Europäische Union

 

Meilensteine der europäischen Integration (1950-2014)

The Treaty of Amsterdam, signed in October 1997

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Politiker in mehreren europäischen Ländern davon überzeugt, dass ein weiterer Krieg in Europa allein durch eine wirtschaftliche und politische Einigung dieser Länder verhütet werden könne.


1950
Der französische Außenminister Robert Schuman schlägt die Integration der Kohle- und Stahlindustrien Westeuropas vor.
1951
Sechs Länder schließen sich zur Montanunion zusammen (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, EGKS): Belgien, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande. Wie vorgesehen, läuft der Vertrag über die Montanunion 2002 nach 50 Jahren Geltungsdauer aus.
1957
Durch die Unterzeichnung der Römischen Verträge werden die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) und die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegründet. Ziele der Mitgliedstaaten sind die Beseitigung von Zoll- und Handelshemmnissen zwischen den einzelnen Staaten sowie die Gründung eines Gemeinsamen Marktes.
1967
Zusammenschluss der Institutionen der drei europäischen Gemeinschaften (EGKS, EWG und Euratom). Drei neue Institutionen werden gegründet: die Europäische Kommission, der Ministerrat und das Europäische Parlament.
1970
Nach einem Beschluss des Europäischen Rats (d. h. der Staats- und Regierungschefs der EWG-Mitgliedstaaten) im Jahr 1969 wird mit dem Werner-Bericht der erste Entwurf für eine Wirtschafts- und Währungsunion vorgelegt, der die zum damaligen Zeitpunkt sechs Mitgliedstaaten der EWG angehören sollten. Dieses Vorhaben scheitert in den frühen 1970er-Jahren aus verschiedenen Gründen.
1973
Dänemark, Irland und das Vereinigte Königreich treten der EWG bei, die somit neun Mitgliedstaaten umfasst.
1979
Die Regierungen und Zentralbanken der neun Mitgliedstaaten schaffen das Europäische Währungssystem (EWS). Sein Hauptmerkmal ist der Wechselkursmechanismus (WKM), mit dem feste, aber anpassungsfähige Wechselkurse zwischen den Währungen der Teilnehmerländer festgelegt werden.
1981
Beitritt Griechenlands zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft
1986
Beitritt Portugals und Spaniens zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft
1986
Wiederbelebung der Idee einer Wirtschafts- und Währungsunion mit der Einheitlichen Europäischen Akte (EEA)
1988
Der Europäische Rat bekräftigt das Ziel der Schaffung einer Wirtschafts- und Währungsunion (WWU). Ein vom Präsidenten der Europäischen Kommission, Jaques Delors, geleiteter Expertenausschuss beschäftigt sich mit der Frage, wie die WWU umzusetzen ist. In dem von diesem Ausschuss vorgelegten Bericht (dem Delors-Bericht) ist ein dreistufiger Transformationsprozess vorgesehen.
1989
Beginn der Verhandlungen über den Vertrag über die Europäische Union. Dieser begründet die Europäische Union (EU) und führt zur Änderung des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft. Er enthält insbesondere die Bestimmungen im Hinblick auf die WWU sowie die Gründung der Europäischen Zentralbank und wird auch als „Maastricht-Vertrag“ bezeichnet.
1992
Unterzeichnung des Maastricht-Vertrags. Durch ihn entstehen neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den Regierungen der Mitgliedstaaten, beispielsweise in den Bereichen Verteidigung, Recht und Innenpolitik. Der Maastricht-Vertrag ergänzt das bestehende „Gemeinschafts“-System um die Zusammenarbeit zwischen den Regierungen der einzelnen Mitgliedstaaten und schafft so die Europäische Union.
1993
Inkrafttreten des Maastricht-Vertrags am 1. November nach seiner Ratifizierung durch alle zwölf Mitgliedstaaten
1995
Beitritt Finnlands, Österreichs und Schwedens zur Europäischen Union
1990-1999
Die Wirtschafts- und Währungsunion wird in drei Stufen umgesetzt.
2002
Einführung der Euro-Banknoten und -Münzen in zwölf EU-Ländern
2004
Am 1. Mai treten Zypern, die Tschechische Republik, Estland, Ungarn, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakei und Slowenien der Europäischen Union bei.
2007
Beitritt Bulgariens und Rumäniens zur Europäischen Union am 1. Januar
2009
Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon am 1. Dezember
2011
Drei neue europäische Finanzaufsichtsbehörden nehmen ihre Arbeit auf: die Europäische Bankenaufsichtsbehörde, die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung sowie die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde. Sie arbeiten mit dem Europäischen Ausschuss für Systemrisiken zusammen, der ebenfalls 2011 eingerichtet wurde und dessen Aufgaben in der Gewährleistung von Finanzstabilität und in der Verbesserung des Aufsichtsrahmens für die EU bestehen.
2013
Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union am 1. Juli
2014
Die EZB übernimmt vollumfänglich die Aufgaben und Zuständigkeiten im Rahmen der Bankenaufsicht in den Mitgliedstaaten, die am Einheitlichen Aufsichtsmechanismus teilnehmen. Website zur Bankenaufsicht
Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Website der Europäischen Union.