Konsolidierter Ausweis des Eurosystems zum 31. Dezember 2010

5. Januar 2011

Positionen, die nicht mit geldpolitischen Operationen zusammenhängen

In der Woche zum 31. Dezember 2010 spiegelte der Anstieg um 33 Mrd EUR in Gold und Goldforderungen (Aktiva I) eine vierteljährliche Neubewertung wider.

Die Nettoposition des Eurosystems in Fremdwährung (Aktiva 2 und 3 abzüglich Passiva 7, 8 und 9) stieg um 3,7 Mrd EUR auf 180,1 Mrd EUR. Die Änderung war in erster Linie auf die Auswirkungen der vierteljährlichen Neubewertung der Aktiva und Passiva sowie auf von Zentralbanken des Eurosystems durchgeführte Kunden- und Portfoliotransaktionen zurückzuführen.

Am 31. Dezember 2010 wurde ein liquiditätszuführendes Pensionsgeschäft in Höhe von 1,8 Mrd EUR mit einer Laufzeit von drei Tagen abgewickelt, das sich auf die Position Forderungen in Euro an Ansässige außerhalb des Euro-Währungsgebiets (Aktiva 4) auswirkte. Diese Transaktion wurde von der EZB im Zusammenhang mit Liquiditätsvereinbarungen mit Zentralbanken außerhalb des Euro‑Währungsgebiets durchgeführt.

Die Bestände des Eurosystems an marktfähigen Sonstigen Wertpapieren (d. h. an Wertpapieren, die nicht für geldpolitische Zwecke gehalten werden) (Aktiva 7.2) verringerten sich, hauptsächlich bedingt durch die Neubewertung, um 2,5 Mrd EUR auf 322,6 Mrd EUR. Der Banknotenumlauf (Passiva 1) ging um 2,6 Mrd EUR auf 839,7 Mrd EUR zurück. Die Einlagen von öffentlichen Haushalten (Passiva 5.1) sanken um 8,1 Mrd EUR auf 71,7 Mrd EUR.

Am 16. Dezember 2010 gab die EZB eine Erhöhung ihres gezeichneten Kapitals um 5 Mrd EUR mit Wirkung vom 29. Dezember 2010 bekannt. Um die Übertragung der Kapitalzahlungen an die EZB reibungslos zu gestalten, leisten die nationalen Zentralbanken des Euroraums ihren zusätzlichen Kapitalbeitrag in Höhe von 3,5 Mrd EUR in drei gleich hohen Jahresraten. Die Zahlung der ersten Rate in Höhe von 1,2 Mrd EUR erfolgte am 29. Dezember 2010. Hieraus resultierten Intra-Eurosystem-Salden; da derartige Salden jedoch stets durch den Konsolidierungsprozess beseitigt werden, wird im konsolidierten Ausweis des Eurosystems in der Position Kapital und Rücklagen (Passiva 12) keine Änderung aufgrund dieser Kapitalerhöhung ausgewiesen. Im Jahresabschluss der EZB, dessen Veröffentlichung im März 2011 erfolgt, wird sich die Kapitalerhöhung hingegen widerspiegeln.

Positionen im Zusammenhang mit geldpolitischen Operationen

Die Nettoforderungen des Eurosystems an Kreditinstitute (Aktiva 5 abzüglich Passiva 2.2, 2.3, 2.4, 2.5 und 4) sanken um 3,1 Mrd EUR auf 381,5 Mrd EUR. Am Mittwoch, dem 29. Dezember 2010, wurde ein Hauptrefinanzierungsgeschäft in Höhe von 193,5 Mrd EUR fällig, und ein neues Geschäft in Höhe von 227,9 Mrd EUR wurde abgewickelt. Am selben Tag wurden Termineinlagen in Höhe von 72,5 Mrd EUR fällig, und neue Einlagen in Höhe von 60,8 Mrd EUR mit einer Laufzeit von einer Woche wurden hereingenommen.

Die Inanspruchnahme der Spitzenrefinanzierungsfazilität (Aktiva 5.5) betrug praktisch null (gegenüber 0,8 Mrd EUR in der Vorwoche). Die Inanspruchnahme der Einlagefazilität (Passiva 2.2) belief sich auf 104,5 Mrd EUR (gegenüber 55,4 Mrd EUR in der Vorwoche).

Die Bestände des Eurosystems an Wertpapieren für geldpolitische Zwecke (Aktiva 7.1) stiegen um 0,34 Mrd EUR auf 134,8 Mrd EUR. Dies war auf im Rahmen des Programms für die Wertpapiermärkte getätigte Ankäufe in Höhe von 0,16 Mrd EUR und auf Anpassungen zum Quartalsende in Höhe von 0,18 Mrd EUR zurückzuführen. In der Woche zum 31. Dezember 2010 belief sich der Wert der im Rahmen des Programms für die Wertpapiermärkte getätigten Ankäufe somit auf insgesamt 74 Mrd EUR, und der Wert des im Rahmen des Programms zum Ankauf gedeckter Schuldverschreibungen gehaltenen Portfolios betrug 60,9 Mrd EUR. Die in beiden Portfolios enthaltenen Wertpapiere werden in den Büchern als Held-to-maturity-Wertpapiere geführt.

Einlagen der Kreditinstitute im Euro-Währungsgebiet auf Girokonten

Im Ergebnis aller Transaktionen stiegen die Einlagen der Kreditinstitute auf Girokonten beim Eurosystem (Passiva 2.1) um 6,6 Mrd EUR auf 212,7 Mrd EUR.

Neubewertung der Aktiva und Passiva des Eurosystems zum Quartalsende

Gemäß den harmonisierten Rechnungslegungsgrundsätzen für das Eurosystem werden Gold, Devisen, Wertpapierbestände und Finanzinstrumente des Eurosystems zu jedem Quartalsende zu Marktkursen und -preisen bewertet. Die Nettoauswirkung der Neubewertung auf die einzelnen Ausweispositionen zum 31. Dezember 2010 wird in der zusätzlichen Rubrik „ Veränderungen zur Vorwoche aufgrund von Anpassungen zum Quartalsende“ ausgewiesen. Im Folgenden sind der Goldpreis und die wichtigsten Wechselkurse, die für die Neubewertung der einzelnen Positionen herangezogen wurden, aufgeführt:

Gold: 1055,418 EUR je Unze Feingold

USD: 1,3362 je EUR

JPY: 108,65 je EUR

Sonderziehungsrechte: 1,1572 EUR je SZR

Aktiva (in Millionen EUR) Stand Veränderungen zur Vorwoche aufgrund von
i)Transaktionen
ii)Anpassungen zum Quartalsende
Differenzen in den Summen durch Runden der Zahlen.
i) ii)
1 Gold und Goldforderungen 367.402 0 33.018
2 Forderungen in Fremdwährung an Ansässige außerhalb des Euro-Währungsgebiets 223.995 −316 4.135
2.1 Forderungen an den IWF 71.319 33 1.050
2.2 Guthaben bei Banken, Wertpapieranlagen, Auslandskredite und sonstige Auslandsaktiva 152.675 −349 3.085
3 Forderungen in Fremdwährung an Ansässige im Euro-Währungsgebiet 26.941 76 911
4 Forderungen in Euro an Ansässige außerhalb des Euro-Währungsgebiets 22.592 3.577 −69
4.1 Guthaben bei Banken, Wertpapieranlagen und Kredite 22.592 3.577 −69
4.2 Forderungen aus der Kreditfazilität im Rahmen des WKM II 0 0 0
5 Forderungen in Euro aus geldpolitischen Operationen an Kreditinstitute im Euro-Währungsgebiet 546.747 33.620 0
5.1 Hauptrefinanzierungsgeschäfte 227.865 34.395 0
5.2 Längerfristige Refinanzierungsgeschäfte 298.217 0 0
5.3 Feinsteuerungsoperationen in Form von befristeten Transaktionen 20.623 0 0
5.4 Strukturelle Operationen in Form von befristeten Transaktionen 0 0 0
5.5 Spitzenrefinanzierungsfazilität 25 −779 0
5.6 Forderungen aus Margenausgleich 17 4 0
6 Sonstige Forderungen in Euro an Kreditinstitute im Euro-Währungsgebiet 45.654 3.605 0
7 Wertpapiere in Euro von Ansässigen im Euro-Währungsgebiet 457.427 −10 −2.113
7.1 Wertpapiere für geldpolitische Zwecke 134.829 163 181
7.2 Sonstige Wertpapiere 322.598 −173 −2.294
8 Forderungen in Euro an öffentliche Haushalte 34.954 −2 −13
9 Sonstige Aktiva 278.719 2.548 −689
Aktiva insgesamt 2.004.432 43.098 35.179
Passiva (in Millionen EUR) Stand Veränderungen zur Vorwoche aufgrund von
i)Transaktionen
ii)Anpassungen zum Quartalsende
Differenzen in den Summen durch Runden der Zahlen.
i) ii)
1 Banknotenumlauf 839.702 −2.593 0
2 Verbindlichkeiten in Euro aus geldpolitischen Operationen gegenüber Kreditinstituten im Euro-Währungsgebiet 378.008 43.308 0
2.1 Einlagen auf Girokonten (einschließlich Mindestreserveguthaben) 212.739 6.616 0
2.2 Einlagefazilität 104.458 49.087 0
2.3 Termineinlagen 60.784 −11.716 0
2.4 Feinsteuerungsoperationen in Form von befristeten Transaktionen 0 0 0
2.5 Verbindlichkeiten aus Margenausgleich 27 −679 0
3 Sonstige Verbindlichkeiten in Euro gegenüber Kreditinstituten im Euro-Währungsgebiet 2.808 280 0
4 Verbindlichkeiten aus der Begebung von Schuldverschreibungen 0 0 0
5 Verbindlichkeiten in Euro gegenüber sonstigen Ansässigen im Euro-Währungsgebiet 79.791 −7.865 0
5.1 Einlagen von öffentlichen Haushalten 71.684 −8.063 0
5.2 Sonstige Verbindlichkeiten 8.107 198 0
6 Verbindlichkeiten in Euro gegenüber Ansässigen außerhalb des Euro-Währungsgebiets 47.703 2.998 13
7 Verbindlichkeiten in Fremdwährung gegenüber Ansässigen im Euro-Währungsgebiet 1.995 324 21
8 Verbindlichkeiten in Fremdwährung gegenüber Ansässigen außerhalb des Euro-Währungsgebiets 14.346 −370 335
8.1 Einlagen, Guthaben und sonstige Verbindlichkeiten 14.346 −370 335
8.2 Verbindlichkeiten aus der Kreditfazilität im Rahmen des WKM II 0 0 0
9 Ausgleichsposten für vom IWF zugeteilte Sonderziehungsrechte 54.480 0 815
10 Sonstige Passiva 175.932 7.067 −792
11 Ausgleichsposten aus Neubewertung 331.524 0 34.784
12 Kapital und Rücklagen 78.143 −50 5
Passiva insgesamt 2.004.432 43.098 35.179

Ansprechpartner für Medienvertreter