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Rede anlässlich der Eröffnung der Euro-Ausstellung im Museum für Kommunikation Berlin

José Manuel González-Páramo, Mitglied des Direktoriums der EZB,
Berlin, 19. November 2009

Exzellenzen, meine Damen und Herren Abgeordneten, sehr verehrte Gäste, es ist mir eine große Freude, hier in Berlin, in diesem prächtigen Gebäude des Museums für Kommunikation, die Euro‑Ausstellung eröffnen zu dürfen. Ich danke dem Museum für Kommunikation für die produktive Zusammenarbeit mit der Europäischen Zentralbank, die es uns ermöglicht, unsere Euro-Ausstellung hier zu präsentieren.

Dieses Jahr feiern wir das zehnjährige Bestehen des Euro. Blicken wir nun auf die kurze, aber denkwürdige Geschichte unserer gemeinsamen Währung zurück. Am 1. Januar 1999 begann die dritte Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion mit der unwiderruflichen Festlegung der Wechselkurse der Währungen der 11 Mitgliedstaaten, die anfangs das Euro-Währungsgebiet bildeten. Die Anzahl der Mitgliedsländer der Wirtschafts- und Währungsunion ist mit den Jahren gestiegen. Heute sind die Euro-Banknoten und -Münzen in 16 der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union gesetzliches Zahlungsmittel und werden täglich von fast 330 Millionen Menschen im Euroraum genutzt. Die einheitliche Währung wird in einem Gebiet verwendet, das sich von Zypern bis Irland und von Portugal bis Finnland erstreckt.

Dieses Jahr feiern wir noch einen anderen Jahrestag. Vor zwanzig Jahren kam der Prozess der Wiedervereinigung Deutschlands in Gang. Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Stadt Berlin selbst einen besonderen Platz in der deutschen und europäischen Geschichte einnimmt. Bei der Herausbildung einer nationalen Identität kann die Währung eine bedeutende Rolle spielen, und die D‑Mark ist eines der stärksten Symbole der Wiedervereinigung Deutschlands. Die Grundlagen für die politische Zusammenführung wurden durch den Vertrag zur Schaffung der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion gelegt, der am 1. Juli 1990 in Kraft trat und den Umtausch der Ostmark in die hoch angesehene D‑Mark ermöglichte.

Heutzutage prägt der Euro die europäische Identität. Für viele wurde er erst dann Realität, als die ersten Euro-Banknoten und -Münzen am 1. Januar 2002 in Umlauf gebracht wurden und nationale Währungen wie die D-Mark ersetzten. Seit acht Jahren nutzen wir nun schon die einheitliche Währung in unserem Alltag. Einst komplexe Transaktionen sind heute ganz einfach: Überweisungen innerhalb des Euroraums können mühelos getätigt werden, und der Geldumtausch entfällt ganz. Als Verbraucher können wir überall im Euro-Währungsgebiet mit Bargeld, Karten oder einfach per Mausklick bezahlen.

Auf internationaler Ebene ist der Euro nun als bedeutende Währung weithin anerkannt. In Europa und darüber hinaus sind rund 12,5 Milliarden Euro-Banknoten mit einem Nennwert von mehr als 750 Milliarden € im Umlauf. Die Errungenschaften der letzten zehn Jahre erfüllen uns mit Freude, und wir sehen den kommenden Jahrestagen zuversichtlich entgegen.

Die Euro-Ausstellung, die wir heute hier in Berlin eröffnen, bietet eine Gelegenheit, mehr über das Euro-Bargeld zu erfahren. Die Themen reichen von der Geschichte des Geldes bis hin zur Herstellung von Euro-Banknoten. Die Besucher können mithilfe interaktiver Darstellungen die verschiedenen Merkmale der Euro‑Banknoten und -Münzen kennenlernen. Sie erfahren zudem, wie die Sicherheitsmerkmale der Euro‑Banknoten zu prüfen sind, und haben die Möglichkeit, gefälschte Banknoten in Augenschein zu nehmen. In wenigen Minuten wird Ihnen ein Banknoten-Experte der EZB veranschaulichen, wie Sie echte Euro‑Banknoten erkennen können und wie leicht es ist, diese von Falschgeld zu unterscheiden.

Da der Euro die Währung aller Bürgerinnen und Bürger im Euroraum ist, haben wir in unserer Ausstellung auch an die jüngeren Generationen gedacht und Materialien entwickelt, die auf der Erkenntnis basieren, dass es unterschiedliche Möglichkeiten des Wissenserwerbs und der Informationsvermittlung gibt. Kinder können Computerlernspiele ausprobieren, mithilfe interaktiver Darstellungen die Merkmale der Euro-Banknoten besser kennenlernen oder die Geschichte von Anna und Alex gegen die Geldfälscher mitverfolgen. Wenn Sie Kinder haben, dann sorgen Sie doch dafür, dass diese nicht die Chance verpassen, auf unterhaltsame und vergnügliche Weise mehr über den Euro zu erfahren.

Beim Rundgang durch die Ausstellung werden Sie zweifellos die Fenster und Tore wiedererkennen, die „Zeitalter und Stile in Europa“ repräsentieren. Dieses Gestaltungsmerkmal wurde unseren Euro-Banknoten entnommen, auf deren Vorderseite Fenster und auf deren Rückseite Brücken abgebildet sind. Diese Elemente stehen für die Kommunikation und die Verbindung zwischen den Menschen in Europa und der übrigen Welt. Brücken stellen ein Bindeglied zwischen dem Vergangenen und dem Kommenden dar und sind ein Symbol für die Zukunft Europas. Es gibt wohl kaum einen besseren Zeitpunkt oder Ort, um über Kommunikation, Verbindendes und die Zukunft Europas zu sprechen, als jetzt, kurz nach dem 20. Jahrestag des Mauerfalls, hier im Museum für Kommunikation Berlin.

Die Euro-Ausstellung ist weit gereist und war bereits in Bratislava – anlässlich der Euro-Bargeldumstellung in der Slowakei – sowie in Barcelona und Rom zu sehen. Nach dem Aufenthalt in Berlin wird sie in anderen Ländern Europas, wie zum Beispiel Estland, Luxemburg, Polen und Griechenland, präsentiert werden. Die Ausstellung wird kommendes Jahr auch im Museum für Kommunikation Frankfurt zu Gast sein. Die EZB begrüßt die Mitarbeit aller Partner, die dazu beitragen, die Öffentlichkeit besser mit dem Euro, unserer Währung, vertraut zu machen. Ich danke Ihnen, Frau Dr. Kugler, und Ihrem Team dafür, dass Sie die heutige Veranstaltung ermöglicht haben.

Meine Damen, meine Herren, verehrte Gäste! Gerne eröffne ich hiermit diese Ausstellung.

Vielen Dank.

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Europäische Zentralbank

Generaldirektion Kommunikation

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