Architekturwettbewerb

Im Jahr 2002 lobte die Europäische Zentralbank (EZB) für die Gestaltung ihres neuen Standorts einen internationalen städte- und hochbaulichen Wettbewerb aus. Im Rahmen dieses Wettbewerbs sollten die besten Gestaltungsentwürfe für den künftigen Sitz der EZB ermittelt und ein Architekt ausgewählt werden, der die Detailplanung für den neuen Standort durchführt und nach Möglichkeit auch die Umsetzung des Projekts übernimmt.

Der EZB-Neubau sollte auf dem 120 000 m² großen Gelände der ehemaligen Großmarkthalle am Mainufer im Osten der Stadt Frankfurt entstehen. Im März 2002 erwarb die EZB das Grundstück von der Stadt Frankfurt mit der Absicht, ein Gebäude zu errichten, das nicht nur ihren funktionalen Anforderungen entspricht, sondern auch die Großmarkthalle als festen Bestandteil des Geländes auf innovative Weise einbezieht. Für die Gestaltungsentwürfe sollte eine nutzbare Fläche von etwa 100 000 m² für 2 500 Arbeitsplätze, spezielle Räumlichkeiten, Parkplätze und technische Bereiche zugrundegelegt werden.

Der Wettbewerb umfasste mehrere Phasen. Zunächst gingen Bewerbungen von mehr als 300 Architekten aus 31 Ländern und vier Kontinenten ein. Nach einer Vorauswahlphase erhielten 80 Architekten und Planer die Wettbewerbsunterlagen und Leitlinien und wurden aufgefordert, anonym ihre Gestaltungsentwürfe für die erste Wettbewerbsphase einzureichen. Die vorgelegten Entwürfe wurden von einer internationalen Jury bewertet, die für die zweite Wettbewerbsphase 12 Kandidaten in die engere Auswahl nahm.

In ihrer abschließenden Sitzung wählte die Jury drei Preisträger aus:

1. Preis: Coop Himmelb(l)au, Wien, Österreich 2. Preis: ASP Schweger Assoziierte, Berlin, Deutschland 3. Preis: 54f architekten/T. R. Hamzah & Yeang, Darmstadt, Deutschland / Selangor, Malaysia
Coop Himmelblau ASP Schweger Assoziierte 54f architekten

Alle drei Preisträger wurden vom EZB-Rat aufgefordert, an einer Überarbeitungsphase teilzunehmen, in der sie Gelegenheit zur Feinabstimmung ihrer Entwürfe hatten. Am 13. Januar 2005 kam der EZB-Rat zu dem Entschluss, dass das überarbeitete Entwurfskonzept von Coop Himmelb(l)au den von der EZB vorgegebenen funktionalen und technischen Anforderungen am besten entspricht und Merkmale enthält, die die Werte der EZB widerspiegeln und in architektonische Sprache übersetzen. Zugleich beschloss der EZB-Rat eine Optimierungsphase, in der die funktionellen, räumlichen und technischen Anforderungen noch einmal geprüft werden sollten, um eine optimale Nutzung der Ressourcen zu gewährleisten und die Kosten zu minimieren.