prozesse in dieser Hinsicht verbessert werden könnten.

Die Studie folgte dem internationalen Standard ISO 14040 ff. Betrachtet wurde der gesamte Lebenszyklus von Banknoten – von der Produktion der Rohmaterialien über Druck, Aufbewahrung und Inverkehrgabe der Banknoten, einschließlich Aussortierung abgenutzter Banknoten, bis hin zu ihrer Entsorgung.

Die Analyse erfolgte anhand von Prozessdaten, die von allen Lieferanten der Euro-Banknoten-Lieferkette erhoben wurden, berücksichtigte spezifische Daten über die verwendeten Rohstoffe sowie Angaben aus der Fachliteratur über Standardprozesse, wie beispielsweise Stromerzeugung oder Transport (hierbei wurde hauptsächlich die ecoinvent 2000-Datenbank herangezogen). Sie legte die gesamte Produktion der Euro-Banknoten im Jahr 2003 zugrunde, die sich für alle Stückelungen auf eine Gesamtzahl von ungefähr 3 Milliarden Banknoten mit einem Gesamtgewicht von etwa 2.500 Tonnen belief.

Da Euro-Banknoten Produkte für den täglichen Gebrauch sind, wurden ihre Umweltauswirkungen mit denen anderer Alltagsprodukte bzw. –leistungen verglichen. Die Analyse ergab, dass die gesamten Umweltauswirkungen der im Jahr 2003 hergestellten 3 Milliarden Euro-Banknoten den Auswirkungen entsprechen, die sich ergeben, wenn jeder europäische Bürger mit dem PKW einen Kilometer zurücklegt oder eine 60‑W‑Glühbirne zwölf Stunden lang brennen lässt.