PRESSEMITTEILUNG

Geldpolitische Beschlüsse

27. April 2000

Nach der regelmäßigen Beurteilung der Aussichten für die Preisentwicklung im Euro-Währungsgebiet auf der Basis der neuesten Daten zu den monetären, finanzmarktbezogenen und sonstigen wirtschaftlichen Entwicklungen hat der EZB-Rat auf seiner heutigen Sitzung die folgenden geldpolitischen Beschlüsse gefasst:

  1. Der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des Eurosystems wird um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 % erhöht. Dieser Zinssatz gilt erstmals für das am 4. Mai 2000 abzuwickelnde Geschäft.

  2. Der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität wird mit Wirkung vom 28. April 2000 um 0,25 Prozentpunkte auf 4,75 % erhöht.

  3. Der Zinssatz für die Einlagefazilität wird mit Wirkung vom 28. April 2000 um 0,25 Prozentpunkte auf 2,75 % erhöht.

Mit dem heutigen Beschluss setzt der EZB-Rat seine bisher verfolgte Politik fort, Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität auf mittlere Sicht vorbeugend zu begegnen. Auf diese Weise trägt die Geldpolitik am besten dazu bei, dass die derzeitige Phase eines kräftigen und inflationsfreien Wirtschaftswachstums lange anhält.

In seinen Beratungen bestätigte der EZB-Rat die sowohl in den einleitenden Bemerkungen des Präsidenten der EZB zur Pressekonferenz nach der Sitzung des EZB-Rats am 13. April 2000 als auch in der darauf folgenden Ausgabe des EZB-Monatsberichts dargelegte Einschätzung. Insbesondere brachte der EZB-Rat seine Besorgnis über Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität zum Ausdruck, die sich angesichts der Aussichten für eine kräftige wirtschaftliche Expansion aus dem starken Wachstum der Geld- und Kreditaggregate sowie aus dem gegenwärtigen Wechselkurs des Euro ergeben.

Der EZB-Rat erörterte die jüngsten Bewegungen der Wechselkurse zwischen den wichtigsten Währungen, einschließlich der jüngsten Abschwächung des Euro, und untersuchte deren mögliche Auswirkungen auf die Preisstabilität im Euro-Währungsgebiet. Die EZB kommt zu dem Schluss, dass das gegenwärtige Niveau des Euro die starken wirtschaftlichen Fundamentaldaten im Euro-Währungsgebiet nicht widerspiegelt.

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