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Ausgabe und Umlauf

Die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Zentralbanken der Länder des Euroraums sind befugt, Euro-Banknoten auszugeben. In der Praxis geben aber nur die nationalen Zentralbanken Euro-Banknoten (und ‑Münzen) aus oder ziehen sie aus dem Verkehr. Die EZB verfügt über keine eigene Kasse und führt keinerlei Bargeldgeschäfte durch. Für die Ausgabe von Euro-Münzen sind die einzelnen Länder des Euroraums verantwortlich. Die Europäische Kommission koordiniert auf Ebene des Euroraums alle Angelegenheiten im Zusammenhang mit Euro-Münzen. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Website der Europäischen Kommission.

Die EZB überwacht die Tätigkeiten der nationalen Zentralbanken und fördert die weitere Harmonisierung der Bargelddienstleistungen im Euroraum. Die nationalen Zentralbanken sind für die Funktionsfähigkeit ihrer nationalen Geldverteilungssysteme zuständig. Sie geben die Banknoten und Münzen über das Bankensystem und in geringerem Umfang auch über den Einzelhandel aus. Sie bringen das Euro-Bargeld also in Umlauf. Diese Aufgaben kann die EZB nicht wahrnehmen, da sie weder über die entsprechenden Funktionen noch die technischen Abteilungen (z. B. Verteilungs- und Banknotenbearbeitungsstellen oder Tresore) verfügt.

Die Zahl der umlaufenden Euro-Banknoten ist seit der Einführung des Euro kontinuierlich gestiegen. Für alltägliche Zahlungen werden vor allem Banknoten mit niedrigem und mittlerem Nennwert verwendet. Die hohen Stückelungen dienen vorwiegend zur Wertaufbewahrung, werden aber auch für den Kauf teurer Waren verwendet.

Umlauf innerhalb des Euroraums

Die Euro-Banknoten (und ‑Münzen) zirkulieren weitläufig im Euroraum, vor allem durch Urlaubs- und Geschäftsreisen sowie Einkäufe in Nachbarländern. Vor Einführung des Euro gelangten die Banknoten der Vorgängerwährungen weitaus seltener in andere Länder. Sie wurden dann vor allem von Geschäftsbanken wieder der nationalen Zentralbank zugeführt, die sie ausgegeben hatte. Mit dem Euro sind solche Rückführungen nicht mehr nötig. Da jedoch sehr viele Euro-Banknoten nicht in ihrem Ausgabeland verbleiben, sondern in andere Länder des Euroraums mitgenommen und dort ausgegeben werden, müssen die Zentralbanken sie wieder umverteilen. So wird verhindert, dass in einem Land zu viele und in einem anderen zu wenig Geldscheine im Umlauf sind. Diese großvolumigen Banknotentransporte werden von der EZB zentral koordiniert und finanziert.

Weitere Informationen darüber, wie viele Banknoten (und Münzen) der verschiedenen Stückelungen im Euroraum im Umlauf sind, erhalten Sie unter Statistik.

Umlauf außerhalb des Euroraums

Euro-Banknoten werden nicht nur von Personen genutzt, die im Euroraum leben. Da der Euro eine internationale Währung ist, werden die Geldscheine auch außerhalb des Euroraums verwendet und verbleiben zum Teil auch dort. Schätzungsweise zwischen 20 % und 25 % des Werts der im Umlauf befindlichen Euro-Banknoten sind im Besitz von Personen außerhalb des Euroraums, hauptsächlich in Nachbarländern. Nach dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 stieg die Nachfrage nach Euro-Banknoten stark an. Dies war insbesondere in den Ländern Osteuropas zu beobachten, die keine EU-Mitgliedstaaten sind. Deren Landeswährungen haben damals gegenüber dem Euro an Wert verloren. Diese Euro-Banknoten sind nach wie vor im Umlauf und dürften sich demnach im Besitz von Personen befinden, die außerhalb des Euroraums leben.

Bargeldkreislauf

Der Weg der Banknoten in der Wirtschaft ist vorgezeichnet. Geschäftsbanken bestellen sie bei den Zentralbanken und geben sie dann über Geldautomaten aus. In Geschäften, auf Märkten und an anderen Orten wird damit bezahlt. Dann werden sie, beispielsweise von Einzelhändlern, wieder bei einer Bank eingezahlt. Die Banken und Personen, die mit Bargeld arbeiten, schicken die Banknoten dann entweder an ihre jeweilige Zentralbank zurück oder geben sie wieder aus. Vorher prüfen sie diese jedoch auf Echtheit und Umlauffähigkeit. Dieses Video erläutert den gesamten Bargeld-Kreislauf:

Der Lebenszyklus von Euro-Banknoten

Jedes Land organisiert die Bargeldversorgung anders. Wie, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • der Struktur der Zentralbank und ihrer Zweigstellen
  • den Geschäftsbanken und ihren Filialnetzen
  • den rechtlichen Rahmenbedingungen
  • den Zahlungsgewohnheiten der Bevölkerung
  • der Infrastruktur der auf dem Markt tätigen Geld- und Werttransportunternehmen und
  • den geografischen Gegebenheiten, der Geschichte und den Traditionen der Länder

Trotz dieser nationalen Unterschiede strebt das Eurosystem weiterhin eine stärkere Harmonisierung der von den nationalen Zentralbanken des Euroraums angebotenen Bargelddienstleistungen an. Hierzu werden die Beteiligten, wie Geschäftsbanken, Geld- und Werttransportunternehmen sowie Personen, die mit Bargeld arbeiten, auf nationaler und europäischer Ebene konsultiert. Durch eine stärkere Harmonisierung und Integration ergeben sich für die Beteiligten mehr Vorteile aus der einheitlichen Währung.

Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Jahresbericht der EZB.

Umlauffähig oder nicht?

Banknoten müssen echt und qualitativ hochwertig sein, damit die Menschen Vertrauen in sie haben. Daher prüfen die nationalen Zentralbanken des Euroraums die Geldscheine mithilfe vollautomatischer Banknotenbearbeitungsgeräte auf Echtheit und Umlauffähigkeit.

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