Klimawandel und die EZB

Der Klimawandel geht uns alle an, auch die Zentralbanken. Die EZB ist sich dessen sehr wohl bewusst und leistet – im Rahmen ihres Mandats – ihren Beitrag zur Bewältigung dieser globalen Herausforderung.

Das Hauptziel ihrer Bemühungen ist es, Marktteilnehmer, Gesetzgeber und Standardsetzer bei der Identifizierung von Klimarisiken zu unterstützen. Außerdem unterstützt die EZB die Entwicklung eines klaren Rahmens für den Umgang mit diesen Risiken.


Geldpolitik und Klimawandel

„Die EZB kann – und sollte – im Rahmen ihres Mandats den Übergang zu einer CO2-armen Wirtschaft aktiv unterstützen, und zwar auf zweierlei Weise: Erstens indem sie dabei hilft, die Spielregeln festzulegen, und zweitens durch entsprechendes Handeln, ohne das Ziel der Preisstabilität zu beeinträchtigen.“

Benoît Cœuré (Mitglied des Direktoriums der EZB)

Rede


Die EZB engagiert sich in drei wichtigen Zuständigkeitsbereichen

Bankenaufsicht

Aufseher treten mit Banken in Austausch, um das Bewusstsein für Klimarisiken zu schärfen. So soll sichergestellt werden, dass Banken mit diesen Risiken angemessen umgehen können.

Finanzstabilität

Finanzstabilitätsexperten messen und bewerten klimabedingte Risiken für das Finanzsystem. Ihre Ergebnisse werden der Öffentlichkeit, den Marktteilnehmern und den politischen Entscheidungsträgern mitgeteilt.

Geldpolitik und Finanzmarktoperationen

Experten im Bereich Finanzmarktoperationen berücksichtigen Nachhaltigkeitskriterien bei der Verwaltung der nicht zu geldpolitischen Zwecken gehaltenen Portfolios der EZB. Im Rahmen ihres Programms zum Ankauf von Vermögenswerten hat die EZB grüne Anleihen erworben. Diese Finanzanlagen unterliegen der Beschränkung, dass ungebührliche Marktverzerrungen vermieden und die Wettbewerbsgleichheit gewahrt werden müssen.


Die EZB ist Mitglied der folgenden Gruppen

Network for Greening the Financial System (NGFS)

Zu den Mitgliedern des NGFS zählen Zentralbanken und Aufsichtsbehörden aus allen fünf Kontinenten. Gemeinsam suchen sie nach Wegen, um einen reibungslosen Übergang zu einer CO2-armen Wirtschaft zu unterstützen. Der erste Bericht des Netzwerks wurde am 17. April 2019 veröffentlicht und enthielt Empfehlungen, wie Zentralbanken und Aufsichtsbehörden zu einem grüneren Finanzsystem beitragen können.

Technical Expert Group on Sustainable Finance (TEG)

Als Mitglied der TEG, einer von der EU-Kommission eingesetzten Expertengruppe, trägt die EZB zur Entwicklung einer Taxonomie (bzw. eines Klassifizierungssystems) bei, wonach Wirtschaftsaktivitäten als ökologisch nachhaltig (grün) oder nicht nachhaltig (braun) eingestuft werden. Mithilfe eines solchen Systems können Investoren ihr Kapital in nachhaltige Investments fließen lassen, beispielsweise durch grüne Anleihen.


Sonstige Initiativen

Green ECB

Die EZB bemüht sich fortlaufend, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Wenn Sie wissen möchten, welche Erfolge sie bereits erzielt hat, besuchen Sie ihre Webseite zum Umweltschutz.

Europäische Mobilitätswoche

Die EZB nimmt regelmäßig an dieser Initiative teil und ermuntert ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu, für den täglichen Arbeitsweg ein möglichst umweltfreundliches Verkehrsmittel zu wählen.

Earth Hour

Seit 2012 nimmt die EZB an dieser Initiative teil und schaltet in ihrem Hauptgebäude die Beleuchtung aus, um das Bewusstsein für den Klimawandel zu schärfen.


Einschlägige Publikationen