Was ist Geldpolitik?

10. Juli 2015

Geldpolitik betrifft jene Entscheidungen von Zentralbanken, mit denen sie versuchen, die Kosten und die Verfügbarkeit von Geld in einer Volkswirtschaft zu beeinflussen.

Was den Euroraum betrifft, so sind die Leitzins-Beschlüsse unter normalen Umständen das wichtigste Instrument der Europäischen Zentralbank in dieser Hinsicht. Werden die Leitzinsen verändert, wirkt sich dies auf die Höhe der Zinssätze aus, zu denen Geschäftsbanken ihren Kunden Kredite gewähren. Mit anderen Worten: Leitzinsbeschlüsse beeinflussen die Verbraucherausgaben und Unternehmensinvestitionen. Im Fall der EZB besteht das geldpolitische Ziel in der Gewährleistung stabiler Preise. Folglich versucht sie, die Preissteigerungsrate mittelfristig unter, aber nahe 2 % zu halten. Dies dient der Unterstützung der allgemeinen Wirtschaftspolitik der EU, die auf Vollbeschäftigung und Wirtschaftswachstum abzielt.

In Zeiten anhaltend niedriger Inflation und niedriger Zinssätze können Zentralbanken auch geldpolitische Sondermaßnahmen (wie zum Beispiel Programme zum Ankauf von Vermögenswerten) ergreifen.