Was sind die GLRG-II?

24. Juni 2016

Gezielte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte (GLRG) gehören zu den geldpolitischen Sondermaßnahmen der EZB. Mithilfe der GLRG stellen wir Banken langfristige Kredite zur Verfügung und bieten ihnen einen Anreiz, ihre Kreditvergabe an Unternehmen und Verbraucher im Euroraum auszuweiten. Dies hilft dabei, die Inflationsraten auf mittlere Sicht wieder auf ein Niveau von unter, aber nahe 2 % zu senken. Die erste Serie von GLRG wurde im Jahr 2014 aus der Taufe gehoben. Die zweite, die im März 2016 eingeführt wurde, trägt die Bezeichnung GLRG-II.

Banken, die am GLRG-II-Programm teilnehmen, können einen Betrag von bis zu 30 % ihrer ausstehenden Kredite an Unternehmen und Verbraucher aufnehmen. Dies bedeutet, dass Banken, die mehr Kredite an die Realwirtschaft vergeben, mehr Mittel aufnehmen können, und das zu einem geringeren als sonst von der EZB angebotenen Zinssatz. Im Laufe der nächsten zwölf Monate werden vier Geschäfte durchgeführt, wobei das erste am 29. Juni 2016 startet.

Wie unterscheiden sich die GLRG-II von üblichen geldpolitischen Geschäften?

In ihrer Funktion als Bank der Banken, versorgt eine Zentralbank die Geschäftsbanken durch Kredite mit Liquidität. Üblicherweise müssen Banken diese Kredite innerhalb von einer Woche oder drei Monaten zurückzahlen. Hier liegt der wesentliche Unterschied: die im Rahmen des GLRG-II-Programms vergebenen Kredite haben eine deutlich längere Laufzeit von vier Jahren. Dies bietet Banken eine stabile und verlässliche Finanzierung in Zeiten von Marktunsicherheit.

Im Gegensatz zu den regulären geldpolitischen Geschäften hängen zudem der Betrag, den Banken aufnehmen können, und die Kreditkosten von der Höhe ihrer eigenen Kreditvergabe an die Realwirtschaft ab.

Wie hilft dies Verbrauchern, Unternehmen und der Wirtschaft?

Da die GLRG-II den Banken entsprechende Anreize bieten, fördert das Programm die Kreditvergabe an Unternehmen und Verbraucher im Euroraum, wodurch die Konjunktur angekurbelt wird. Üblicherweise bemessen sich die Kosten der Banken für die Kreditaufnahme nach dem EZB-Hauptrefinanzierungssatz. Dies gilt beim GLRG-II-Programm zu Beginn ebenfalls, jedoch hängen die Kosten hier davon ab, wie hoch die Kreditvergabe der teilnehmenden Bank ausfällt: weitet eine Bank ihre Kreditvergabe an die Realwirtschaft stark genug aus, so kann sie, anstatt Zinsen zahlen zu müssen, Zinseinnahmen erzielen, indem sie negative Zinsen „zahlt“. Diese Zinsen entsprechen im günstigsten Fall dem Zinssatz für die Einlagefazilität, der aktuell bei -0,4 % liegt.

Die GLRG-II entfalten ihre Wirkung gemeinsam mit den anderen akkommodierenden geldpolitischen Maßnahmen der EZB und unterstützen deren Übertragung auf die Realwirtschaft. Dies hilft uns dabei, unser wichtigstes Ziel zu erreichen: Preisstabilität.