Ausgabe und Umlauf von Euro-Banknoten

Sowohl die EZB als auch die nationalen Zentralbanken (NZBen) der Länder des Euroraums sind gesetzlich zur Ausgabe von Euro-Banknoten befugt. In der Praxis werden Euro-Banknoten (und -Münzen) nur von den nationalen Zentralbanken  ausgegeben oder aus dem Verkehr gezogen. Die EZB verfügt über keine Hauptkasse und betreibt keinerlei Bargeldgeschäfte. Für die Ausgabe von Euro-Münzen sind die einzelnen Mitgliedstaaten im Euro-Währungsgebiet verantwortlich. Die Europäische Kommission koordiniert alle Angelegenheiten, die Euro-Münzen betreffen, auf Ebene des Euroraums. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Website der Europäischen Kommission.

Die EZB überwacht die Tätigkeiten der nationalen Zentralbanken und fördert die weitere Harmonisierung der Bargelddienstleistungen im Euroraum, während die NZBen für die Funktionsfähigkeit ihrer nationalen Geldverteilungssysteme zuständig sind. Die NZBen bringen die Banknoten und Münzen über das Bankensystem und in geringerem Maße auch über den Einzelhandel in Umlauf. Diese Aufgaben kann die EZB nicht wahrnehmen, da sie nicht mit den entsprechenden Funktionen und technischen Abteilungen (z. B. Verteilungs- und Banknotenbearbeitungsstellen oder Tresore) ausgestattet ist.

Die Zahl der umlaufenden Euro-Banknoten ist seit der Einführung des Euro kontinuierlich gestiegen. Für den alltäglichen Zahlungsverkehr werden vor allem Banknoten mit niedrigem und mittlerem Nennwert verwendet. Die hohen Stückelungen dienen vorwiegend als Wertaufbewahrungsmittel, werden aber auch für den Kauf teurer Waren eingesetzt.

Wie viele Banknoten (und Münzen) der verschiedenen Stückelungen im Euroraum im Umlauf sind, erfahren Sie in der Rubrik „Statistics“.

Umlauf außerhalb des Euro-Währungsgebiets

Euro-Banknoten werden nicht nur von Personen genutzt, die im Euro-Währungsgebiet leben. Da der Euro eine internationale Währung ist, werden die Geldscheine auch außerhalb des Euroraums verwendet und verbleiben zum Teil dort. Schätzungsweise zwischen 20 % und 25 % (gemessen am Wert) der im Umlauf befindlichen Euro-Banknoten befinden sich im Besitz von Personen außerhalb des Eurogebiets, und dies hauptsächlich in benachbarten Staaten. Während der Finanzkrise 2008 stieg die Nachfrage nach Euro-Banknoten stark an, insbesondere in den Ländern Osteuropas, die nicht der EU angehören und deren Landeswährungen gegenüber dem Euro an Wert verloren. Diese Euro-Geldscheine sind nach wie vor im Umlauf und dürften sich demnach im Besitz von Personen befinden, die außerhalb des Euro-Währungsgebiets leben.

Bargeldkreislauf

Der Weg der Banknoten in der Wirtschaft ist vorgezeichnet. Geschäftsbanken ordern sie bei den Zentralbanken und geben sie dann über Geldautomaten aus. In Geschäften, auf Märkten und an anderen Orten werden sie zum Bezahlen verwendet und dann, beispielsweise von Einzelhändlern, wieder bei Banken eingezahlt. Die Banken und andere Bargeldakteure schicken die Banknoten anschließend entweder an ihre jeweilige Zentralbank zurück oder sorgen für die Wiederausgabe der Banknoten, nachdem diese auf Echtheit und Umlauffähigkeit geprüft wurden. In unserem Video wird der gesamte Kreislauf vorgestellt:

Die Bargeldversorgung ist in jedem Land anders organisiert und hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • der Struktur der Zentralbank und ihrer Zweigstellen
  • den Geschäftsbanken und ihren Filialnetzen
  • den rechtlichen Rahmenbedingungen
  • den Zahlungsgewohnheiten der Bevölkerung
  • der Infrastruktur der auf dem Markt tätigen Geld- und Werttransportunternehmen und
  • den geografischen Besonderheiten, der Geschichte und den Traditionen der Länder

Trotz dieser Unterschiede strebt das Eurosystem weiterhin eine stärkere Harmonisierung der von den NZBen des Euroraums angebotenen Bargelddienstleistungen an. Hierzu werden die Beteiligten, wie etwa Geschäftsbanken, Geld- und Werttransportunternehmen und sonstige Bargeldakteure, auf nationaler und europäischer Ebene konsultiert. Durch eine stärkere Harmonisierung und Integration werden sich weitere Vorteile der einheitlichen Währung erschließen lassen.

Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Jahresbericht der EZB.

Umlauffähig oder nicht?

Grundlage für das Vertrauen in Banknoten sind ihre Echtheit sowie ihre hohe Qualität. Daher prüfen die nationalen Zentralbanken des Euroraums die Geldscheine mithilfe vollautomatischer Banknotenbearbeitungsmaschinen auf ihre Echtheit und Umlauffähigkeit.