PRESSEMITTEILUNG

Halbjährlicher Kurzbericht zu Entwicklungen im Zusammenhang mit Euro-Fälschungen

15. Juli 2005

Im ersten Halbjahr 2005 sind 293 000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Umlauf genommen worden. Der Falschgeldanfall ist damit ähnlich hoch wie im zweiten Halbjahr 2004, als rund 287 000 Fälschungen sichergestellt wurden, jedoch geringer als im ersten Halbjahr 2004, als die Zahl der angehaltenen Falschnoten bei 307 000 lag. Allerdings sollten diese Angaben im Verhältnis zur Anzahl der echten Banknoten, die in Umlauf sind (rund neun Milliarden), gesehen werden.

Die Fälschungen verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Stückelungen:

5 € 10 € 20 € 50 € 100 € 200 € 500 €
Anteil an den Stückelungen (in %) 1 6 16 62 9 5 1

Die 50-€-Banknote war schon immer die unter Fälschern beliebteste Stückelung. Dieser Trend hat sich im ersten Halbjahr 2005 verstärkt. Auf die 50-€-Note entfallen mittlerweile 62 % aller Fälschungen. Dementsprechend weniger standen die 20-€- und 100-€-Noten im Visier der Fälscher.

Erwartungsgemäß wurde die große Mehrheit der umlaufenden Fälschungen (97 %) im Euro-Währungsgebiet entdeckt. Weitere 2 % kamen aus anderen EU-Staaten, die nicht dem Euroraum angehören, und 1 % aus der „übrigen Welt“.

Die Bevölkerung kann auf die Qualität der Euro-Banknoten und ihrer Sicherheitsmerkmale vertrauen. Allerdings rät das Eurosystem, d. h. die Europäische Zentralbank (EZB) und die zwölf nationalen Zentralbanken des Eurogebiets, der Bevölkerung weiterhin zu Wachsamkeit in Bezug auf den möglichen Erhalt gefälschter Banknoten. Die meisten Fälschungen – selbst gute Falsifikate – lassen sich nach dem einfachen, in Veröffentlichungen des Eurosystems und auf der Website der EZB[1] beschriebenen Prinzip FÜHLEN-SEHEN-KIPPEN leicht von echten Banknoten unterscheiden. Im Zweifelsfall sollte eine verdächtige Banknote mit einer Banknote verglichen werden, von der feststeht, dass sie echt ist.

Das Eurosystem arbeitet bei der Falschgeldbekämpfung sehr eng mit Europol, Interpol, der Europäischen Kommission (die für die Verbreitung von Informationen über gefälschte Euro-Münzen verantwortlich ist) und den nationalen Polizeibehörden zusammen. Wer den Verdacht hegt, Falschgeld erhalten zu haben, sollte sich entweder mit der Polizei oder – soweit im Einklang mit nationalen Praktiken – mit der entsprechenden nationalen Zentralbank in Verbindung setzen und dabei möglichst genaue Angaben zur Herkunft der Banknote machen.

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