Konferenz der Euro-2002-Informationskampagne

der EURO. UNSER Geld Rede von Professor Otmar Issing, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank, anlässlich der von der Oesterreichischen Nationalbank veranstalteten Konferenz, am 29. Juni 2001 im Palais Ferstel in Wien

Ich danke Ihnen sehr für die Einladung, an dieser Konferenz der Euro-2002-Informationskampagne teilzunehmen, die von der Oesterreichischen Nationalbank an diesem ausgesprochen schönen Ort - dem Palais Ferstel - ausgerichtet wird Es ist die sechste in einer Reihe von Konferenzen im Jahr 2001 zum Thema Umstellung auf das Euro-Bargeld. Als Organisatoren und Gastgeber dieser Konferenzen fungieren die nationalen Zentralbanken der zwölf Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets. Gleichartige Konferenzen haben bereits stattgefunden: in Brüssel, in Madrid, in Lissabon, in Frankfurt und in Dublin. Die nächste Konferenz wird am 3. Juli von der Banque centrale du Luxembourg veranstaltet werden. Der Zweck dieser Konferenzen besteht darin, allen Bürgern die Bargeldumstellung zum Jahresbeginn 2002 ins Bewusstsein zu rufen und sie darauf vorzubereiten. Bei dieser Gelegenheit werden auch die wichtigsten Beteiligten am Prozess der Euro-Bargeldumstellung auf nationaler wie auf europäischer Ebene zusammenkommen.

Sie haben es sicher schon bemerkt: Je näher der "EUR -Day" - der Tag der Einführung der Euro-Banknoten und -Münzen am 1. Januar 2002 - rückt, desto intensiver wird die Euro-2002-Informationskampagne, die Kampagne der Europäischen Zentralbank (EZB) und der 12 nationalen Zentralbanken des Euroraums, zur Einführung der Euro-Banknoten und -Münzen.

1. Vorzeitige Abgabe und Weitergabe von Euro-Banknoten und -Münzen

Die Einführung der Euro-Banknoten und -Münzen stellt für alle Beteiligten eine beispiellose Herausforderung dar, m. E. die größte logistische Herausforderung in Friedenszeiten: 14,25 Milliarden Banknoten und etwa 50 Milliarden Münzen sind zu produzieren und je nach Bedarf in Umlauf zu bringen. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird gemeinsam mit den nationalen Zentralbanken des Eurogebiets dazu beitragen, diesen Vorgang so reibungslos wie möglich zu gestalten. Die EZB hat deshalb beschlossen, ab dem 1. September 2001 das "Frontloading" und "Sub-Frontloading" von Euro-Banknoten und -Münzen zu beginnen. Frontloading ist die vorzeitige Verteilung von Euro-Banknoten und -Münzen an Kreditinstitute, die Geschäftspartner für geldpolitische Operationen innerhalb des Eurosystems (bestehend aus der EZB und den nationalen Zentralbanken des Eurogebiets) sind. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen Kreditinstitute Euro-Banknoten und -Münzen an professionelle Bargeldverwender wie beispielsweise Einzelhandelsbetriebe, Werttransportunternehmen oder die Automatenindustrie weitergeben (Sub-Frontloading).

Wenn wir über die Euro-Bargeldumstellung sprechen, sollten wir nicht vergessen, dass auch hier die Prinzipien der Subsidiarität und Dezentralität gelten. Zwar hat sich die EZB für bestimmte Prinzipien und Praktiken ausgesprochen, um für gleiche Bedingungen im Wettbewerb zu sorgen; doch um vollständige und detaillierte Informationen zu erhalten, müssen wir die Planung der einzelnen Länder für die Umstellung betrachten. Alle Länder haben die Notwendigkeit anerkannt, Banken schon vor dem 1. Januar 2002 sowohl mit Euro-Banknoten als auch mit Euro-Münzen auszustatten. Dies ist eine Grundvoraussetzung für eine reibungslose und rasche Umstellung.

Jeder nationalen Zentralbank steht es jedoch frei, das Datum (nach dem 1. September 2001) festzusetzen, an dem das Frontloading und Sub-Frontloading auf nationaler Ebene beginnen kann, um den jeweiligen nationalen Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Die für das Frontloading und Sub-Frontloading vorgesehene Zeit kann sich je nach Zielgruppe unterscheiden. Die Vorlaufzeit für das Frontloading wird weitgehend davon abhängen, wie die einzelnen Teilnehmerstaaten die Durchführung der Umstellung geplant haben und über welche logistische Infrastruktur sie verfügen.

Der ECOFIN-Rat hat die vorzeitige Bereitstellung von Euro-Münzen für die breite Öffentlichkeit ab Mitte Dezember 2001 genehmigt. Die meisten Teilnehmerländer haben bereits beschlossen, diese Möglichkeit wahrzunehmen. In Österreich können die Bürger ab dem 15. Dezember 2001 die so genannten "Startpakete" mit Euro-Münzen im Wert von ATS 200 erhalten. Die vorzeitige Abgabe von Euro-Banknoten an die breite Öffentlichkeit wurde ausgeschlossen, um das Fälschungsrisiko zu begrenzen. Eine vorgezogene Verteilung von Banknoten würde zudem zu Unsicherheiten in der Bevölkerung führen. Außerdem besteht weniger Bedarf an vorzeitig ausgegebenen Banknoten, da es - anders als bei den Münzen - bewährte Verteilungswege (wie z.B. Geldausgabeautomaten) gibt. In jedem Fall sind Maßnahmen getroffen worden, damit in den ersten Tagen nach der Umstellung keine Engpässe bei den Euro-Banknoten entstehen.

Die EZB und die nationalen Zentralbanken befassen sich selbstverständlich auch mit der Euro-Bargeldumstellung außerhalb des Eurogebiets. Bekanntlich kursieren von den Zentralbanken der Länder des Euroraums ausgegebene Banknoten in großen Mengen in Ländern außerhalb des Eurogebiets, vor allem in den künftigen Beitrittsländern und in Südosteuropa. Die Bürger dieser Länder sollten wissen, dass bereits Maßnahmen beschlossen wurden bzw. derzeit geprüft werden, um den Umtausch dieser Banknoten in Euro zu erleichtern. In zwei bei der EZB durchgeführten Seminaren für die Zentralbanken der EU-Beitrittskandidaten bzw. der Nachbarländer des Eurogebiets wurden die ersten Schritte zur Koordinierung solcher Maßnahmen getan. Weitere Schritte sind geplant, um den Prozess des Umtauschs in Ländern außerhalb des Euroraums zu erleichtern. Die Zentralbanken dieser Länder sind hierbei unsere natürlichen Partner.

2. Die Euro-2002-Informationskampagne

Der breiten Öffentlichkeit ist nicht immer bewusst, dass der Euro als Währung bereits seit dem 1. Januar 1999 existiert. Der Euro ist schon jetzt UNSER Geld. Wenn wir also etwas bar mit den altbekannten Banknoten bezahlen, zahlen wir tatsächlich bereits in Euro. Nur wegen der langwierigen Vorbereitungen, die für die Produktion der künftigen, dem neuesten Stand der Technik entsprechenden Euro-Banknoten und -Münzen erforderlich sind, müssen wir noch die bisherigen nationalen Banknoten verwenden. Diese erfüllen seit Beginn der Währungsunion sozusagen nur noch eine Stellvertreterfunktion. Dies ist vor allem psychologisch gesehen ein Nachteil, der erst am 1. Januar 2002 überwunden wird. Mit den Euro-Banknoten und -Münzen wird man im gesamten Eurogebiet problemlos bezahlen können; sie werden uns das Leben erleichtern und ein sichtbarer Beweis dafür sein, dass wir, die 300 Millionen Bürger des Eurogebiets, eine einheitliche Währung haben.

Die Einführung des Euro-Bargeldes ist jedoch auch insofern von weitreichender psychologischer Bedeutung, als es heißt, endgültig Abschied zu nehmen von den gewohnten nationalen Banknoten und Münzen. Der Österreichische Schilling ist - wie all die anderen nationalen Währungen - Geschichte, wenn er schließlich auch physisch aus dem täglichen Leben verschwunden sein wird.

Der Abschied wird umso leichter fallen, je größer die Erwartung, die Gewissheit verbreitet ist, gutes Geld gegen gutes Geld einzutauschen. Sobald die vertrauten Banknoten nicht mehr im Umlauf sind und die Bürger den Euro in Händen haben, wird das für eine Währung entscheidende Merkmal noch stärker in den Vordergrund drängen und das Bewusstsein prägen: Können wir in dieses Geld, den Euro, Vertrauen haben - Vertrauen in seine Stabilität, Vertrauen in seine langfristig stabile Kaufkraft?

Der Euro, unsere Währung, wird eine stabile Währung sein. Sie werden sich fragen, wie kommt ein Vertreter der EZB zu dieser Aussage, wenn doch zur Zeit die Inflationsrate - im Mai 2001 3,4 % für den Euroraum - deutlich über der von der Notenbank selbst vorgegebenen Definition von Preisstabilität liegt. Es ist weder Zeit noch Ort im einzelnen auf diese so wichtige Frage einzugehen. Ich will mich auf das Wesentliche konzentrieren:

Dieser Preisanstieg, der entscheidend von Faktoren beeinflusst ist - Öl, Nahrungsmittel -, die außerhalb des Wirkungsbereichs der Geldpolitik liegen, macht uns besorgt. Wir werden alles unternehmen, um die Preissteigerungsrate auf mittlere Sicht deutlich zurückzuführen. Auch wenn dieser Prozess länger dauern wird als wir dies gerne sähen, gibt es jedoch guten Grund zu erwarten, dass die Inflationsrate für den Euroraum im Laufe des nächsten Jahres wieder unter zwei Prozent liegen wird.

Die Finanzmärkte, und das heißt Investoren aus aller Welt, teilen unsere Überzeugung. Die niedrigen langfristigen Nominalzinsen ebenso wie die laufend ermittelten Inflationserwartungen bestätigen diese Einschätzung. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Preisentwicklung und der Schwäche des Außenwertes des Euro kann dies als eine bemerkenswerte Errungenschaft für eine neue Währung und die dahinterstehende junge Notenbank gelten, die freilich auf dem Kapital aufbauen konnte, das ihr die nationalen Notenbanken mit ihrer Stabilitätspolitik hinterlassen haben.

Für das Vertrauen der Investoren in den Euro und die EZB gibt es einen hervorragenden Grund. Das im Maastricht-Vertrag verankerte Statut verpflichtet die EZB in ihrem Mandat auf die Preisstabilität als vorrangiges Ziel. Es verleiht dem EZB-Rat die für eine auf Preisstabilität ausgerichtete Politik notwendige Unabhängigkeit. Für alle Ratschläge, "Zurufe", den Vorrang der Preisstabilität zu vernachlässigen, haben wir taube Ohren - aus verfassungsmäßiger Verpflichtung ebenso wie aus innerer Überzeugung von der wirtschaftlich wie gesellschaftlich herausragenden Bedeutung der Geldwertstabilität. Die ersten zweieinhalb Jahre Geldpolitik für den Euroraum bestätigen, dass wir mit unserer stabilitätsorientierten Zwei-Säulen-Strategie gut gerüstet sind und mit einem modernen geldpolitischen Instrumentarium unsere Absichten auch effizient umsetzen können.

Für den Erfolg der Einführung unserer neuen Währung ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir unser Bestes tun, damit die Euro-Banknoten und Münzen von den Bürgern gut angenommen werden. Wie rasch die breite Öffentlichkeit sie akzeptiert, wird in hohem Maß von unserer Fähigkeit zur Kommunikation mit "unserer" Bevölkerung über "unser" Geld abhängen. Wenn uns dies gelingt, werden wir auch einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Europäer davon zu überzeugen, dass Europa keine abstrakte oder vage Idee ist, sondern etwas Reales, etwas Lebendiges. Der Erfolg der Euro-Bargeldumstellung wird weitgehend von den Informationen abhängen, die die Bürger des Euroraums über ihr neues Geld erhalten. Sie werden der Bevölkerung dabei helfen, die Bargeldumstellung zu bewältigen und sich an eine Stückelung zu gewöhnen, die sich teilweise von der gewohnten unterscheidet.

In diesem Zusammenhang sind die beiden folgenden Punkte von Bedeutung:

  • die Zusammenarbeit aller direkt beteiligten Unternehmen - wie Banken, Einzelhandelsbetriebe, Werttransportunternehmen oder Automatenbetreiber - und

  • die rasche Akzeptanz des neuen Bargelds in der Öffentlichkeit.

Zu diesem Zweck hat der EZB-Rat die Informationskampagne initiiert. Sie ist mit einem Budget von 80 Mio. EUR ausgestattet. Wir werden von der PR-Agentur Publicis unterstützt, die wir für die Zusammenarbeit bei diesem wichtigen Projekt ausgewählt haben; die nationalen Zentralbanken des Euro-Währungsgebiets führen die Informationskampagne dezentral durch.

Unsere Kampagne wendet sich an alle Benutzer der Euro-Banknoten und Münzen. Hierzu gehören auch Benutzer aus Ländern außerhalb des Eurogebiets, zum Beispiel Touristen, Geschäftsreisende und Staatsangehörige von Ländern, in denen die Euro-Banknoten und -Münzen als Parallelwährung weit verbreitet sein werden. Um eine so breite Öffentlichkeit zu erreichen, bedient sich die Informationskampagne relevanter Gruppen oder Institutionen als Partner bzw. "Multiplikatoren". In diesem Zusammenhang sind Banken, Einzelhandel, Bildungseinrichtungen, die Tourismusbranche und die Medien zu nennen.

An dieser Stelle möchte ich die entscheidende Rolle hervorheben, die den Partnern, insbesondere den Partnern der Euro-2002-Informationskampagne in Österreich, zukommt. Sie tragen alle zum Erfolg der Kampagne bei, indem sie Informationen über Euro-Banknoten und -Münzen an ihre Mitarbeiter, Kunden und andere Zielgruppen weitergeben.

Nicht zu vergessen sind die Medien, die in der Kampagne eine wichtige Rolle spielen. Wir haben sechs verschiedene Pressemappen entwickelt, die im Laufe des Jahres 2001 an 3000 Vertreter der Medien innerhalb und auch außerhalb des Eurogebiets verteilt werden. Die dritte Pressemappe, €-200 bzw. noch 200 Tage bis zum €-Day, befasst sich mit der Produktion von Euro-Banknoten und -Münzen und ist soeben veröffentlicht worden. Diese Pressemappe ist heute auch hier erhältlich. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir darüber hinaus im Rahmen der Kampagne Kindern sowie benachteiligten Gruppen, die spezifische Informationen und Schulungen benötigen und erhalten.

Unsere Informationskampagne wird mit anderen Kampagnen von nationalen Behörden und der Europäischen Kommission koordiniert. Man könnte sie als eine "spezialisierte" Kampagne bezeichnen. Ihre Botschaft konzentriert sich auf vier Hauptthemen:

  • das detaillierte Erscheinungsbild der Banknoten und Münzen,

  • ihre wichtigsten Sicherheitsmerkmale,

  • die Stückelung der Euro-Banknoten und -Münzen sowie

  • die Modalitäten der Umstellung.

Ich möchte betonen, dass sich die Koordination der Kampagnen in Österreich besonders gut angelassen hat, dies gilt insbesondere für die "Euro Initiative" der österreichischen Regierung.

Mir ist nicht entgangen, dass an dieser Konferenz Vertreter von Unternehmen teilnehmen, die an der Euro-Bargeldumstellung beteiligt sind. Ich möchte Ihnen allen danken - für Ihre großen Anstrengungen, Ihr Verständnis und Ihre Mitarbeit bei der Verwirklichung dieses besonderen historischen Augenblicks.

Die Vorbereitung für unsere Informationskampagne - insbesondere unsere Mitteilungen an die Medien und unsere Zusammenarbeit mit Partnern - hat schon vor Monaten begonnen. Die Werbekampagne selbst, deren Schwerpunkt die Details der Euro-Banknoten und -Münzen sind, sollte jedoch nicht zu früh beginnen. Es wäre sehr schwierig und kostspielig, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit über einen langen Zeitraum aufrechterhalten zu wollen. Zudem werden die Euro-Banknoten und -Münzen mit hochmodernen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet, die für die Bürger in vielen Ländern des Eurogebiets neu sein werden. Um das Fälschungsrisiko zu begrenzen, sollten die Sicherheitsmerkmale und andere Details der Euro-Banknoten nicht zu früh bekannt gemacht werden. Die EZB wird der Öffentlichkeit das Erscheinungsbild und die Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten im Rahmen einer Pressekonferenz am 30. August 2001 in Frankfurt vorstellen, kurz vor der vorzeitigen Verteilung von Euro-Banknoten an die Banken am 1. September 2001. Diese Informationen werden weltweit über die Website der Euro-2002-Informationskampgane verfügbar sein.

Am 1. März d. J. wurden die Medien über den Slogan unserer Kampagne informiert. Er lautet "der EURO. UNSER Geld". Der Slogan wurde für alle Teile der Kampagne gewählt, insbesondere für die Anzeigen und Werbespots, die für den Herbst dieses Jahres und den Anfang des Jahres 2002 entwickelt werden.

In Einklang mit der eben umrissenen Kommunikationsstrategie wird die Informationskampagne - insbesondere via Massenmedien - während der letzten Monate dieses Jahres und der ersten Wochen des kommenden Jahres im Blickfeld der Öffentlichkeit stehen. Die Verbreitung der Informationen wird in den ersten Wochen des Jahres 2002 fortgesetzt werden, wenn die Umstellung vollzogen wird und die Bürger die Euro-Banknoten und -Münzen in ihrem Portemonnaie haben. Dann wird die Öffentlichkeit am besten in der Lage sein, die vermittelten Informationen zu verstehen und aufzunehmen.

Mir ist durchaus bewusst, dass in der Bevölkerung des Euroraums zuweilen noch der Eindruck mangelnder Information über die Einführung der Euro-Banknoten und -Münzen herrscht. Dennoch möchte ich betonen, dass sich die Bürger des Euroraums darauf verlassen können, im richtigen Augenblick detaillierte Informationen in ausreichendem Umfang zu erhalten.

Auch wenn ich mich wiederhole: Am 1. Januar 2002 führen wir nicht den Euro ein. Der Euro ist bereits seit dem 1. Januar 1999 UNSER Geld. Was wir tun werden, ist den Euro auch in Form von Euro-Banknoten und -Münzen einführen.

Zum Schluss noch einige Anmerkungen zur EZB. Die im historischen Kontext noch sehr junge Notenbank ist mit schwierigen und komplexen Aufgaben betraut, die geldpolitische Operationen, Statistik, Zahlungssysteme, Rechtsfragen und vieles mehr umfassen. Ihre wichtigste Aufgabe ist es jedoch, die Stabilität des Euro, seine Kaufkraft, zu erhalten. Mit den Euro-Banknoten und -Münzen werden die 300 Millionen Bürger des Eurogebietes in allen 12 Mitgliedstaaten auch besser als bisher die EZB als ihre Notenbank identifizieren.

Ich habe eingangs von der Einführung des Euro-Bargelds als größter logistischen Herausforderung in Friedenszeiten gesprochen. Teile der Medien werden jede auch noch so kleine Panne bei der Ausgabe der Noten und Münzen aufgreifen und dramatisieren. Trotzdem bin ich mir sicher: Am Ende wird nach der alles in allem problemlosen Einführung des Euro im Januar 1999 auch dieser Schritt gelingen und die Skeptiker Lügen strafen.

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