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Kapitalzeichnung

Stand: 29. Dezember 2020

Das Kapital der Europäischen Zentralbank (EZB) stammt von den nationalen Zentralbanken aller EU-Mitgliedstaaten. Es beläuft sich auf 10 825 007 069,61 €.

Die Anteile der einzelnen Zentralbanken an diesem Kapital werden anhand eines Schlüssels berechnet. Dieser spiegelt den Anteil des jeweiligen Landes an der Gesamtbevölkerung sowie am Bruttoinlandsprodukt der EU wider. Diese beiden Bestimmungsfaktoren sind jeweils gleich gewichtet. Die EZB passt diese Anteile alle fünf Jahre an. Der Schlüssel wird zudem auch immer dann angepasst, wenn sich die Anzahl der nationalen Zentralbanken ändert, die Beiträge zum Kapital der EZB leisten. Dabei handelt es sich um die nationalen Zentralbanken der EU-Mitgliedstaaten. Daten der Europäischen Kommission bilden die Grundlage für die Anpassungen. Die letzte Anpassung wurde am 1. Februar 2020 vorgenommen, nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU.1

Seit Beginn der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion am 1. Januar 1999 wurde der Kapitalschlüssel acht Mal angepasst: In den Jahren 2004, 2009, 2014 und 2019 wurde jeweils am 1. Januar eine Anpassung im Rahmen der fünfjährlichen Aktualisierung vorgenommen. Zusätzliche Anpassungen erfolgten am 1. Mai 2004 aufgrund des EU-Beitritts von Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowenien, der Slowakei, der Tschechischen Republik, Ungarn und Zypern, am 1. Januar 2007 aufgrund des EU-Beitritts von Bulgarien und Rumänien , am 1. Juli 2013 aufgrund des EU-Beitritts von Kroatien und am 1. Februar 2020 infolge des EU-Austritts des Vereinigten Königreichs.

Nationale Zentralbanken des Euroraums

Die eingezahlten Anteile der nationalen Zentralbanken des Euroraums am Kapital der EZB belaufen sich auf insgesamt 7 583 649 493,38 €. Sie setzen sich wie folgt zusammen:

Beiträge der nationalen Zentralbanken des Euroraums zum Kapital der EZB(2)
Nationale Zentralbank Kapitalschlüssel (in %) Eingezahltes Kapital (in €)
(1) Seit Beginn der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion am 1. Januar 1999 wurde der Kapitalschlüssel acht Mal angepasst: In den Jahren 2004, 2009, 2014 und 2019 wurde jeweils am 1. Januar eine Anpassung im Rahmen der fünfjährlichen Aktualisierung vorgenommen. Zusätzliche Anpassungen erfolgten am 1. Mai 2004 aufgrund des EU-Beitritts von Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowenien, der Slowakei, der Tschechischen Republik, Ungarn und Zypern, am 1. Januar 2007 aufgrund des EU-Beitritts von Bulgarien und Rumänien , am 1. Juli 2013 aufgrund des EU-Beitritts von Kroatien und am 1. Februar 2020 infolge des EU-Austritts des Vereinigten Königreichs.
Nationale Bank van België/Banque Nationale de Belgique (Belgien) 2,9630 276 290 916,71
Deutsche Bundesbank (Deutschland) 21,4394 1 999 160 134,91
Eesti Pank (Estland) 0,2291 21 362 892,01
Banc Ceannais na hÉireann/Central Bank of Ireland (Irland) 1,3772 128 419 794,29
Bank of Greece (Griechenland) 2,0117 187 585 027,73
Banco de España (Spanien) 9,6981 904 318 913,05
Banque de France (Frankreich) 16,6108 1 548 907 579,93
Banca d’Italia (Italien) 13,8165 1 288 347 435,28
Central Bank of Cyprus (Zypern) 0,1750 16 318 228,29
Latvijas Banka (Lettland) 0,3169 29 549 980,26
Lietuvos bankas (Litauen) 0,4707 43 891 371,75
Banque centrale du Luxembourg (Luxemburg) 0,2679 24 980 876,34
Bank Ċentrali ta’ Malta/Central Bank of Malta (Malta) 0,0853 7 953 970,70
De Nederlandsche Bank (Niederlande) 4,7662 444 433 941,02
Oesterreichische Nationalbank (Österreich) 2,3804 221 965 203,55
Banco de Portugal (Portugal) 1,9035 177 495 700,29
Banka Slovenije (Slowenien) 0,3916 36 515 532,56
Národná banka Slovenska (Slowakei) 0,9314 86 850 273,32
Suomen Pankki – Finlands Bank (Finnland) 1,4939 139 301 721,39
Insgesamt(3) 81,3286 7 583 649 493,38

Kapitalschlüssel des Eurosystems

Der Kapitalschlüssel des Eurosystems ist der Schlüssel, der beispielsweise im Fall von Ankäufen im Rahmen der Programme der EZB zum Ankauf von Vermögenswerten verwendet wird. Denn er schließt nur die nationalen Zentralbanken des Euroraums ein.

Kapitalschlüssel des Eurosystems am 1. Februar 2020 und am 1. Januar 2019

Beiträge der nationalen Zentralbanken des Euroraums zum Kapital der EZB(4)
Land Kapitalschlüssel des Eurosystems 1. Febr. 2020 Kapitalschlüssel des Eurosystems 1. Jan. 2019
in % in %
(4) Etwaige Differenzen in den Summen durch Runden der Zahlen.
Belgien 3,6432 3,6313
Bulgarien    
Tschechische Republik    
Dänemark    
Deutschland 26,3615 26,3827
Estland 0,2817 0,2827
Irland 1,6934 1,6884
Griechenland 2,4735 2,4839
Spanien 11,9246 11,9784
Frankreich 20,4243 20,4059
Kroatien    
Italien 16,9885 16,9530
Zypern 0,2152 0,2159
Lettland 0,3897 0,3923
Litauen 0,5788 0,5830
Luxemburg 0,3294 0,3261
Ungarn    
Malta 0,1049 0,1051
Niederlande 5,8604 5,8429
Österreich 2,9269 2,9195
Polen    
Portugal 2,3405 2,3510
Rumänien    
Slowenien 0,4815 0,4828
Slowakei 1,1452 1,1497
Finnland 1,8369 1,8254
Schweden    
Insgesamt 100,0000 100,0000

Verteilung der Nettogewinne und Verluste der EZB

Die Nettogewinne und Verluste der EZB werden auf die nationalen Zentralbanken des Euroraums verteilt. Rechtsgrundlage hierfür ist Artikel 33 der Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank.

33.1. Der Nettogewinn der EZB wird in der folgenden Reihenfolge verteilt:

  1. Ein vom EZB-Rat zu bestimmender Betrag, der 20 % des Nettogewinns nicht übersteigen darf, wird dem allgemeinen Reservefonds bis zu einer Obergrenze von 100 % des Kapitals zugeführt;
  2. der verbleibende Nettogewinn wird an die Anteilseigner der EZB entsprechend ihren eingezahlten Anteilen ausgeschüttet.

33.2. Falls die EZB einen Verlust erwirtschaftet, kann der Fehlbetrag aus dem allgemeinen Reservefonds der EZB und erforderlichenfalls nach einem entsprechenden Beschluss des EZB-Rates aus den monetären Einkünften des betreffenden Geschäftsjahrs im Verhältnis und bis in Höhe der Beträge gezahlt werden, die nach Artikel 32.5 an die nationalen Zentralbanken verteilt werden.

Nicht dem Euroraum angehörende nationale Zentralbanken

Die acht nationalen Zentralbanken der nicht dem Euroraum angehörenden EU-Länder sind verpflichtet, sich an den Betriebskosten der EZB zu beteiligen, da sie am Europäischen System der Zentralbanken teilnehmen. Dafür zahlen sie einen geringen Prozentsatz ihres Anteils am gezeichneten Kapital der EZB ein. Seit dem 29. Dezember 2010 entsprechen ihre Beiträge 3,75 % ihres Gesamtanteils am gezeichneten Kapital. Das von den nationalen Zentralbanken der Länder außerhalb des Euroraums bei der EZB eingezahlte Kapital beläuft sich auf 75 794 263,89 €. Es setzt sich wie folgt zusammen:

Beiträge der nationalen Zentralbanken außerhalb des Euroraums zum Kapital der EZB
Nationale Zentralbank Kapitalschlüssel (in %) Eingezahltes Kapital (in €)
(5) Etwaige Differenzen in den Summen durch Runden von Zahlen.
Българска народна банка (Bulgarische Nationalbank) (Bulgarien) 0,9832 3 991 180,11
Česká národní banka (Tschechische Republik) 1,8794 7 629 194,36
Danmarks Nationalbank (Dänemark) 1,7591 7 140 851,23
Hrvatska narodna banka (Kroatien) 0,6595 2 677 159,56
Magyar Nemzeti Bank (Ungarn) 1,5488 6 287 164,11
Narodowy Bank Polski (Polen) 6,0335 24 492 255,06
Banca Naţională a României (Rumänien) 2,8289 11 483 573,44
Sveriges riksbank (Schweden) 2,9790 12 092 886,02
Insgesamt(1) 18,6714 75 794 263,89

Die nationalen Zentralbanken der Länder außerhalb des Euroraums haben weder Anspruch auf ausschüttbare Gewinne der EZB noch müssen sie für Verluste der EZB aufkommen.

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