European Central Bank - eurosystem
Suchoptionen
Startseite Medien Wissenswertes Forschung und Publikationen Statistiken Geldpolitik Der Euro Zahlungsverkehr und Märkte Karriere
Vorschläge
Sortieren nach

Die Beschäftigung und die Strategieüberprüfung

Um die Preise stabil zu halten, passen wir unsere Geldpolitik je nach Wirtschaftslage an. Die Beschäftigung ist eine wichtige wirtschaftliche Größe. Sie kann beeinflussen, wie sich die Preise im Laufe der Zeit ändern. Deshalb behalten wir sie bei unseren Entscheidungen im Blick. Gleichzeitig achten wir darauf, wie sich unsere Entscheidungen auf die Beschäftigung auswirken.

Warum war die Beschäftigung Gegenstand unserer Strategieüberprüfung?

Die Wechselwirkung von Geldpolitik und Konjunktur

Unsere Aufgabe ist es, für stabile Preise zu sorgen. Das bedeutet, die Inflation – also die Rate, mit der sich die Preise für Waren und Dienstleistungen im Zeitverlauf insgesamt verändern – niedrig zu halten. Damit dies gelingt, müssen wir die konjunkturelle Lage und ihre Wechselwirkung mit unserer Geldpolitik genau beobachten.

Zu einem vollständigen Bild der konjunkturellen Lage gehört auch, wie viele Menschen einen Arbeitsplatz haben, welche Art von Arbeit das ist und wie viel sie verdienen. Wir berücksichtigen bei unseren Entscheidungen also auch die Lage am Arbeitsmarkt. Gleichzeitig achten wir darauf, wie sich unsere Entscheidungen auf die Beschäftigung auswirken.

Beschäftigung in einer Währungsunion

Wir betrachten die Beschäftigung im Euroraum insgesamt

Wer sich einen Gesamtüberblick über die Beschäftigung in unserer Währungsunion verschaffen möchte, muss die Lage in allen 19 Mitgliedstaaten betrachten. Dabei ergibt sich ein sehr gemischtes Bild mit Menschen in verschiedensten Lebenssituationen – junge und alte Menschen, Menschen mit hoher und Menschen mit geringer Bildung.

Manche Bevölkerungsgruppen tun sich schwerer bei der Arbeitsplatzsuche, insbesondere Menschen, die eine Weile nicht am Arbeitsmarkt teilgenommen haben und ihre beruflichen Fertigkeiten verlieren. Die Beschäftigungssituation ist von zentraler Bedeutung, wenn man verstehen möchte, warum die soziale Ungleichheit in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat und wie die Regierungen dieser Entwicklung entgegensteuern können.

Welche Rolle spielt die Beschäftigung in unserer Geldpolitik?

Bei unseren Entscheidungen haben wir die Wirtschaft im Blick

Wir passen unsere Geldpolitik an die jeweilige wirtschaftliche Situation an. Die Lage am Arbeitsmarkt ist dabei ein wichtiger Aspekt. Wenn es mehr Arbeitsplätze als geeignete Arbeitskräfte gibt, steigen die Preise schneller. Das liegt daran, dass eine höhere Nachfrage nach den betreffenden Waren oder Dienstleistungen besteht. Es liegt aber auch daran, dass Unternehmen die Löhne anheben. So wollen sie Arbeitskräfte gewinnen, um die zusätzliche Nachfrage decken zu können. Einen Teil dieser zusätzlichen Kosten geben sie an die Verbraucher weiter. Wenn die Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren, geht der Konsum zurück. Weniger Menschen gehen einkaufen und so fließt weniger Geld in die Wirtschaft. Dann steigen die Preise nicht so stark.

Beim Thema Beschäftigung geht es aber nicht nur um die Zahl der Erwerbstätigen. Auch die Qualität der Arbeitsplätze ist wichtig. Wer einen sicheren Arbeitsplatz mit gutem Gehalt hat, gibt mehr Geld aus und spart anders als jemand mit einem unsicheren und schlecht bezahlten Job.

Welchen Beitrag leistet die Geldpolitik zur Beschäftigung?

Stabile Preise fördern die Beschäftigung ...

Wie einfach es ist, einen guten Arbeitsplatz zu finden und zu behalten, hängt maßgeblich von der Politik auf nationaler Ebene ab. Doch auch stabile Preise können zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen. Denn bei stabilen Preisen können die Unternehmen und die Menschen besser planen und investieren. So kann die Wirtschaft wachsen. Dann stellen die Unternehmen mehr Arbeitskräfte ein, um der stärkeren Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen gerecht zu werden.

... und somit kann auch unsere Geldpolitik einen Beitrag leisten

Unsere geldpolitischen Beschlüsse können gelegentlich auch die Lage am Arbeitsmarkt positiv beeinflussen. Zum Beispiel wenn die Wirtschaft an Fahrt verliert und infolgedessen womöglich die Inflation sinkt. Dann können wir durch unsere geldpolitischen Maßnahmen die Kreditaufnahme für private Haushalte und Unternehmen günstiger machen. Dies kann wiederum dazu beitragen, die Ausgaben und Investitionen anzukurbeln. So trägt unsere Geldpolitik dazu bei, die Inflation zu stabilisieren und gleichzeitig Arbeitsplätze zu erhalten bzw. zu schaffen. Wenn die Preise mittelfristig stabil bleiben, fördert dies Vollbeschäftigung.

Welche Rolle wird die Beschäftigung künftig in unserer Geldpolitik spielen?

Stabile Preise kommen dem Arbeitsmarkt zugute

Im Rahmen der Initiative „Das Eurosystem hört zu“ haben insbesondere jüngere Menschen ihre Sorgen über die Qualität der Arbeitsplätze und ihre Chancen am Arbeitsmarkt zum Ausdruck gebracht. Natürlich liegt es in der Verantwortung der Regierungen, ein Umfeld zu schaffen, in dem Menschen gute und sichere Arbeitsplätze finden können. Dennoch können auch wir unseren Beitrag leisten, indem wir für stabile Preise sorgen. Deshalb werden wir bei unseren geldpolitischen Beschlüssen auch die Beschäftigung berücksichtigen.

WEITERE INFORMATIONEN
Employment and the conduct of monetary policy in the euro area
STRATEGIEÜBERPRÜFUNG
Neugierig geworden?