Internationale Zentralbankkooperation

Die internationale Zentralbankkooperation spiegelt die Rolle der EZB als eine der bedeutenden Zentralbanken der Weltwirtschaft und des globalen Finanzsystems sowie als EU-Institution wider. Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf:

Zentralbanken von Schwellenländern der G20

Das vorrangige Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, ein gegenseitiges Bewusstsein und Verständnis für die Maßnahmen der EZB und Partnerzentralbanken sowie für die zugrundeliegenden Beweggründe und Analysen zu schaffen. Dies verdeutlicht die steigende Bedeutung der Schwellenländer der G20 in der Weltwirtschaft und im globalen Finanzsystem.

Die EZB baut ihre Zusammenarbeit mit Schwellenländern der G20 auf der Grundlage von Memoranda of Understanding (MoUs) aus. Es wurden MoUs mit China (2008), der Turkei (2012), Russland (2012), Indien (2015) und Brasilien (2016) abgeschlossen, die Dialoge auf höchster Ebene und die Erstellung jährlicher Arbeitsprogramme vorsehen.

Internationale und regionale Institutionen

Im Rahmen von Kooperationen mit internationalen und regionalen Institutionen kann die EZB ihre Entscheidungen kommunizieren und ihr Fachwissen in verschiedenen Regionen der Welt weitergeben.

Die EZB unterhält strukturierte Beziehungen mit anderen wichtigen Organisationen, die im Bereich der Zentralbankkooperation aktiv sind, sowohl auf internationaler Ebene (IWF) als auch auf regionaler Ebene, beispielsweise mit dem Arabischen Währungsfonds (Arab Monetary Fund – AMF), dem Zentrum für lateinamerikanische monetäre Studien (Centro de Estudios Monetarios Latinoamericanos – CEMLA), dem Forschungs- und Ausbildungszentrum der South-East Asian Central Banks (SEACEN) und dem Gulf Monetary Council (GMC).

Zentralbanken von EU-Beitrittskandidaten und potenziellen Beitrittskandidaten

Die EZB unterstützt Zentralbanken von Ländern mit EU-Beitrittsperspektive beim Aufbau institutioneller Strukturen und bewährter Verfahren. Sie unterstützt diese Institutionen bei den Vorbereitungen auf den Beitritt zum ESZB (dem sich die Länder mit dem Beitritt zur EU anschließen).

Die internationale Zentralbankkooperation ist ein wichtiges Instrument für die Stärkung der institutionellen Fähigkeiten der Zentralbanken hinsichtlich der Einhaltung der internationalen und EU-Zentralbankstandards, insbesondere in den Ländern des westlichen Balkans.

Zudem gewährt die EZB Zentralbanken weltweit im Bereich der internationalen Zusammenarbeit ad hoc Unterstützung.

Die internationale Zentralbankkooperation umfasst den Austausch von Fachwissen, bewährten Verfahren und den Aufbau von Fähigkeiten. Sie erstreckt sich auf viele unterschiedliche Bereiche, z. B. Workshops und Seminare, Mitarbeiterentsendungen, Expertenbesuche und Schulungsprogramme.

Ziel der Zusammenarbeit ist es, die Beziehungen mit Zentralbanken außerhalb der EU zu stärken, solide Zentralbankpraktiken zu fördern und somit zur internationalen Preis- und Finanzstabilität beizutragen. Im Rahmen der Kooperation kann die EZB ihre Entscheidungen zudem in einem globalen Kontext erläutern.

Die Arbeitsgruppe für Zentralbankkooperation koordiniert die internationale Zusammenarbeit innerhalb des ESZB. Sie besteht aus Experten der EZB und der nationalen Zentralbanken und arbeitet unter der Schirmherrschaft des Ausschusses für internationale Beziehungen des ESZB.

Im Dezember 2017 veröffentlichte die Arbeitsgruppe ein Dokument über Best Practices. Dieses Dokument erläutert die Hintergründe der Tätigkeiten des ESZB im Rahmen der internationalen Zentralbankkooperation, die Grundsätze, die das ESZB in diesem Zusammenhang anwendet, und in welcher Form deren Umsetzung erfolgt.

Im Februar 2020 veröffentlichte die Arbeitsgruppe weitere Informationen zu den Ansätzen für die Evaluierung internationaler Kooperationsaktivitäten. Diese Veröffentlichung ist das Ergebnis von Diskussionen unter den im gesamten ESZB mit diesen Aktivitäten befassten Personen.

  • Ansätze für die Evaluierung internationaler Kooperationsaktivitäten des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) (nur auf Englisch verfügbar)