Banknoten mit Tintenflecken

Haben Sie schon einmal eine Banknote mit Tintenflecken gesehen?

Wenn Ihnen jemand eine Banknote gibt, die so aussieht, wie die, die hier abgebildet sind, nehmen Sie sie nicht an, da sie wahrscheinlich gestohlen ist.

Die Tinte auf diesen Banknoten stammt von Diebstahlschutzvorrichtungen, auch bekannt als intelligente Banknoten-Neutralisierungssysteme (IBNS). Sie werden aktiviert, sobald Straftäter eine gesicherte Bargeldkassette öffnen, beispielsweise einen Geldautomaten oder einen Safe in einem Geldtransporter. Diese Systeme machen gestohlene Banknoten unbrauchbar und damit wertlos. So reduzieren sie das Risiko, dass Einzelhändler, Banken und andere Personen, die beruflich mit Bargeld zu tun haben, Opfer von Verbrechen werden.


Miteinander verklebte Banknoten

Das Einfärben ist eine der gängigsten Methoden, um gestohlene Banknoten unbrauchbar zu machen. Es gibt jedoch noch weitere Methoden, Bargeld zu schützen, zum Beispiel mit Klebstoff. Klebstoff bewirkt, dass alle Banknoten in der Kassette eines Geldautomaten zu einem festen Block verkleben. Bei dem Versuch, einzelne Geldscheine abzulösen, zerreißen diese in Stücke.

Woran erkennt man eine gestohlene, tintenbefleckte Banknote?

Wenn eine Banknote durch ein intelligentes Banknoten-Neutralisierungssystem (IBNS) mit Sicherheitstinte eingefärbt wird, zieht diese in die Banknote ein und hinterlässt Spuren, die normalerweise an den Ecken der Banknote stärker zum Vorschein kommen. Die Farbtöne der am häufigsten verwendeten Sicherheitstinten sind hellviolett, grün, blau, rot oder schwarz. Für gewöhnlich fließt die Tinte von den Ecken zur Mitte der Banknoten und hinterlässt ein typisches Muster. Manchmal verändern die Chemikalien, die Verbrecher verwenden, um die Sicherheitstinte aus den Banknoten zu waschen, deren Farbe. Es kann dadurch auch vorkommen, dass die ursprüngliche Farbe der Banknoten verändert wird und einige der Sicherheitsmerkmale beschädigt werden oder ganz verschwinden.

Bedeutet dies, dass alle Banknoten mit Tintenflecken aus einer Diebesbeute stammen?

Nein. Wenn sich auf der Banknote nur sehr helle oder ein paar kleine Flecken finden, die Ecken jedoch unberührt sind, ist davon auszugehen, dass die Flecken aus Versehen auf die Banknote gekommen sind, zum Beispiel durch einen auslaufenden Stift. Es ist unwahrscheinlich, dass diese Banknoten gestohlen sind, sie können also angenommen werden:

Banknoten mit Tintenflecken, die nicht von einem IBNS stammen

Was soll ich tun, wenn mir jemand eine Banknote mit Tintenflecken gibt, die eindeutig von einer Diebstahlschutzvorrichtung stammen?

  • Nehmen Sie sie nicht an und bitten Sie um eine andere. Sie können nicht sicher sein, dass die Person, die Ihnen die Banknote geben möchte, auch ihr rechtmäßiger Besitzer ist.
  • Verweigern Sie die Annahme von verblichenen oder verfärbten Banknoten, da Straftäter höchstwahrscheinlich versucht haben, die Sicherheitstinte des IBNS durch Waschen oder Bleichen der Banknoten zu entfernen.
  • Falls Sie eine Banknote mit Tintenflecken angenommen haben, sollten Sie sie bei Ihrer Bank oder Ihrer nationalen Zentralbank abgeben und diese darüber informieren, wie Sie zu diesem Geldschein gekommen sind. Die nationale Zentralbank wird prüfen, ob die Tintenflecken von einem IBNS stammen und wird gegebenenfalls die Polizei hinzuziehen. Die Polizei kann die Banknoten dann als Beweismaterial für die Überführung der Straftäter verwenden.
  • Falls die Untersuchungen ergeben, dass die Farbflecken von einem IBNS stammen, haben Sie möglicherweise keinen Anspruch auf Entschädigung. Zentralbanken können Euro-Banknoten mit Tintenflecken von Diebstahlschutzvorrichtungen nur auf Anfrage des eigentlichen Besitzers der Banknote umtauschen, der das Opfer der Straftat war, die zur Einfärbung der Banknoten geführt hat.
  • Wenn die Untersuchungen ergeben, dass die Tintenflecken nicht von einem IBNS stammen und nur versehentlich auf die Banknote gekommen sind, erhalten Sie eine neue Banknote oder eine Geldüberweisung auf Ihr Konto.

Benötigen Sie weitere Informationen? Lesen Sie hierzu Artikel 3 Beschluss der Europäischen Zentralbank vom 19. April 2013 über den Umtausch von beschädigten Euro-Banknoten.