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Kapitalzeichnung

Stand: 30. Januar 2020

Das Kapital der EZB stammt von den nationalen Zentralbanken (NZBen) aller EU-Mitgliedstaaten und beläuft sich auf 10 825 007 069,61 €.

Die Anteile der NZBen an diesem Kapital werden anhand eines Schlüssels berechnet, der den Anteil des jeweiligen Landes an der Gesamtbevölkerung sowie am Bruttoinlandsprodukt der EU widerspiegelt. Diese beiden Bestimmungsfaktoren sind jeweils gleich gewichtet. Die EZB passt die Anteile alle fünf Jahre an. Außerdem findet eine Anpassung statt, wenn sich die Anzahl der NZBen, die Beiträge zum Kapital der EZB leisten, ändert. Dabei handelt es sich um die NZBen der EU-Mitgliedstaaten. Die Anpassung erfolgt auf der Grundlage von Daten, die von der Europäischen Kommission bereitgestellt werden.

Seit Beginn der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion am 1. Januar 1999 wurde der Kapitalschlüssel acht Mal angepasst: In den Jahren 2004, 2009 und 2014 wurde jeweils am 1. Januar eine Anpassung im Rahmen der fünfjährlichen Aktualisierung vorgenommen. Zusätzliche Anpassungen erfolgten am 1. Mai 2004 (EU-Beitritt von Estland, Zypern, Lettland, Litauen, Ungarn, Malta, Polen, Slowenien sowie der Tschechischen Republik und der Slowakei), am 1. Januar 2007 (EU-Beitritt von Bulgarien und Rumänien), am 1. Juli 2013 (EU-Beitritt von Kroatien) sowie am 1. Februar 2020 (nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU).

Dem Euro-Währungsgebiet angehörende nationale Zentralbanken

Die eingezahlten Anteile der NZBen des Euroraums am Kapital der EZB belaufen sich auf insgesamt 7 583 649 493,38 € und setzen sich folgendermaßen zusammen:

Beiträge der NZBen des Euroraums zum Kapital der EZB(1)

Nationale Zentralbank Kapitalschlüssel (in %) Eingezahltes Kapital (in €)

(1) Die NZBen des Euro-Währungsgebiets werden ihre erhöhten Kapitalanteile infolge des Ausscheidens der Bank of England aus dem Europäischen System der Zentralbanken in zwei jährlichen Raten Ende 2021 bzw. 2022 in voller Höhe einzahlen (eine entsprechende Pressemitteilung der EZB vom 30. Januar 2020 ist auf der Website der EZB abrufbar).
(2) Summe der Einzelwerte kann aufgrund von Rundungsdifferenzen abweichen.
Nationale Bank van België/Banque Nationale de Belgique (Belgien) 2,9630 276 290 916,71
Deutsche Bundesbank (Deutschland) 21,4394 1 999 160 134,91
Eesti Pank (Estland) 0,2291 21 362 892,01
Central Bank of Ireland (Irland) 1,3772 128 419 794,29
Bank of Greece (Griechenland) 2,0117 187 585 027,73
Banco de España (Spanien) 9,6981 904 318 913,05
Banque de France (Frankreich) 16,6108 1 548 907 579,93
Banca d’Italia (Italien) 13,8165 1 288 347 435,28
Central Bank of Cyprus (Zypern) 0,1750 16 318 228,29
Latvijas Banka (Lettland) 0,3169 29 549 980,26
Lietuvos bankas (Litauen) 0,4707 43 891 371,75
Banque centrale du Luxembourg (Luxemburg) 0,2679 24 980 876,34
Central Bank of Malta (Malta) 0,0853 7 953 970,70
De Nederlandsche Bank (Niederlande) 4,7662 444 433 941,02
Oesterreichische Nationalbank (Österreich) 2,3804 221 965 203,55
Banco de Portugal (Portugal) 1,9035 177 495 700,29
Banka Slovenije (Slowenien) 0,3916 36 515 532,56
Národná banka Slovenska (Slowakei) 0,9314 86 850 273,32
Suomen Pankki – Finlands Bank (Finnland) 1,4939 139 301 721,39
Insgesamt(2) 81,3286 7 583 649 493,38

Die Verteilung der Nettogewinne und Verluste der EZB auf die NZBen des Euroraums erfolgt gemäß Artikel 33 der Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank:

Rechtlicher Rahmen

Verteilung der Nettogewinne und Verluste der EZB

33.1. Der Nettogewinn der EZB wird in der folgenden Reihenfolge verteilt:

  1. Ein vom EZB-Rat zu bestimmender Betrag, der 20 % des Nettogewinns nicht übersteigen darf, wird dem allgemeinen Reservefonds bis zu einer Obergrenze von 100 % des Kapitals zugeführt;
  2. der verbleibende Nettogewinn wird an die Anteilseigner der EZB entsprechend ihren eingezahlten Anteilen ausgeschüttet.

33.2. Falls die EZB einen Verlust erwirtschaftet, kann der Fehlbetrag aus dem allgemeinen Reservefonds der EZB und erforderlichenfalls nach einem entsprechenden Beschluss des EZB-Rates aus den monetären Einkünften des betreffenden Geschäftsjahrs im Verhältnis und bis in Höhe der Beträge gezahlt werden, die nach Artikel 32.5 an die nationalen Zentralbanken verteilt werden.

Nicht dem Euro-Währungsgebiet angehörende nationale Zentralbanken

Die acht nicht dem Euroraum angehörenden NZBen sind verpflichtet, sich hinsichtlich ihrer Teilnahme am Europäischen System der Zentralbanken an den Betriebskosten der EZB zu beteiligen, indem sie einen geringen Prozentsatz ihres Anteils am gezeichneten Kapital der EZB einzahlen. Seit dem 29. Dezember 2010 entsprechen ihre Beiträge 3,75 % ihres Gesamtanteils am gezeichneten Kapital. Das von den nicht dem Euroraum angehörenden NZBen bei der EZB eingezahlte Kapital beläuft sich auf 75 794 263,89 € und setzt sich folgendermaßen zusammen:

Beiträge der nicht dem Euroraum angehörenden NZBen zum Kapital der EZB

Nationale Zentralbank Kapitalschlüssel (in %) Eingezahltes Kapital (in €)
(1) Summe der Einzelwerte kann aufgrund von Rundungsdifferenzen abweichen.
Българска народна банка (Bulgarische Nationalbank) (Bulgarien) 0,9832 3 991 180,11
Česká národní banka (Tschechische Republik) 1,8794 7 629 194,36
Danmarks Nationalbank (Dänemark) 1,7591 7 140 851,23
Hrvatska narodna banka (Kroatien) 0,6595 2 677 159,56
Magyar Nemzeti Bank (Ungarn) 1,5488 6 287 164,11
Narodowy Bank Polski (Polen) 6,0335 24 492 255,06
Banca Naţională a României (Rumänien) 2,8289 11 483 573,44
Sveriges Riksbank (Schweden) 2,9790 12 092 886,02
Insgesamt(1) 18,6714 75 794 263,89

Die NZBen außerhalb des Euroraums haben weder Anspruch auf ausschüttbare EZB-Gewinne, noch müssen sie für Verluste der EZB aufkommen.

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