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Ansprache anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Die Sprache des Geldes“ und der „Euro-Ausstellung“ im Museum für Kommunikation in Frankfurt am Main

Rede von Jean-Claude Trichet, Präsident der EZB,
Frankfurt am Main, 10. März 2010

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste,

heute feiern wir hier im Museum für Kommunikation in Frankfurt die Eröffnung von zwei Ausstellungen. Als Schirmherr der Ausstellung „Die Sprache des Geldes“ ist es mir natürlich eine besondere Ehre, diese zu eröffnen. Ich freue mich auch sehr, den Anwesenden und der Öffentlichkeit die Euro-Ausstellung der Europäischen Zentralbank präsentieren zu dürfen. Die beiden Ausstellungen widmen sich ähnlichen Themen und ergänzen einander, und wie Sie sich vorstellen können, ist dieses Thema für mich als Zentralbanker äußerst interessant! Gegenstand der aufschlussreichen Ausstellungen sind die Geschichte und die Funktionen des Geldes sowie die Rolle, die es in unserem Leben spielt.

Ganz gleich, welcher Sprache wir uns bedienen – Geld spielt zweifelsohne eine wichtige Rolle in der Kommunikation; direkt oder indirekt gibt es Auskunft über unsere Gesellschaft, unseren Status und unsere Werte. Diesem Thema widmet sich die Ausstellung „Die Sprache des Geldes“.

Es versteht sich von selbst, dass ich mich sehr für die Sprache des Geldes und insbesondere für jene des Euro interessiere. Der Euro soll die kulturellen Gemeinsamkeiten, die Vielfalt, Geschichte sowie Zukunft Europas verkörpern. Und tatsächlich verleiht er diesen Aspekten mit den architektonischen Motiven auf unseren Banknoten und den kulturellen Symbolen auf den nationalen Seiten unserer Münzen Ausdruck.

Betrachten wir beispielsweise den Namen unserer Währung: Euro. Bei der Namensfindung wurde ganz bewusst darauf geachtet, dass die Bezeichnung der Währung keine Sprache bevorzugt, sondern vielmehr von Europa kündet. Und so wurde unser Wortschatz bereichert: „Euro“ – ein neues Wort für eine neue europäische Währung. Mittlerweile ist uns dieses ehemals neue Wort natürlich sehr vertraut, und der Euro ist für die 330 Millionen europäischen Bürgerinnen und Bürger, die die einheitliche Währung in ihrem Alltag verwenden, zu einem der deutlich sichtbarsten Symbole Europas geworden.

In der Zeit seit der Schaffung des Euro hat sich gezeigt, dass der gemeinsamen Währung bei der immer enger werdenden Verbindung zwischen den Völkern Europas eine sehr wichtige Rolle zukommt. Die Anzahl der Länder, die an der Wirtschafts- und Währungsunion teilnehmen, ist über die Jahre gestiegen, und heute ist der Euro in 16 Mitgliedstaaten der Europäischen Union das offizielle Zahlungsmittel. Er wird in einem Gebiet verwendet, das sich von Zypern bis Irland und von Portugal bis Finnland erstreckt.

Die einheitliche Währung ist über die Grenzen Europas hinaus anerkannt. Auch auf internationaler Ebene vertrauen die Menschen dem Euro als Währung. Und dieses Vertrauen ist von entscheidender Bedeutung.

Ich sprach eben bereits davon, dass der Euro sowohl von kulturellen Gemeinsamkeiten als auch von Vielfalt kündet. Veranschaulicht wird dies in der Euro-Ausstellung der Europäischen Zentralbank, die ebenfalls hier zu sehen ist. Bevor die Ausstellung nach Frankfurt kam, fand sie bereits in Berlin – im Partnermuseum des Frankfurter Museums für Kommunikation – sehr guten Anklang.

Beim Rundgang durch die Euro-Ausstellung werden Sie sicherlich die Brücken wiedererkennen, die auch auf der Rückseite der Euro-Banknoten abgebildet sind. Diese architektonischen Elemente stehen für die Kommunikation zwischen den Völkern Europas sowie zwischen Europa und der übrigen Welt. Zudem repräsentieren sie die Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft und stehen für die Zukunft Europas. Wenn Sie die nationalen Seiten der Euro-Münzen betrachten, werden Sie sehen, was ich meinte, als ich von Vielfalt sprach, denn die dort abgebildeten Motive zeugen vom nationalen Erbe und der nationalen Kultur der einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

In der Euro-Ausstellung haben Besucher die Möglichkeit, unsere Währung – den Euro – besser kennenzulernen. Interaktiv können sie mehr über verschiedene Themen erfahren, die von der Geschichte des Geldes bis zur Herstellung von Euro-Banknoten reichen. Ferner wird gezeigt, wie sich die Sicherheitsmerkmale der Euro‑Banknoten überprüfen lassen.

Und da der Euro die Währung aller Einwohner des Eurogebiets, die Währung von Jung und Alt ist, richtet sich die Euro-Ausstellung auch an die jüngere Generation: Im Kinderbereich können Kinder Computerlernspiele spielen, mithilfe von Touchscreens mehr über die Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten erfahren oder in der Geschichte von Anna und Alex miterleben, wie diese einem Geldfälscher auf die Schliche kommen. Wenn Sie also Kinder haben, bietet sich hier die Gelegenheit, diese auf unterhaltsame Weise mit dem Euro vertraut zu machen.

Abschließend möchte ich Frau Dr. Kugler, Herrn Dr. Gold und ihren Mitarbeitern meinen Dank für die gute Zusammenarbeit und diesen gelungenen Abend aussprechen. Die Europäische Zentralbank unterstützt ausdrücklich Aktivitäten, die der Öffentlichkeit Wirtschafts- und Finanzthemen näherbringen, und unsere Partner haben einen erheblichen Beitrag hierzu geleistet – ein herzliches Dankeschön an Sie alle!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste, gerne eröffne ich hiermit die beiden Ausstellungen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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