Fassaden

Die Fassaden des neuen Sitzes der Europäischen Zentralbank (EZB) bestehen aus Glas, Klinker, Beton und Metall. Das Erscheinungsbild der Großmarkthalle ist durch Beton- und Klinkerfassaden geprägt, während der Doppel-Büroturm sowie das Eingangsbauwerk mit ihren Glas- und Metallfassaden klar als Neubauten zu erkennen sind.

Fassaden Großmarkthalle: Altes Gebäude erstrahlt in neuem Glanz

Das charakteristische Ziegelmauerwerk und die Betonrasterfassade der Halle wurden in enger Abstimmung mit der zuständigen Denkmalpflegebehörde saniert. Bildergalerie

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Östliche und westliche Kopfbauten

Die Klinkerfassaden der beiden Kopfbauten wurden umfassend erneuert. Beschädigte Steine wurden durch beim Abtragen der Annexbauten gewonnene Klinker ersetzt. Sämtliche Fugen des Mauerwerks wurden ausgestemmt und originalgetreu mit zwei Mörtelfarben neu verfugt – hell die (horizontalen) Setzfugen und dunkel die (vertikalen) Stoßfugen. Somit wurde die vom Architekten der Halle, Martin Elsaesser, erdachte charakteristische horizontale Fassadengliederung wieder erlebbar gemacht.

Da im östlichen Kopfbau einst die Kühlräume der Großmarkthalle untergebracht waren, war seine Fassade ursprünglich fast fensterlos. Im Einvernehmen mit der Denkmalpflege wurden neue Öffnungen eingefügt, sodass die Fassade des östlichen Kopfbaus nun der des westlichen Kopfbaus ähnelt. Bei den Treppenhausfenstern der beiden Kopfbauten konnten die neuen Glasscheiben in die alten Stahlprofile eingepasst werden.

Betonrasterfassaden

Die Betonrasterfassaden der Nord- und Südseite der Großmarkthalle wurden sorgfältig ausgebessert und gereinigt, ihre Fenster bis auf wenige Ausnahmen ersetzt. Die Stahlrahmen der neuen Fenster wurden genauso filigran konstruiert wie die alten – gleichzeitig sind sie robust genug, um eine Doppelverglasung tragen zu können. Außerdem sind die neuen Fenster weitaus energieeffizienter als die alten.

Die Klinkerfassaden im Erd- und ersten Obergeschoss der Halle wurden für eine bessere natürliche Belichtung des Innenraums ausgebaut und durch Fensterbänder ersetzt. An der Nordseite wurde eine Wärmeschutzverglasung eingebaut, an der Südseite eine Verglasung mit Sonnen- wie auch Wärmeschutzbeschichtung.

Vorbau Nord

Das Klinkermauerwerk der Gebäudewand an der Nordseite der Großmarkthalle wurde komplett restauriert. Drei der Originalfenster wurden renoviert und neu verglast, die übrigen Fenster wurden durch neue Stahlfenster mit ähnlich schmalen Stahlprofilen und Einfachverglasung ersetzt. Somit entsprechen sie optisch dem ursprünglichen Bauzustand. Auch die ursprünglichen Stahlgitter wurden restauriert und wieder vor den drei originalen Fenstern montiert.

„Haus im Haus“-Konzept

Nach dem „Haus im Haus“-Konzept der Architekten von COOP HIMMELB(L)AU entstanden im Inneren der Großmarkthalle separate Bauwerke für die Konferenzbereiche und das Mitarbeiter-Restaurant. Diese Bauwerke wurden als Pfosten-Riegel-Konstruktionen aus Stahl ausgeführt und verfügen über eine eigene Fassade mit Wärmeschutz-Isolierverglasung. Die neuen Einbauten stellen in sich geschlossene Klimahüllen in der Halle dar, die Temperatur der sie umgebenden offenen Bereiche wird hingegen von den Jahreszeiten beeinflusst.

Fassade des Doppel-Büroturms: Komplexe Geometrie

Die zwei durch ein transparentes Atrium miteinander verbundenen Bürotürme sind als monolithische Glaskörper konzipiert. Bildergalerie

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Fassade Bürobereiche

Die charakteristische kristallähnliche Großform des Doppel-Büroturms ergibt sich durch verschiedene Fassadengeometrien. Neben den schrägen Flächen der westlichen und östlichen Fassaden wurden die Süd- und Nordfassaden als HP-Flächen (hyperbolische Paraboloide) ausformuliert. Eine HP-Fläche ist eine gegensinnig gekrümmte Fläche, die entsteht, wenn man eine hängende, nach unten offene Parabel entlang einer nach oben offenen, stehenden Parabel verschiebt. Wesentlich jedoch ist, dass eine HP-Fläche durch zwei Scharen von Geraden erzeugt werden kann. Das hyperbolische Paraboloid kann also aus geraden Elementen konstruiert werden.

Dieses Prinzip bildet die Basis des Fassaden-Designs des Hochhauses. Die Türme wurden mit ebenen Glaselementen versehen, von denen 90 % identisch sind. Jedes Element ist geschosshoch, sodass lediglich die vertikalen Halteleisten sichtbar sind. Dadurch entsteht eine zusammenhängende gekrümmte Glasfläche, die aus geraden Elementen zusammengesetzt ist.

Verkleidet werden diese Flächen mit einem neu entwickelten Fassadentyp, der dreischichtigen Schild-Hybrid-Fassade, bei der Komponenten bewährter Fassadenkonstruktionen weiterentwickelt und miteinander kombiniert wurden. Somit vereint die Schild-Hybrid-Fassade Funktionen von Kasten- und Verbundfenstern sowie von Doppelfassaden. Um verschiedenen Anforderungen wie Brandschutz, Minimierung der Radarreflexion, Reinigung und Sonnenschutz gerecht zu werden, wurde eine besondere Verglasung ausgewählt. Sie besteht aus einer äußeren Sonnenschutz- und einer inneren Wärmeschutzverglasung. Außerdem befindet sich im Zwischenraum der beiden Glasscheiben ein Sonnenschutz aus Aluminiumlamellen.

Die Büroräume sind klimatisiert, können aber auch natürlich belüftet werden. Um dies zu ermöglichen, wurde ein individuell bedienbares Öffnungselement entwickelt – das Parallel-Abstell-Lüftungselement (PALE). Dieses befindet sich unsichtbar hinter der äußeren Fassade und versorgt die Räume über entsprechende Lüftungsschlitze mit Außenluft. Werden die Lüftungsschlitze geöffnet, so schaltet sich die Klimaanlage im jeweiligen Büro automatisch ab, wodurch Energie eingespart werden kann. Die Öffnungselemente sind motorbetrieben, wodurch die Öffnungsweite beliebig bestimmt werden kann.

Atriumfassade

Die Glasscheiben der Fassade des Atriums, das die beiden polygonalen Türme miteinander verbindet, werden von einer speziell angefertigten Stahlkonstruktion gehalten. Diese Konstruktion kann das Gewicht der Glaselemente über die volle Höhe des Atriums tragen und ist durch seine Scheiben klar erkennbar. Dem Designkonzept entsprechend ist die Verglasung des Atriums in farbneutraler Transparenz gehalten. Somit kann man durch das Atrium hindurchsehen und das Hochhaus als Doppelturm wahrnehmen. Auch das Dach des Atriums ist verglast, was die transparente Wirkung zusätzlich unterstreicht. Das speziell bedruckte Sonnenschutzglas hat einen Energieeintrag von weniger als 10 % und ermöglicht dennoch einen Blick in den Himmel.

Fassade Eingangsbauwerk: Klar definierter Eingang

Das markante Eingangsbauwerk wird im Zusammenspiel mit der Silhouette des Doppel-Büroturms und der horizontal verlaufenden Großmarkthalle das Erscheinungsbild der Europäischen Zentralbank prägen. Bildergalerie

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Zum Eingang Sonnemannstraße hin kragt das Eingangsbauwerk an die 20 Meter weit aus. Besonders markant ist die Nordfassade, hinter der sich der Pressekonferenzraum befindet: Im Gegensatz zu den ebenen Glaselementen des Doppel-Büroturms handelt es sich hierbei um eine dreidimensional gebogene Fläche aus hyperbolischen Glasscheiben.

Die Außenseiten des Eingangsbauwerks wie auch die Untersicht werden mit Aluminiumblechen verkleidet. Darunter unterbricht eine Glasfassade als sichtbarer Haupteingang die Betonrasterfassade der Großmarkthalle.

Weitere Informationen zu den Fassaden des EZB-Neubaus finden Sie im New Premises media centre unter „Publications“   „Other Publications“.