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Einleitende Bemerkungen über den Siegerentwurf des internationalen städte- und hochbaulichen Wettbewerbs für den Neubau der EZB

Lucas Papademos, Vizepräsident der EZB, Informationsveranstaltung für die Presse im Eurotower, Frankfurt am Main, 20. Januar 2005

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Entscheidung des EZB-Rats über den Siegerentwurf zog einen Schlussstrich unter den internationalen städte- und hochbaulichen Wettbewerb für den Neubau der EZB. Dies bedeutet, dass ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu dem neuen Sitz der Europäischen Zentralbank hier in Frankfurt vollzogen ist. In den letzten drei Jahren haben wir viel Mühe in die Vorbereitung und Durchführung bis hin zum erfolgreichen Abschluss dieses Wettbewerbs investiert, an dem nicht nur Fachleute der EZB beteiligt waren, sondern auch externe Berater. Ihnen allen gilt an dieser Stelle unser Dank für die Qualität ihrer Arbeit und ihr echtes Engagement für dieses Projekt. Ebenso schätzten wir die guten Arbeitsbeziehungen mit den Behörden der Stadt Frankfurt, die uns sehr unterstützt haben, und wir freuen uns darauf, diese hervorragende Zusammenarbeit fortzuführen.

Wir möchten auch allen Architekten, die am Wettbewerb teilgenommen und eine solche Vielzahl an Entwurfsvorschlägen eingereicht haben, noch einmal unseren Dank aussprechen. Insbesondere danken wir den drei prämierten Architekturbüros, die an der Überarbeitungsphase des Wettbewerbs teilgenommen haben. In den vergangenen elf Monaten haben sie sich sehr eingehend mit der Ausarbeitung der Einzelheiten ihrer Entwurfsvorschläge befasst. Der EZB-Rat zollt der hohen Qualität und der Professionalität der in der Überarbeitungsphase geleisteten Arbeit seine Anerkennung.

Der EZB-Rat traf seine Entscheidung über den Entwurf für den Neubau der EZB nach ausführlicher Beratung und sorgfältiger Beurteilung der drei prämierten Entwürfe. Als öffentliche Institution haben wir uns verpflichtet, unsere Aufgaben effektiv zu erfüllen und unsere finanziellen Ressourcen sorgfältig zu verwenden. Daher war es von ganz wesentlicher Bedeutung, eine gründliche und umfassende Beurteilung durchzuführen – auch wenn sich dadurch das Verfahren etwas in die Länge zog – um in einer Angelegenheit von dieser symbolischen und finanziellen Bedeutung die richtige Entscheidung zu treffen.

Lassen Sie mich nun kurz die wichtigsten Gründe erläutern, weshalb die Wahl des EZB-Rats auf den Entwurf von Coop Himmelb(l)au fiel. Ich freue mich, dass der Architekt, Herr Prof. Wolf Prix, und seine Kollegen, Herr Dreibholz und Herr Halm, heute bei dieser Informationsveranstaltung anwesend sind

Der ausgewählte Entwurf

Der EZB-Rat kam zu dem Urteil, dass der überarbeitete Entwurf von Coop Himmelb(l)au nicht nur in ästhetischer und städtebaulicher Hinsicht herausragend war, sondern auch die von der EZB vorgegebenen funktionalen und technischen Anforderungen am besten erfüllte. Der EZB-Rat vertrat die Ansicht, dass dieser ausdrucksstarke, dynamische und ansprechende Entwurf zu einem unverwechselbaren Wahrzeichen werden und dem neuen Gebäude der EZB eine starke Identität verleihen würde. Der EZB-Rat war der Meinung, dass die Merkmale dieses Entwurfskonzepts die Werte der EZB, insbesondere Einheit und Transparenz, widerspiegelten und sie in die Sprache der Architektur übertrugen. Darüber hinaus wurde es als sehr positiv bewertet, dass die drei Elemente des Entwurfs – das in sich verdrehte Hochhaus, der „Groundscraper“ sowie die Großmarkthalle – eine harmonische und ausgewogene Einheit bilden. Wir waren auch der Meinung, dass die Integration der Großmarkthalle in dieses Ensemble, unter Beibehaltung des grundlegenden Erscheinungsbildes dieses historischen Gebäudes, hervorragend gelöst wurde.

Das Entwurfskonzept erfüllte im Prinzip auch die funktionalen und räumlichen Anforderungen der EZB. Insbesondere fand die gute Verbindung der verschiedenen funktionalen Bereiche und die hervorragende Qualität der Arbeitsplätze, die allen Mitarbeitern Tageslicht garantieren, die Zustimmung des EZB-Rats. Die Funktion des Atriums als große Kommunikationszone innerhalb der beiden Türme wurde ebenso begrüßt. Der EZB-Rat stellte fest, dass die Anforderungen des Energiekonzepts praktisch erfüllt worden waren und der Entwurf den relevanten Regelungen in den Bereichen Bauordnungs- und Bauplanungsrecht entspricht.

Das weitere Vorgehen

Wie geht es nun weiter? Der EZB-Rat hat beschlossen, dass der nächste Schritt in einer „Optimierungsphase“ bestehen wird, in der der ausgewählte Architekt den Entwurf, ausgehend von weiteren Vorgaben der EZB, erneut überarbeiten wird. Wir werden die funktionalen und räumlichen Anforderungen der EZB neu bewerten und auf dieser Grundlage versuchen, den Entwurf noch weiter zu optimieren, mit dem Ziel, die Kosten zu verringern.

Im Hinblick auf die Kosten legen die derzeit vorliegenden Schätzungen, unter Berücksichtigung des Optimierungspotenzials, Baukosten von etwa 500 Mio. EUR nahe. Die gesamten Investitionskosten werden allerdings höher ausfallen, da sie zusätzliche Elemente umfassen, wie beispielsweise die Kosten für den Erwerb des Großmarkthallengeländes, Planungsgebühren und andere Infrastrukturkosten. Einige dieser Zusatzkosten hängen mit den Baukosten zusammen, während andere von weiteren Überlegungen und Spezifikationen abhängen. Genauere Informationen zu den Kosten des Projekts werden am Ende der detaillierten Planungsphase vorliegen.

Ich möchte zudem betonen, dass wir in den anstehenden Projektphasen weiterhin eng mit den Behörden der Stadt Frankfurt zusammenarbeiten werden, insbesondere im Hinblick auf den Stadtentwicklungsplan, der vom Frankfurter Stadtparlament verabschiedet wird.

Ich freue mich, dass die Entscheidung des EZB-Rats sehr gut aufgenommen wurde; nicht nur von den Vertretern der Stadt Frankfurt, sondern auch von den lokalen und internationalen Medien.

Lassen Sie mich mit dem Hinweis schließen, dass der EZB-Rat von dem Verlauf des Wettbewerbs, der Qualität der Entwürfe und dem Ergebnis des Wettbewerbs sehr angetan war. Selbstverständlich werden wir uns in Zukunft neuen Herausforderungen und vielen weiteren Entscheidungen stellen müssen. Der erfolgreiche Abschluss des Wettbewerbs stellt jedoch einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einem neuen Sitz für unsere Institution dar. Ich bin überzeugt, dass der vom EZB-Rat ausgewählte siegreiche Entwurf nicht nur zu einem Frankfurter Wahrzeichen, sondern ebenso zu einem Symbol eines vereinten Europas und seiner gemeinsamen Währung, des Euro, werden wird.

Ich möchte nun Herrn Prof. Prix bitten, seinen Entwurf vorzustellen.

Der Wortlaut, auf den sich der EZB-Rat verständigt hat, ist der englischen Originalfassung zu entnehmen.

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