Energiekonzept

Energiekonzept

© Robert Metsch

Schon bei den Vorbereitungen für den Wettbewerb verfolgte die EZB das Ziel, dass ihr neues Gebäude 30 % energieeffizienter ist, als es die Energieeinsparverordnung 2007 verlangt. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden alle Möglichkeiten ausgelotet und analysiert, insbesondere was die Fassaden und die technischen Systeme betrifft. Das so gewonnene Energiekonzept beinhaltet folgende Maßnahmen:

Nutzung von Regenwasser

© Robert Metsch

Die Fläche des Daches der Großmarkthalle beträgt rund 10 000 m2. Es wird ein System zum Auffangen von Regenwasser installiert, welches sowohl zur Bewässerung der Gärten in regenärmeren Zeiten als auch zur Versorgung der Toilettenspülungen in der Großmarkthalle genutzt werden kann.

Wärmerückgewinnung

Die vom Computercenter generierte Abwärme wird in ein Deckenheizsystem zur Beheizung der Büros rückgeführt. Der EZB-Neubau wird an das höchst energieeffiziente kombinierte Wärme- und Stromversorgungssystem der Stadt Frankfurt am Main angeschlossen.

Effiziente Isolierung

Die Oberfläche der Großmarkthalle, z. B. das Dach und die Fenster, wird isoliert, um eine thermische Hülle zwischen Außen- und Innenbereichen (wie dem Mitarbeiterrestaurant und den Besprechungsräumen) zu schaffen. Diese Innenbereiche werden über ihr eigenes Mikroklima verfügen, da sie als separates „Haus-im-Haus“-System in die Markthalle eingestellt werden.

Natürliche Belüftung der Büroräume

Zusätzlich zum zentralen Lüftungssystem werden motorisierte Belüftungselemente in die Gebäudefassaden integriert, die eine direkte natürliche Belüftung der Büroräume ermöglichen. Somit kann die Frischluftzufuhr ohne Einsatz von mechanischer Lüftung individuell reguliert werden, und man hat innerhalb des Gebäudes eine bessere Vorstellung davon, wie die Außenverhältnisse sind. Ein Mustergebäude wurde errichtet, um die Machbarkeit und Funktionalität der Fassadenkonstruktion zu testen. Die Tests kamen zu dem Ergebnis, dass die Fassadenkonstruktion realisierbar und funktional ist.

Effizienter Sonnenschutz und energieeffiziente Beleuchtung

Um zu verhindern, dass die Gebäude zuviel Sonnenenergie aufnehmen, wird ein hocheffizienter Sonnen- und Blendschutz in die Fassaden integriert.

Eine weitere Möglichkeit zum Einsparen von Energie ist die Nutzung des natürlich vorhandenen Tageslichts. Die Büros werden mit Tageslichtsensoren ausgestattet, sodass sich das Kunstlicht bei ausreichendem Tageslicht automatisch abschaltet. Was die Kunstbeleuchtung der Büros sowie des Atriums und der Großmarkthalle anbelangt, so wurden umfassende Untersuchungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass diese Räumlichkeiten stets ausreichend und effizient beleuchtet sind.

Nutzung von Geothermie für Heizung und Kühlung

Um die Energiekosten des Gebäudes weiter zu senken, wurden geothermische Leitungsschleifen in die Pfahlgründungen eingearbeitet, die etwa 30 Meter hinabgehen, bis sie auf Frankfurter Gestein treffen. Diese Leitungsschleifen können an den Wasserkreislauf und die Wärmepumpen im Heizzentrum angeschlossen werden, um im Winter Wärme bzw. im Sommer Kühlung aus dem Boden zu ziehen.

Um die Menge an erforderlicher Technik und Energie gering zu halten, werden einige Bereiche, wie das Atrium oder die offenen Bereiche in der Markthalle, nicht mit einer Klimaanlage ausgestattet. Diese Bereiche werden vielmehr als Klimapuffer und Übergangsbereich zwischen Innen und Außen fungieren.

Am 4. Januar 2003 trat die Richtlinie 2002/91/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2002 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in Kraft. Die deutsche Bundesregierung hat am 1. Oktober 2007 die Rechts- und Verwaltungsvorschriften umgesetzt, die notwendig sind, um der Richtlinie nachzukommen. Der Neubau der EZB ist das erste große Bauprojekt in Deutschland, das die dort geforderten Standards erfüllen wird.