PRESSEMITTEILUNG

Halbjährlicher Kurzbericht über die Fälschung von Euro-Banknoten

13. Juli 2006

Im ersten Halbjahr 2006 sind insgesamt 300 000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen worden. Das angehaltene Falschgeld verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Stückelungen:

5 € 10 € 20 € 50 € 100 € 200 € 500 €
Anteil der Stückelungen (in %) 1 4 44 36 12 2 1

Bis Ende 2005 wurde die 50-€-Banknote am häufigsten gefälscht. In der ersten Jahreshälfte 2006 kam es jedoch zu einer weiteren Zunahme des Anteils gefälschter 20-€-Banknoten und einem entsprechenden Rückgang bei den 50-€-Falschnoten. Die 20-€-Note ist nun die meist gefälschte Banknote. Die 20-€- und 50-€-Noten machen 80 % des zwischen Januar und Juni 2006 aufgedeckten Falschgeldumlaufs aus. Verglichen mit dem zweiten Halbjahr 2005 wurde ein leichter Anstieg des Anteils gefälschter 100-€-Noten auf insgesamt 12 % verzeichnet.

Der Falschgeldanfall ist seit mehr als zwei Jahren stabil geblieben, wie die folgenden halbjährlichen Angaben belegen:

Zeitraum 2003/1 2003/2 2004/1 2004/2 2005/1 2005/2 2006/1
Anzahl der Fälschungen 231 000 312 000 307 000 287 000 293 000 286 000 300 000

Des Weiteren sollten diese Zahlen im Zusammenhang mit einem allmählich gestiegenen Umlauf an echten Banknoten (im Durchschnitt 10,1 Mrd im ersten Halbjahr 2006) gesehen werden. Wie bereits in früheren Veröffentlichungen dargelegt, wurde die große Mehrheit (98 %) der sichergestellten Falschnoten im Euro-Währungsgebiet entdeckt. Gut 1 % stammte aus EU-Mitgliedstaaten außerhalb des Euroraums, und knapp 1 % kam aus anderen Teilen der Welt.

Die Bevölkerung kann auf die Qualität der Euro-Banknoten und ihrer Sicherheitsmerkmale vertrauen. Allerdings rät das Eurosystem, d. h. die Europäische Zentralbank (EZB) und die zwölf nationalen Zentralbanken des Eurogebiets, der Bevölkerung weiterhin zu Wachsamkeit und dazu, die Banknoten, die sie erhält, auf ihre Echtheit zu überprüfen. Alle Arten von Fälschungen können mit dem einfachen, in den Veröffentlichungen des Eurosystems und auf der EZB-Website sowie den Websites der nationalen Zentralbanken des Eurosystems beschriebenen Prinzip FÜHLEN-SEHEN-KIPPEN leicht von den echten Banknoten unterschieden werden. Im Zweifelsfall sollte eine verdächtige Banknote jedoch direkt mit einer Banknote verglichen werden, von der feststeht, dass sie echt ist.

Bei der Falschgeldbekämpfung arbeitet das Eurosystem sehr eng mit Europol (das Informationen über vor dem In-Verkehr-Bringen beschlagnahmte gefälschte Euro-Banknoten und -Münzen veröffentlicht) und der Europäischen Kommission (die für die Bereitstellung von Informationen über gefälschte Euro-Münzen verantwortlich ist) zusammen. Das Eurosystem unterhält in Bezug auf Strafverfolgungsfragen ebenfalls gute Arbeitsbeziehungen mit Interpol und den nationalen Polizeibehörden. Wer den Verdacht hegt, Falschgeld erhalten zu haben, sollte sich entweder mit der Polizei oder – soweit im Einklang mit nationalen Praktiken – mit der jeweiligen nationalen Zentralbank in Verbindung setzen und dabei möglichst konkrete Angaben zur Herkunft der Banknote machen.

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