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Ein neues Gebäude für die EZB

Entsprechend einer Empfehlung des Europäischen Rechnungshofs an alle europäischen Institutionen, wonach es langfristig wesentlich wirtschaftlicher sei, über eigene Gebäude zu verfügen als Büroflächen anzumieten, hat die EZB ihren – nunmehr eigenen – Hauptsitz auf dem Areal der ehemaligen Frankfurter Großmarkthalle errichtet. Der Entwurf für den Neubau stammt von dem Wiener Architekturbüro COOP HIMMELB(L)AU, das 2004 den vorausgegangenen internationalen Städtebau- und Architekturwettbewerb für sich entscheiden konnte.

185 m hoher Büroturm
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120 000 m² Gesamtareal
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250 m lange Großmarkthalle
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Standortwahl

Bei der Unterzeichnung des Vertrags von Maastricht 1992 wurde festgelegt, die EZB in Frankfurt am Main anzusiedeln. Bereits 1998, als die EZB ihre Tätigkeit in gemieteten Büroräumen des Eurotowers aufnahm, begann sie mit der Suche nach einem geeigneten Grundstück für ein eigenes Gebäude in Frankfurt. Nach Prüfung von 35 potenziellen Standorten im gesamten Stadtgebiet entschied sich die EZB schließlich für das Gelände der Großmarkthalle und für die Einbindung des bestehenden Gebäudes in das Konzept für ihren neuen Hauptsitz.

Einer Machbarkeitsstudie zufolge war dieses Areal die wirtschaftlichste Option, verfügte über eine gute Anbindung an die Infrastruktur, genügte den räumlichen Anforderungen und war der optimale Standort, um die für eine Zentralbank erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen treffen zu können. Außerdem bot das Grundstück genügend Platz für weitere Bauten und Erweiterungen.

Damit arbeitet jetzt die Mehrheit der Mitarbeiter, die mit der Geldpolitik befasst sind, unter einem Dach im Frankfurter Ostend. Der EZB-Neubau wurde jedoch zu einer Zeit geplant, als nicht absehbar war, dass die EZB Verantwortung für die Bankenaufsicht im Euroraum übernehmen würde. Deshalb beschloss die EZB im November 2013, den Eurotower weiterhin zu mieten – als Standort für das Personal der Bankenaufsicht. Mitarbeiter, die gemeinsame Dienste zur Verfügung stellen, sind in beiden Gebäuden untergebracht.

73 km restaurierte Fugen
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4 300 t Stahl
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3 500 Türen
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Funktional und flexibel

Schwerpunkt der Wettbewerbsausschreibung, des Juryentscheids und der darauffolgenden Planungsphasen waren die Funktionalität und Zukunftsfähigkeit des Neubaus, und auch bei dessen Nutzung spielen diese Kernelemente weiterhin eine wichtige Rolle. Durch die bauliche Struktur und räumliche Organisation des Neubaus wird ein Arbeitsumfeld geschaffen, das den unterschiedlichen funktionalen Anforderungen gerecht wird und eine offene Kommunikation fördert. Hierdurch werden Teamarbeit und Interaktion auf allen Ebenen gewährleistet. Gleichzeitig sind bauliche Struktur und räumliche Organisation so flexibel, dass mit geringem Aufwand auf sich wandelnde Anforderungen reagiert werden kann.

6 000 Fassadenelemente
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Über 700 Bäume
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14 diagonal verlaufende Stahlträger
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Städtebaulicher Fixpunkt

Der Gebäudekomplex wurde im Rahmen eines städtebaulichen Entwurfsprozesses entwickelt, dessen Ausgangspunkt der Bezug zur Frankfurter Innenstadt war. Entstanden ist ein deutlich sichtbarer städtebaulicher Fixpunkt auf dem Areal der Großmarkthalle, wobei der Büroturm die Frankfurter Skyline nach Osten hin verlängert. Die Umnutzung der ehemaligen Großmarkthalle und ihre Einbeziehung in das Projekt verleihen dem EZB-Neubau eine historische Dimension und verstärken den einzigartigen Charakter dieses Blickfangs im Frankfurter Ostend.