Häufig gestellte Fragen zur Neugestaltung der Euro-Banknoten
Stand: 23. Juli 2026
Frage 1: Warum brauchen wir neue Banknoten?
Alle Zentralbanken überarbeiten regelmäßig die von ihnen ausgegebenen Banknoten oder entwickeln neue, um Fälscher abzuschrecken. Die erste Serie der Euro-Banknoten wurde vor über 20 Jahren eingeführt. Die zweite Serie ist seit 2013 im Umlauf. Aktuell laufen die Vorbereitungen an einer neuen Euro-Banknotenserie. Die künftigen Banknoten sollen so gestaltet sein, dass sie die Menschen in Europa stärker ansprechen und diese sich noch besser mit den Geldscheinen identifizieren können. Außerdem sollen alle, auch Menschen mit Sehbeeinträchtigung, gut mit ihnen zurechtkommen.
Zudem sollen die neuen Euro-Banknoten möglichst nachhaltig und umweltfreundlich sein. Daran arbeiten wir.
Frage 2: Warum brauchen wir ein neues Design für die Banknoten?
Die Euro-Banknoten haben auch eine symbolische Bedeutung: Sie machen die europäische Integration sichtbar und greifbar. Als Zentralbank sind wir dafür verantwortlich, dass die Geldscheine mit der Zeit gehen. Auch Banknoten haben einen „Lebenszyklus“, daher ist es nach mehr als 20 Jahren an der Zeit für ein neues Design. Die Bargeldstrategie des Eurosystems hat u. a. zum Ziel, ansprechende Euro-Banknoten zu entwickeln, mit denen sich die Menschen in Europa identifizieren können.
Frage 3: Warum gerade jetzt? Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine neue Banknotenserie?
Neue Banknoten zu entwickeln, herzustellen und sie in allen Ländern des Euroraums in Umlauf zu bringen dauert mehrere Jahre. In der Regel geben Zentralbanken alle zehn bis 15 Jahre neue Banknoten aus. Diese sollen dann sicherer, robuster und schwerer zu fälschen sein als ihre Vorgänger. Es ist wichtig, früh genug den Weg zu bereiten, damit alles vorbereitet ist, wenn die Entscheidung über die Einführung einer neuen Banknotenserie fällt.
Frage 4: Wie läuft die Neugestaltung der Banknoten ab?
Der Neugestaltungsprozess umfasst zwei Schritte:
- Auswahl der Themen und Motive für die künftigen Euro-Banknoten
- Um Feedback zu den Themen zu bekommen, die für künftige Euro-Banknoten infrage kommen, haben wir eine Studie in Auftrag gegeben. Dabei wurden Europäerinnen und Europäer in Fokusgruppen zu ihrer Meinung befragt. Die Erkenntnisse aus diesem Austausch flossen in die nachfolgenden Schritte ein.
- Der EZB-Rat nahm daraufhin sieben Themen in die engere Wahl – sechs davon hatte eine Themenberatungsgruppe erarbeitet. Letzterer gehörten Fachleute an, die von den nationalen Zentralbanken des Euroraums vorgeschlagen und von der EZB ernannt wurden.
- Die Öffentlichkeit konnte sich anschließend dazu äußern, wie sie diese sieben Themen findet: bei einer euroraumweiten Umfrage, die ein Meinungsforschungsunternehmen im Namen der EZB durchführte, und bei einer Online-Umfrage der EZB.
- Als Nächstes wählte der EZB-Rat zwei mögliche Themen für die künftigen Euro-Banknoten aus. Dabei berücksichtigte er die Umfrageergebnisse.
- Anschließend wählte der EZB-Rat Motive zur Veranschaulichung der Themenvorschläge aus. Entwickelt wurden diese von der Motivberatungsgruppe, einer von der EZB eingerichteten Expertengruppe.
- Entwicklung neuer Designs für die Euro-Banknoten
- Ein Design-Wettbewerb wurde eröffnet, für den sich alle Grafikdesignerinnen und -designer mit Wohnsitz in der Europäischen Union bewerben konnten. 25 Designerinnen und Designer wurden eingeladen, ihre Vorschläge für eines oder beide Themen einzureichen. Eine unabhängige Jury des Design-Wettbewerb wählte für jedes Thema die besten Entwürfe aus.
- Die Europäerinnen und Europäer können sich diesen Sommer in einer öffentlichen Online-Umfrage vom 23. Juli 2026 (16:30 Uhr MEZ) bis zum 21. September 2026 (23:59 Uhr MEZ) zu den Gestaltungsvorschlägen äußern.
- Wie die neuen Banknoten aussehen werden, entscheidet der EZB-Rat voraussichtlich Ende 2026.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website zu den künftigen Banknoten.
Frage 5: Warum fiel die Wahl auf „Europäische Kultur“ sowie „Flüsse und Vögel“ als mögliche Themen für die zukünftigen Banknoten?
Die Meinung der europäischen Bevölkerung spielt bei allen Schritten des Neugestaltungsprozesses eine wichtige Rolle. Daher wurden die Themen auf Grundlage der Ergebnisse der öffentlichen Umfragen (siehe Frage 11) und mithilfe einer unabhängigen Beratungsgruppe ausgewählt.
Bei unseren Umfragen kristallisierte sich heraus, dass die Bevölkerung folgende Themen klar favorisierte: „Europäische Kultur“, „Flüsse: Wasser des Lebens in Europa“ und „Vögel: frei, widerstandsfähig, inspirierend“. Uns ist wichtig, diese Vorlieben bestmöglich zu berücksichtigen. Daher beschloss der EZB-Rat, die zwei natur- und umweltinspirierten Themen unter dem Titel „Flüsse und Vögel“ zu verschmelzen. Somit haben es also diese zwei Themen in die nächste Runde geschafft: „Europäische Kultur“ sowie „Flüsse und Vögel“.
Frage 6: Wie wurden die Motive für die künftigen Banknoten ausgewählt?
Im Jahr 2024 beauftragte die EZB eine Gruppe unabhängiger Fachleute, Motive vorzuschlagen. Die Motive sollten die ausgewählten Themen bestmöglich repräsentieren. Die Mitglieder dieser Motivberatungsgruppe kennen sich sehr gut mit den Fachbereichen dieser beiden Themen aus. Auf der Grundlage der Empfehlungen der Gruppe und seiner eigenen Beratungen beschloss der EZB-Rat Anfang 2025, beide ausgewählten Themen samt einer Reihe von Motiven je Thema in den Design-Wettbewerb aufzunehmen.
Frage 7: Wie lief der Design-Wettbewerb zeitlich ab?
Der Wettbewerb bestand aus zwei Phasen:
- Zwischen dem 15. Juli 2025 und dem 18. August 2025 wurden Grafikdesignerinnen und -designer aufgefordert, sich zu bewerben. Aus allen Bewerbungen wurden 25 für die Teilnahme an der Gestaltungsphase ausgewählt.
- Die ausgewählten Designerinnen und Designer konnten ihre Vorschläge bis Ende April 2026 zur Bewertung durch die Jury des Design-Wettbewerbs einreichen. Die Jury wählte für jedes Thema die besten Designs aus. Der Wettbewerb war im Juni 2026 beendet.
Der EZB-Rat wird seine endgültige Entscheidung über das Design voraussichtlich Ende 2026 treffen.
Frage 8: Wer konnte am Design-Wettbewerb teilnehmen? Und wie?
An dem Wettbewerb teilnehmen konnten Grafikdesignerinnen und -designer mit Wohnsitz in der Europäischen Union, die die Zulassungskriterien erfüllten.
Frage 9: Welche Rolle spielt die Öffentlichkeit beim Neugestaltungsprozess?
Alle Bürgerinnen und Bürger können an der öffentlichen Online-Umfrage der EZB teilnehmen. Bei diesem Prozess ist es besonders wichtig, dass die Meinungen der Europäerinnen und Europäer in die Entscheidungen einbezogen werden.
Zu Beginn wurde eine qualitative Umfrage durchgeführt, um zu verstehen, was die Menschen von den möglichen Themen für künftige Euro-Banknoten halten. Im Sommer 2023 konnte sich die Öffentlichkeit an einer Online-Umfrage zu einer Vorauswahl von Themen beteiligen. Parallel dazu führte ein Meinungsforschungsunternehmen eine ähnliche Umfrage durch, um sicherzustellen, dass die Bevölkerung des Euroraums bestmöglich repräsentiert ist.
Nach Auswahl der Motive und Abschluss des Design-Wettbewerbs, bitten wir die Öffentlichkeit nun um ihre Meinung zu einer Vorauswahl von möglichen Designs.
Frage 10: Wann können die Bürgerinnen und Bürger an den öffentlichen Umfragen teilnehmen?
Die Online-Umfrage läuft vom 23. Juli 2026, 16:30 Uhr MEZ, bis zum 21. September 2026, 23:59 Uhr MEZ.
Parallel dazu führt ein unabhängiges Meinungsforschungsunternehmen eine repräsentative Umfrage durch. Zeitlich überschneidet sich diese Umfrage teilweise mit der Online-Umfrage. Dies soll dafür sorgen, dass die quantitative Erhebung trotz der in den Sommerferien möglicherweise schwierigeren Teilnehmergewinnung repräsentativ bleibt.
Frage 11: Wer kann an der Umfrage teilnehmen?
An der öffentlichen Online-Umfrage kann jede Person unabhängig von Alter, Staatsangehörigkeit, Wohnsitzland oder anderen Faktoren teilnehmen, sofern sie im Besitz eines Endgeräts mit aktiver Internetverbindung ist.
Damit alle Menschen in der Europäischen Union ihr Feedback abgeben können, ist die öffentliche Online-Umfrage in allen 24 Amtssprachen der EU verfügbar.
Frage 12: Kann eine Person mehr als einmal an der Umfrage teilnehmen?
Um das Risiko von Doppelerfassungen so gering wie möglich zu halten, wurde die Umfrage so konzipiert, dass die Angaben jeder teilnehmenden Person nur einmal berücksichtigt werden.
Frage 13: Warum kann ich die öffentliche Online-Umfrage nicht ausfüllen?
Sollten beim Ausfüllen der Online-Umfrage technische Schwierigkeiten auftreten, senden Sie bitte eine E-Mail an neweurobanknotes@ecb.europa.eu und beschreiben Sie das Problem, damit die Fachleute der EZB es prüfen und Ihnen weiterhelfen können.
Frage 14: Ist die öffentliche Online-Umfrage anonym?
Die Umfrage ist anonym, und die Privatsphäre der Teilnehmenden bleibt somit gewahrt. Die EZB erhebt keine personenbezogenen Daten wie Namen oder Kontaktdaten, anhand derer die Teilnehmenden direkt identifiziert werden können.
Am Ende der Umfrage werden zwar ein paar demografische Fragen gestellt, die Teilnehmenden können sich aber dafür entscheiden, keine Angaben zu machen und bei den entsprechenden Fragen die Option „ohne Angabe“ auswählen.
Alle erhobenen Daten werden aggregiert und ausschließlich dafür verwendet, das Feedback der Öffentlichkeit zu den möglichen künftigen Gestaltungsvorschlägen zu analysieren.
Frage 15: Warum werden in der öffentlichen Online-Umfrage die Designerinnen und Designer der einzelnen Gestaltungsvorschläge nicht genannt?
Die EZB hat die Gestaltungsvorschläge in den öffentlichen Umfragen pseudonymisiert, damit die Wirkung der Gestaltungsentwürfe im Fokus steht. Jeder Gestaltungsvorschlag ist mit einem Buchstaben (A bis J) gekennzeichnet, der jeweils nach dem Zufallsprinzip zugewiesen wurde. So soll sichergestellt werden, dass die Teilnehmenden nicht von Kriterien wie Staatsangehörigkeit oder Renommee des Designers bzw. der Designerin beeinflusst werden.
Frage 16: Wann werden die Ergebnisse der öffentlichen Online-Umfrage bekannt gegeben?
Der Bericht mit den Ergebnissen der öffentlichen Umfragen einschließlich des Feedbacks zu den einzelnen Gestaltungsvorschlägen wird veröffentlicht, nachdem der EZB-Rat Ende 2026 eine endgültige Entscheidung getroffen hat.
Frage 17: Wie wurden die Mitglieder der verschiedenen Expertengruppen ausgewählt?
Wir haben drei unabhängige Expertengruppen gebildet und sie damit beauftragt, uns in den einzelnen Phasen mit ihrer Expertise zu unterstützen: bei der Auswahl der Themen und Motive sowie bei der Bewertung der Gestaltungsvorschläge. Die Gruppen setzen sich aus Fachleuten aus ganz Europa zusammen. Damit ist sichergestellt, dass ein breites Spektrum an Fachwissen und Perspektiven abgedeckt ist. Die Expertise reicht von Design über Geschichte, Literatur und Kunst bis hin zu Wissenschaft und Forschung. Vorgeschlagen wurden die Expertinnen und Experten von den nationalen Zentralbanken des Euroraums, ernannt von der EZB.
Frage 18: Wann können wir die neu gestalteten Banknoten in den Händen halten?
Wenn die Designs der künftigen Euro-Banknoten feststehen, wird der EZB-Rat entscheiden, wann die neuen Banknoten hergestellt und ausgegeben werden sollen. Danach wird es noch ein paar Jahre dauern, bis die ersten neuen Euro-Banknoten ausgegeben werden und wir sie in den Händen halten können.
Auch bei der aktuellen Euro-Banknotenserie wurden die verschiedenen Stückelungen, also Banknoten mit unterschiedlichen Nennwerten, schrittweise über mehrere Jahre eingeführt. Derzeit steht noch nicht fest, wann und wie die neuen Euro-Banknoten in Umlauf gebracht werden.
Frage 19: Werden sich Material oder Größe der künftigen Banknoten ändern? Kommen neue Nennwerte hinzu?
Das Material unserer aktuellen Banknoten besteht aus Baumwollfasern. Dadurch sind sie besonders griffig und robust. Wir sind immer auf der Suche nach Möglichkeiten, unsere Banknoten haltbarer und umweltfreundlicher zu gestalten.
Voraussichtlich bleibt es bei den jetzigen Nennwerten: 5 €, 10 €, 20 €, 50 €, 100 € und 200 €. Auch bei Größe und Hauptfarben wird wahrscheinlich alles beim Alten bleiben. Das soll die Umstellung erleichtern und die Kosten für die Anpassung von Geräten zur Banknotenbearbeitung im Zaum halten.
Frage 20: Wer trifft die Entscheidung über das endgültige Design?
Das letzte Wort hat der EZB-Rat, wobei er das Feedback der europäischen Bevölkerung und der Expertengruppen in seine Entscheidung einbeziehen wird. Was der EZB-Rat in puncto neue Banknoten entschieden hat, wird dann auf der Website der EZB veröffentlicht.
Frage 21: Werden vulnerable Gruppen wie etwa Personen mit Sehbeeinträchtigung in die Neugestaltung einbezogen?
Die EZB und die nationalen Zentralbanken des Euroraums tauschen sich regelmäßig mit verschiedenen Interessengruppen aus. Ein Beispiel: Bei der Entwicklung der aktuellen Euro-Banknotenserie tauschten wir uns regelmäßig mit der Europäischen Blindenunion aus. Diese Konsultationen wurden seitdem fortgesetzt und sind Teil des gesamten Neugestaltungsprozesses.