Euro-Banknotenumlauf

Stückelungen

Die Banknoten in Ihrem Geldbeutel

Von den sieben Stückelungen der Euro-Banknoten werden bei den alltäglichen Zahlungen vor allem Banknoten mit niedrigem und mittlerem Nennwert genutzt, die normalerweise über Geldautomaten ausgegeben werden. Die hohen Stückelungen ermöglichen das Halten großer Bargeldbeträge. Sie dienen vor allem als Wertaufbewahrungsmittel, werden aber auch für den Kauf teurer Waren eingesetzt.

Einzelheiten zur Anzahl der Banknoten, die von jeder der sieben Stückelungen im Umlauf sind, finden sich in der Rubrik „Statistics“.

Außerhalb des Eurogebiets

Euro-Banknoten auf Wanderschaft

Nicht nur Ansässige des Eurogebiets nutzen Euro-Banknoten. Da der Euro eine internationale Währung ist, werden die Geldscheine auch außerhalb des Euroraums verwendet und verbleiben zum Teil dort.

Gemessen am Wert dürften sich zwischen 20 % und 25 % der im Umlauf befindlichen Euro-Banknoten im Besitz von Personen außerhalb des Eurogebiets befinden, und dies hauptsächlich in Nachbarregionen des Euroraums. Als die Turbulenzen an den Finanzmärkten im Oktober 2008 eskalierten, stieg die Nachfrage nach Euro-Banknoten im Ausland drastisch an. Insbesondere in osteuropäischen Ländern, die nicht der EU angehören, wurden aufgrund der Abwertung der Landeswährungen gegenüber dem Euro deutlich mehr Euro-Banknoten nachgefragt. Diese Euro-Geldscheine bleiben im Umlauf, wobei davon auszugehen ist, dass sie sich im Besitz von Ansässigen außerhalb des Euro-Währungsgebiets befinden.

Bargeldkreislauf

Der Geldfluss

Der Weg der Banknoten in der Wirtschaft ist vorgezeichnet: Geschäftsbanken ordern sie bei den Zentralbanken und geben sie dann über Geldautomaten aus. In Geschäften, Märkten und an sonstigen Orten werden sie zum Bezahlen von Waren und Dienstleistungen genutzt und dann beispielsweise von Einzelhändlern wieder bei Banken eingezahlt. Diese und sonstige Bargeldakteure schicken die Geldscheine anschließend entweder an ihre jeweilige Zentralbank zurück oder geben sie, wenn sie auf Echtheit und Umlauffähigkeit geprüft wurden, wieder aus.

Die Bargeldversorgung ist in jedem Land anders organisiert und hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • der Struktur der Zentralbank und ihrer Zweigstellen
  • den Banken und ihren Filialnetzen
  • den rechtlichen Rahmenbedingungen
  • dem Zahlungsverhalten der Öffentlichkeit
  • der Infrastruktur der am Markt tätigen Geld- und Werttransportunternehmen und
  • den geografischen Besonderheiten, der Geschichte und den Traditionen der Länder

Aus diesen Gründen ist ein einheitliches Modell für den Bargeldkreislauf in den verschiedenen Ländern des Euroraums nicht praktikabel.

Trotz der oben genannten Unterschiede strebt das Eurosystem weiterhin eine stärkere Harmonisierung der von den Zentralbanken des Eurogebiets angebotenen Bargelddienstleistungen an. Hierzu werden die Beteiligten, wie etwa Geschäftsbanken, Geld- und Werttransportunternehmen sowie sonstige Bargeldakteure, auf nationaler und europäischer Ebene konsultiert. Durch eine stärkere Harmonisierung und Integration können sie mehr Nutzen aus der einheitlichen Währung ziehen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden sich im EZB-Jahresbericht.

Sortieren und Vernichten

Umlauffähig oder nicht?

Die Grundlage für das Vertrauen in Banknoten sind ihre Echtheit sowie ihre hohe Qualität. Daher prüfen die nationalen Zentralbanken (NZBen) des Euroraums die Geldscheine, um ihre Echtheit zu gewährleisten und um vor einer Wiederausgabe sicherzustellen, dass sie nicht zu stark verschmutzt oder beschädigt sind.

Die NZBen verfügen über vollautomatisierte Geräte zur Banknotenbearbeitung, welche die Geldscheine nach Erhalt prüfen. Diese Geräte sortieren die Banknoten, um hohe Qualitätsstandards zu wahren.