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  • PRESSEMITTEILUNG

Bulgarien führt den Euro ein

1. Januar 2026

  • Euro-Banknoten und -Münzen werden in Bulgarien in Umlauf gebracht
  • Bulgarische Nationalbank tritt dem Eurosystem bei
  • Bulgarien wird 21. Mitgliedsland des Euroraums
  • Nach Phase der engen Zusammenarbeit ist bulgarische Zentralbank nun Vollmitglied des SSM

Heute ist der Euro in Bulgarien in Umlauf gebracht worden. Somit verwenden jetzt 21 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) die gemeinsame europäische Währung. Dies folgt auf den formalen Beschluss vom Juli, in dem auch der offizielle Umrechnungskurs von 1,95583 bulgarischen Lewa je 1 EUR bekannt gegeben wurde.

„Ich heiße Bulgarien in der Euro-Familie und Präsident Radev im EZB-Rat herzlich willkommen“, so EZB-Präsidentin Christine Lagarde. „Der Euro ist ein starkes Symbol: Für das, was Europa erreichen kann, wenn wir zusammenarbeiten. Und für unsere gemeinsamen Werte und unsere gemeinsame Stärke, die wir in der aktuellen Situation der globalen geopolitischen Unsicherheit entgegensetzen können.“

Die EZB würdigte zudem den historischen Meilenstein der offiziellen Einführung des Euro durch Bulgarien mit der Illuminierung ihres Hauptgebäudes in Frankfurt. Dies diente als Symbol für die Integration und Einheit von 358 Millionen Europäerinnen und Europäern, die den Euro als Währung verwenden.

Mit dem Beitritt Bulgariens zum Euroraum wird die nationale Zentralbank des Landes, die Българска народна банка (Bulgarische Nationalbank), Teil des Eurosystems. Außerdem erhält ihr Präsident einen Sitz im EZB-Rat.

Die Bulgarische Nationalbank wird zudem Vollmitglied des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism – SSM). Eine enge Zusammenarbeit war bereits im Oktober 2020 aufgenommen worden. Derzeit beaufsichtigt die EZB in Bulgarien vier bedeutende Institute direkt und 17 weniger bedeutende Institute indirekt. Zu den Aufsichtsaufgaben der EZB zählen u. a. die Vergabe von Bankzulassungen und die Beurteilung von Käufern qualifizierter Beteiligungen für alle Banken. Im Aufsichtsgremium der EZB wird die Bulgarische Nationalbank bereits durch einen Vertreter repräsentiert.

Die Bulgarische Nationalbank hat den Restbetrag ihres Anteils am Kapital der EZB eingezahlt und der EZB ihren Beitrag zu den Währungsreserven der EZB übertragen. Die bulgarischen Geschäftspartner des Eurosystems können nun an den Offenmarktgeschäften der EZB teilnehmen, die nach dem 1. Januar 2026 angekündigt werden. Ein Verzeichnis der mindestreservepflichtigen Kreditinstitute und Zweigstellen von Kreditinstituten in Bulgarien wird in Kürze auf der Website der EZB veröffentlicht. Zudem werden Verzeichnisse von Zweigstellen bulgarischer Kreditinstitute veröffentlicht, die in anderen Euro-Ländern ansässig sind. Am 13. Oktober 2025 gab die EZB Übergangsbestimmungen für die Mindestreservepflicht bekannt. In Bulgarien befindliche Vermögenswerte, die die entsprechenden Anforderungen erfüllen, werden in das Verzeichnis der notenbankfähigen Sicherheiten des Euroraums aufgenommen.

Ab heute nimmt der bulgarische Markt auch an den TARGET-Diensten des Eurosystems teil, die den freien Fluss von Bargeld, Wertpapieren und Sicherheiten in ganz Europa gewährleisten. Bei diesen Diensten handelt es sich um T2 (für die Abwicklung von Zahlungen), T2S (für die Abwicklung von Wertpapiertransaktionen), TIPS (für die Abwicklung von Sofortzahlungen) und ECMS (für die Sicherheitenverwaltung für Kreditgeschäfte des Eurosystems). Eine Abwicklung in Euro in T2S und TIPS ist für den bulgarischen Markt seit 2023 bzw. 2024 möglich. Die Migration der bulgarischen Geschäftspartner verlief reibungslos, und alle Dienste sind nun aktiv.

Ab heute tritt die geänderte Rotation der Stimmrechte im EZB-Rat in Kraft, die diesem Kalender zu entnehmen ist.

Kontakt für Medienanfragen Benoit Deeg, Tel.: +49 172 168 3704.

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