Banknotenherstellung und -bestände

Bei der Herstellung der Euro-Banknoten arbeiten die NZBen und die EZB zusammen. Zunächst wird berechnet, wie viele Banknoten im jeweiligen Jahr benötigt werden. Es müssen genügend neue Banknoten hergestellt werden, damit nicht mehr umlauffähige Geldscheine ersetzt werden können, eine voraussichtliche (z. B. saisonal bedingte) erhöhte Nachfrage bedient werden kann und auch ein unerwarteter erhöhter Bargeldbedarf nicht zu Engpässen führt. Die einzelnen NZBen liefern Prognosen für den Euro-Banknotenbedarf des kommenden Jahres, und die EZB erstellt eine zentrale Prognose. Unter der Federführung der EZB nehmen die NZBen eine Umverteilung der Banknoten vor, damit nirgendwo Engpässe oder Überschüsse entstehen.

Druck

Aus Effizienzgründen sind verschiedene NZBen mit dem Druck der Euro-Banknoten betraut. Die EZB weist mehreren NZBen ein Produktionsvolumen zu, und diese liefern dann einen bestimmten Anteil der gesamten Jahresproduktion einer oder mehrerer Stückelungen. Die jeweilige NZB trägt die Herstellungskosten für die ihr zugewiesene Quote. Im Jahr 2012 wurden beispielsweise 1,5 Milliarden 50-€-Scheine von der belgischen, deutschen, italienischen und spanischen Notenbank produziert.

Etwa 16 Hochsicherheits-Druckereien in Europa stellen die Banknoten her und liefern diese anschließend an die verschiedenen NZBen.

Die beschriebene Aufgabenteilung und ein gemeinsames Qualitätsmanagementsystem gewährleisten einen einheitlichen Standard für alle Euro-Banknoten. Während des Produktionsprozesses werden Hunderte manueller und automatisierter Tests durchgeführt, damit sichergestellt ist, dass die aus den verschiedenen Druckereien stammenden Banknoten identisch sind.

Wie schon die erste Serie der Euro-Banknoten wird auch die Europa-Serie auf reinem Baumwollfaserpapier gedruckt. Deshalb fühlen sich die Banknoten so griffig an und sind besser vor Abnutzung und Verschleiß geschützt als gewöhnliches Papier. Einige Sicherheitsmerkmale, wie das Wasserzeichen und in das Papier eingebettete Fäden, sind Bestandteil des Banknotenpapiers.

Bei der Herstellung der Geldscheine kommen verschiedene Druckplatten, besondere Druckfarben und mehrere Verfahren zum Einsatz: Offset- und Stichtiefdruck, Heißprägeverfahren für das Hologramm und Siebdruck für Zahlen mit Farbwechsel.

Druck der neuen 50-€-Banknote

Die strategische Banknoten-Reserve für das Eurosystem

Im September 2002 beschloss der EZB-Rat eine strategische Reserve für das Eurosystem (Eurosystem Strategic Stock – ESS) einzurichten. Diese Reserve soll in Ausnahmesituationen genutzt werden, d. h. wenn die logistischen Reserven nicht ausreichen, um eine unerwartet hohe Nachfrage nach Euro-Banknoten abzudecken oder wenn eine plötzliche Störung bei der Versorgung mit Euro-Banknoten eintritt.

Die logistischen und strategischen Reserven stellen sicher, dass die NZBen jederzeit Änderungen bei der Nachfrage nach Banknoten bewältigen können – unabhängig davon, ob die Nachfrage innerhalb oder außerhalb des Euroraums entsteht. Unter normalen Umständen wird der Banknotenbedarf durch die logistischen Reserven gedeckt. Diese werden genutzt, um

  • nicht mehr umlauffähige Banknoten (d. h. Geldscheine von schlechter Qualität) zu ersetzen;
  • einen erwarteten Anstieg des Umlaufs auszugleichen;
  • saisonale Nachfrageschwankungen abzufedern und
  • den Banknotentransport zwischen den Zentralbankniederlassungen zu optimieren.

Sie haben beruflich mit Bargeld zu tun? Dann ist unser Informationsmaterial zu den Euro-Banknoten sicher interessant für Sie.