Zusammenarbeit auf Zentralbankebene

Die Zusammenarbeit zwischen Notenbanken hat eine lange Tradition. Ihre Anfänge reichen in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück, als einige große Zentralbanken ein internationales Netzwerk aufbauten. Dabei war die Errichtung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) im Jahr 1930 von besonderer Bedeutung. Im Rahmen der Zentralbankkooperation werden Fachwissen wie auch Informationen über bewährte Verfahren ausgetauscht und Kapazitäten aufgebaut.

Informationen zur Zentralbankkooperation

Gründe für die Zusammenarbeit von Notenbanken

Im Mittelpunkt der Zentralbankkooperation steht der Austausch von Fachwissen und Know-how. Dies steigert nicht nur die Professionalität, Effektivität, Unabhängigkeit und Transparenz der Notenbanken, sondern trägt auch zur Förderung der monetären und finanziellen Stabilität auf globaler Ebene bei.

Modalitäten

Die Zusammenarbeit von Zentralbanken erstreckt sich auf viele unterschiedliche Bereiche. Im Rahmen von Kursen oder sonstigen Fortbildungsmaßnahmen können ihre Mitarbeiter in bankeigenen Schulungszentren Wissen und Erfahrungen austauschen. Außerdem können die Notenbanken Konferenzen und Seminare veranstalten, an denen Vertreter anderer Zentralbanken teilnehmen können. Eine direkte gegenseitige Unterstützung ist ebenfalls möglich, z. B. durch die dauerhafte Entsendung von Mitarbeitern, Hilfe beim Aufbau institutioneller und politischer Strukturen oder durch regelmäßige Zusammenarbeit auf technischer oder politischer Ebene. Die Zentralbanken können unilateral handeln oder Abkommen mit Nicht-Zentralbanken (wie internationalen Finanzorganisationen, EU-Institutionen oder ihren eigenen Regierungen) schließen, um Maßnahmen zu koordinieren und im Einzelfall Fremdmittel aufzunehmen.

Die EZB gewährt Notenbanken weltweit auf bilateraler Basis ad hoc Unterstützung, beispielsweise im Bereich der klassischen Zentralbankthemen und bei unterstützenden oder technischen Funktionen. Dies geschieht unter anderem durch bilaterale Mitarbeiterentsendungen zwischen der EZB und anderen Institutionen.

Des Weiteren bietet die EZB Schulungen für Mitarbeiter anderer Zentralbanken an.

Weitere Informationen enthält außerdem der Aufsatz The Eurosystem as a provider of technical assistance to EU Neighbouring Regions (Die Bereitstellung technischer Unterstützung für EU-Nachbarregionen durch das Eurosystem) im EZB-Monatsbericht vom Juli 2008. EZB-Mitarbeiter, die mit diesem Thema betraut sind, können unter der E-Mail-Adresse centralbankcooperation@ecb.europa.eu kontaktiert werden.

Von der EZB koordinierte Programme

Seit vielen Jahren nehmen nationale Zentralbanken der EU an umfangreichen mehrjährigen Kooperationsprogrammen auf Zentralbankebene teil, die von der Europäischen Kommission finanziert werden. Diese als „Twinning“ bekannte Form der Unterstützung hat sich als erfolgreich erwiesen, da sie enge Beziehungen zwischen Institutionen mit ähnlichen oder gar identischen Aufgaben schafft. Twinning-Vereinbarungen können von einer öffentlichen Einrichtung eines EU-Mitgliedstaats – etwa einer nationalen Zentralbank – gemeinsam mit maximal drei weiteren Institutionen aus anderen Mitgliedstaaten eingegangen werden.

Die EZB hat außerdem seit 2003 mit der Europäischen Kommission Vereinbarungen getroffen, die mit Twinning-Programmen vergleichbar und ebenso wie diese auf bestimmte Ziele ausgerichtet sind. Diese Vereinbarungen werden von der EZB in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den nationalen Zentralbanken des Eurosystems und des Europäischen Systems der Zentralbanken umgesetzt. Von Vorteil ist hierbei die Tatsache, dass die EZB befugt ist, im Namen mehrerer nationaler Zentralbanken eine einzige Finanzvereinbarung mit der Europäischen Kommission abzuschließen. Dies ist ein Beleg für den Anspruch des Eurosystems, seine Aufgaben im Geiste von Kooperation und Teamarbeit effektiv und effizient zu erfüllen.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der EZB-koordinierten technischen Kooperationsprogramme organisierte die EZB im Jahr 2013 eine Konferenz mit dem Titel „International central bank cooperation before, during and after the crisis“ mit zahlreichen hochrangigen Rednern, die erneut den Wert der Zusammenarbeit zwischen Zentralbanken bekräftigten. Einzelheiten sind der Pressemitteilung der EZB sowie dem Konferenzprogramm zu entnehmen.

Weiterführende Informationen zu den von der EZB koordinierten und der EU finanzierten Kooperationsprogrammen auf Zentralbankebene sowie zu Programmen, die nicht extern finanziert werden, sind unter den Rubriken „Abgeschlossene Programme“ und „Laufende Programme“ (siehe oben) abrufbar.

Abgeschlossene Programme

Zusammenarbeit mit der Nationalbank von Serbien (2011 bis 2013)

Vom 1. Februar 2011 bis zum 31. Dezember 2013 unterstützten die EZB und 21 nationale Zentralbanken die Narodna banka Srbije (NBS) in ihren Bemühungen, in Vorbereitung auf einen EU-Beitritt der Republik Serbien die EU-Standards für Zentralbanken umzusetzen. Das 35-monatige Programm baute auf dem 2008/2009 durchgeführten Programm zur Bedarfserhebung auf. Es deckte 13 Zentralbankbereiche ab, wobei einige davon bereits Gegenstand des Programms zur Bedarfserhebung waren: a) Überwachung des Finanzsektors, b) rechtliche Harmonisierung, c) Liberalisierung des Kapitalverkehrs, d) Verwaltung der Währungsreserven, e) Geldmarkt- und Devisengeschäfte, f) Verbraucherschutz im Finanzdienstleistungsbereich, g) Unterstützung beim EU-Beitritt, h) wirtschaftliche Analyse und Forschung, i) Statistik, j) Zahlungsverkehrssysteme, k) Finanzstabilität, l) Informationstechnologie sowie m) Rechnungslegung und Finanzberichtswesen.

Involviert waren folgende Notenbanken aus der EU: Nationale Bank van België/Banque Nationale de Belgique, Българска народна банка (Bulgarische Nationalbank), Česká narodní banka, Deutsche Bundesbank, Eesti Pank, Banc Ceannais na hEireann/Central Bank of Ireland, Bank of Greece, Banco de España, Banque de France, Central Bank of Cyprus, Banque centrale du Luxembourg, Magyar Nemzeti Bank, De Nederlandsche Bank, Oesterreichische Nationalbank, Narodowy Bank Polski, Banco de Portugal, Banca Naţională a României, Banka Slovenije, Národná banka Slovenska, Suomen Pankki – Finlands Bank und Bank of England.

Zusammenarbeit mit der mazedonischen Notenbank (2012 bis 2013)

Vom 15. Oktober 2012 bis zum 14. Juli 2013 unterstützten die EZB und zehn NZBen der EU die Nationalbank der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien dahin gehend, dass sie die Punkte aufzeigten, bei denen die Notenbank Fortschritte erzielen muss, um ein mit den Zentralbanken der EU-Mitgliedstaaten kompatibles Niveau zu erreichen. Die betreffenden zehn Bereiche des Zentralbankwesens sind Rechnungslegung, Banknoten, wirtschaftliche Analyse und Forschung, Personal, Informationstechnologie, interne Revision, Rechtsdienste, Geld- und Wechselkurspolitik, Zahlungssysteme sowie Statistik. Die Fortschritte in diesen Bereichen sollten erzielt sein, wenn die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien EU-Mitglied und die mazedonische Notenbank somit Teil des ESZB wird.

Beteiligt waren folgende Notenbanken: Deutsche Bundesbank, Eesti Pank, Bank Ceannais na hÉireann/Central Bank of Ireland, Banco de España, Banca d’Italia, Bank Centrali ta’ Malta/Central Bank of Malta, De Nederlandsche Bank, Oesterreichische Nationalbank, Banka Slovenije und Národná banka Slovenska. Zudem stellte die bulgarische Zentralbank Experten zur Unterstützung des Programms ab.

Zusammenarbeit mit der Zentralbank von Bosnien und Herzegowina (2010 bis 2011)

Vom 1. April 2010 bis zum 30. September 2011 unterstützten die EZB und sieben NZBen die Centralna banka Bosne i Hercegovine in ihren Bemühungen, in Vorbereitung auf einen EU-Beitritt Bosnien und Herzegowinas die EU-Standards für Zentralbanken umzusetzen. Experten der Notenbanken Bulgariens und Rumäniens wirkten hierbei ebenfalls mit. Das 18-monatige Programm baute auf dem im Jahr 2007 durchgeführten Programm zur Bedarfserhebung auf. Es umfasste sechs Zentralbankbereiche, wobei die ersten drei die Empfehlungen des Programms von 2007 aufgriffen: a) Statistik, b) wirtschaftliche Analyse und Forschung, c) Finanzstabilität, d) Angleichung der Rechtsvorschriften an die der EU, e) Koordinierung der Integration mit der EU und f) Verbesserung der IT-Dienstleistungen bei der Zentralbank von Bosnien und Herzegowina.

Umgesetzt wurde das Programm unter Beteiligung der folgenden nationalen Zentralbanken: Deutsche Bundesbank, Bank of Greece, Banco de España, Banca d’Italia, De Nederlandsche Bank, Oesterreichische Nationalbank und Banka Slovenije.

Zusammenarbeit mit EU-Beitrittskandidaten und potenziellen Beitrittskandidaten (2010 bis 2012)

Vom 19. Januar 2010 bis zum 18. Januar 2012 boten die EZB und 14 NZBen des Euroraums EU-Beitrittskandidaten und potenziellen Beitrittskandidaten ein Programm zur technischen Unterstützung an. Ziel des Programms war die Stärkung der makro- und mikroprudenziellen Aufsicht in den Ländern des westlichen Balkans und der Türkei. Das Eurosystem führte dieses Programm in enger Zusammenarbeit mit der internationalen Finanzgemeinschaft durch. Dabei machte es sich die Expertise der in Basel, Brüssel, London und Washington D.C. beheimateten Organe und Einrichtungen zunutze, die im Einklang mit den Empfehlungen der G-20-Staaten dem Ziel, den aufsichtsrechtlichen Rahmen zu überprüfen und zu stärken, verpflichtet sind. Das Programm, in das rund 36 Institutionen eingebunden waren, sah für das erste Jahr über 20 Schulungsveranstaltungen und drei Workshops für Entscheidungsträger vor. Im zweiten Jahr wurden die acht begünstigten Institutionen auf bilateraler Ebene bei der Entwicklung bestimmter aufsichtlicher Kompetenzen unterstützt. Hierauf folgten Simulationsübungen zu Krisenvorsorge und -bewältigung.

An diesem Programm waren folgende Notenbanken beteiligt: Nationale Bank van België/Banque Nationale de Belgique, Bank of Greece, Banco de España, Banque de France, Banca d’Italia, Central Bank of Cyprus, Banque centrale du Luxembourg, Bank Centrali ta’ Malta/Central Bank of Malta, De Nederlandsche Bank, Oesterreichische Nationalbank, Banco de Portugal, Banka Slovenije, Národná banka Slovenska und Suomen Pankki – Finlands Bank.

Die EU-Beitrittskandidaten und potenziellen Beitrittskandidaten waren Kroatien, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, die Türkei, Serbien und der Kosovo (gemäß Resolution 1244 (1999) des UN-Sicherheitsrats).

Zusammenarbeit mit der Zentralbank von Ägypten (2009 bis 2012)

Vom 1. Januar 2009 bis zum 31. März 2012 unterstützten die EZB und sieben NZBen der EU die Zentralbank von Ägypten bei der Stärkung der ägyptischen Bankenaufsicht. Zu diesem Zweck wurden die Regelungen, Vorschriften, Berichtsrahmen und Aufsichtspraktiken der Bank nach und nach aktualisiert und an die Einhaltung der Basel-II-Grundsätze angenähert; dies sollte im Einklang mit der von der ägyptischen Zentralbank ausgearbeiteten und den Geschäftsbanken am 14. Oktober 2009 in Kairo vorgestellten Strategie erfolgen. Der Reformprozess schloss auch eine Befragung des Bankengewerbes zu qualitiativen Fragestellungen sowie Studien über quantitative Auswirkungen mit ein.

An diesem Programm beteiligten sich die Българска народна банка (Bulgarische Nationalbank), die Česká národní banka, die Deutsche Bundesbank, die Bank of Greece, die Banque de France, die Banca d’Italia und die Banca Naţională a României.

Zusammenarbeit mit der Zentralbank von Serbien (2008 bis 2009)

Vom 1. September 2008 bis zum 31. Mai 2009 unterstützten die EZB und 17 NZBen aus EU-Staaten die Narodna banka Srbije (NBS) dahin gehend, dass sie diejenigen Bereiche aufzeigten, in denen die NBS Fortschritte erzielen musste, um ein mit dem der Zentralbanken der EU-Mitgliedstaaten kompatibles Niveau zu erreichen. In sechs Bereichen des Zentralbankwesens bestand Handlungsbedarf: a) Bankenaufsicht, b) Harmonisierung der in den Zuständigkeitsbereich der NBS fallenden Rechtvorschriften mit dem gemeinschaftlichen Besitzstand, c) Liberalisierung des Kapitalverkehrs, d) Durchführung der Geldpolitik und Umsetzung des Wechselkursregimes, e) Geld-, Finanz- und Zahlungsbilanzstatistiken sowie f) Schutz der Konsumenten im Finanzdienstleistungsbereich. Die Fortschritte in diesen Bereichen sollten erzielt sein, wenn Serbien EU-Mitglied und die NBS somit Teil des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) wird. Die EZB und nationale Partnerzentralbanken haben 69 Empfehlungen zusammengestellt, mit deren Umsetzung die Narodna banka Srbije begonnen hat.

Involviert waren folgende Notenbanken: Nationale Bank van België/Banque Nationale de Belgique, Българска народна банка (Bulgarische Nationalbank), Česká narodní banka, Danmarks Nationalbank, Deutsche Bundesbank, Eesti Pank, Bank of Greece, Banque de France, Banca d’Italia, Central Bank of Cyprus, Latvijas Banka, Magyar Nemzeti Bank, De Nederlandsche Bank, Oesterreichische Nationalbank, Narodowy Bank Polski, Banka Naţională a României und Bank of England.

Zusammenarbeit mit der Bank von Russland (2008 bis 2011)

Vom 1. April 2008 bis zum 31. März 2011 unterstützten die EZB und acht NZBen des Eurosystems die Zentralbank der Russischen Föderation (Bank von Russland) in den Bereichen Bankenaufsicht und interne Revision. Was die Bankenaufsicht betrifft, so zielte das Programm darauf ab, die Bank von Russland dabei zu unterstützen, die Stabilität des russischen Bankensystems sicherzustellen. Die Regeln, Maßnahmen und Vorgehensweisen im Bereich der Bankenaufsicht sollten mit den vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht erstellten international anerkannten Basel-II-Grundsätzen in Einklang gebracht werden. Hierbei wurde auf Erfahrungen zurückgegriffen, die in der EU mit der Umsetzung von Basel II gesammelt wurden. Im Hinblick auf die interne Revision sollten mit dem Programm die Bemühungen der russischen Zentralbank zur Verbesserung der risikobasierten internen Revision gestützt werden. Zu diesem Zweck boten Experten des Eurosystems Fortbildungsmaßnahmen und Beratungen zu den optimalen Verfahren der risikobasierten internen Revision im Eurosystem allgemein und insbesondere in Bezug auf die interne Revision der Verwaltung der Währungsreserven und der Verwendung von IT-Tools und -Systemen an.

An diesem Programm waren folgende Notenbanken beteiligt: Deutsche Bundesbank, Bank of Greece, Banco de España, Banque de France, Banca d’Italia, De Nederlandsche Bank, Oesterreichische Nationalbank und Suomen Pankki – Finlands Bank.

Zusammenarbeit mit der Zentralbank von Bosnien und Herzegowina (2007)

Vom 1. März bis zum 31. August 2007 unterstützten die EZB und acht NZBen der EU die Centralna banka Bosne i Hercegovine dahin gehend, dass sie Gebiete aufzeigten, in denen die Notenbank Fortschritte erzielen musste, um ein mit den Zentralbanken der EU-Mitgliedstaaten vereinbares Niveau zu erreichen. In sieben Bereichen des Zentralbankwesens bestand Handlungsbedarf: Koordinierung der Bankenaufsicht, wirtschaftliche Analyse und Forschung, Finanzstabilität, interne Revision, Durchführung der Geldpolitik im Rahmen einer Currency-Board-Regelung, Zahlungssysteme und Statistik. Dieses Niveau sollte erreicht sein, wenn Bosnien und Herzegowina EU-Mitglied und die Centralna banka Bosne i Hercegovine somit Teil des ESZB wird. Die EZB und nationale Partnerzentralbanken haben 71 Empfehlungen ausgearbeitet, mit deren Umsetzung die Zentralbank von Bosnien und Herzegowina begonnen hat.

Involviert waren folgende Zentralbanken: Deutsche Bundesbank, Eesti Pank, Bank of Greece, Banco de España, Banque de France, Banca d’Italia, Oesterreichische Nationalbank und Banka Slovenije.

Zusammenarbeit mit der Zentralbank von Ägypten (2005 bis 2007)

Vom 1. Dezember 2005 bis zum 30. November 2007 unterstützten die EZB und vier NZBen des Eurosystems die Zentralbank von Ägypten bei der allgemeinen Überarbeitung ihrer administrativen und operativen Verfahren im Bereich Bankenaufsicht; Ziel hierbei war die Umstellung auf einen risikobasierten Ansatz. Dabei wurden sechs Bereiche bearbeitet: die laufende Überwachung, Inspektionen, makroprudenzielle Analysen, Regulierung und Standardfestlegung, Methoden und Informationstechnologie sowie ein Schulungsprogramm für Bankenaufseher. Innerhalb von zwei Jahren wurden über 70 Maßnahmen durchgeführt, darunter Besuche von Expertendelegationen, Studienaufenthalte, Schulungen und andere Konsultationen.

Eingebunden waren folgende Notenbanken: Deutsche Bundesbank, Bank of Greece, Banque de France und Banca d’Italia.

Zusammenarbeit mit der Bank von Russland (2003 bis 2005)

Vom 1. November 2003 bis zum 31. Oktober 2005 unterstützten die EZB und neun NZBen sowie drei zentralbankunabhängige Aufsichtsorgane aus EU-Staaten die Zentralbank der Russischen Föderation (Bank von Russland) in ihren Bemühungen, eine risikobasierte Methode der Bankenaufsicht umzusetzen. Im Rahmen des Programms wurden insgesamt 1000 Bankenaufsehern, die in Zweigstellen der russischen Notenbank arbeiten, die risikobasierten Aufsichtspraktiken der EU vermittelt. Zu diesem Zweck wurden 64 Schulungskurse und vier von Führungskräften und hochrangigen Persönlichkeiten besuchte Seminare in Russland abgehalten; außerdem waren Mitarbeiter der Bank von Russland zu Gast bei Bankenaufsehern in der EU. Den Mitarbeitern der russischen Notenbank wurde ein Handbuch mit dem Titel „Banking supervision – European experience and Russian practice“ zum Selbststudium zur Verfügung gestellt. Das Handbuch ist auf Englisch und auf Russisch verfügbar.

Beteiligt waren folgende Zentralbanken: Deutsche Bundesbank, Banc Ceannais na hÉireann/Central Bank of Ireland, Banco de España, Banque de France, Banca d’Italia, De Nederlandsche Bank, Oesterreichische Nationalbank, Banco de Portugal und Suomen Pankki – Finlands Bank.

Außer den Notenbanken waren noch die Aufsichtsorgane Finnlands, Schwedens und Irlands eingebunden.

Laufende Programme

Zusammenarbeit mit den Zentralbanken der westlichen Balkanländer (2014 bis 2015)

Am 19. Dezember 2013 unterzeichneten die EZB und die Europäische Kommission eine Vereinbarung über ein achtzehnmonatiges Programm zur technischen Zusammenarbeit mit den Zentralbanken westlicher Balkanländer, die Kandidaten bzw. potenzielle Kandidaten für einen EU-Beitritt sind (Laufzeit: Januar 2014 bis Juni 2015). Das EU-finanzierte Programm wird von der EZB in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit elf nationalen Zentralbanken der EU unterstützt. Es beinhaltet unter anderem eine sechsmonatige Analyse der Tätigkeit der albanischen Notenbank in 13 Bereichen (Finanzstabilität, Informationstechnologie, interne Revision, Bankenaufsicht, Zahlungsverkehrssysteme, Banknoten und deren Ausgabe, Kommunikation, EU-Integration, Personal, Rechtsdienste, Rechnungslegung und Finanzberichtswesen, geldpolitische Analyse und Operationen sowie Statistik). Im Anschluss erfolgt eine sechsmonatige Analyse der Tätigkeit der Zentralbank des Kosovo in sieben Bereichen (Finanzstabilität, Informationstechnologie, interne Revision, Bankenaufsicht, Zahlungsverkehrssysteme, EU-Integration und Verwaltung). Mithilfe der Zusammenarbeit sollen Gebiete aufgezeigt werden, in denen die beiden genannten Notenbanken Fortschritte erzielen müssen, um ein mit dem Europäischen System der Zentralbanken vereinbares Niveau zu erreichen. Eine weitere Komponente des Programms sind Projektvorbereitungen mit der Nationalbank der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien und möglicherweise weiteren Banken in den westlichen Balkanländern.

Beteiligt sind folgende nationale Zentralbanken der EU: Българска народна банка (Bulgarische Nationalbank), Česká narodní banka, Deutsche Bundesbank, Banque de France, Banca d’Italia, Central Bank of Malta, De Nederlandsche Bank, Oesterreichische Nationalbank, Banco de Portugal, Banka Slovenije und Národná banka Slovenska.

Zusammenarbeit mit der Zentralbank von Montenegro (2014 bis 2015)

Am 26. August 2014 unterzeichneten die EZB und die EU-Delegation in Montenegro eine Vereinbarung mit der Zentralbank von Montenegro über ein siebenmonatiges Programm zur technischen Zusammenarbeit (Laufzeit: September 2014 bis März 2015). Das EU-finanzierte Programm wird von der EZB in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit zehn nationalen Zentralbanken der EU unterstützt. Es beinhaltet eine Analyse der Tätigkeit der montenegrinischen Notenbank in sechs Bereichen (Rechnungslegung, EU-Integration, Finanz- und Bankgeschäfte, Finanzstabilität, operationelle Risiken und Business Continuity sowie Statistik). Mithilfe der Zusammenarbeit sollen Gebiete aufgezeigt werden, in denen die Zentralbank von Montenegro Fortschritte erzielen muss, um ein Niveau zu erreichen, das mit dem des Europäischen Systems der Zentralbanken vereinbar ist.

Beteiligt sind folgende nationale Zentralbanken der EU: Deutsche Bundesbank, Eesti Pank, Bank of Greece, Banque de France, Banca d'Italia, De Nederlandsche Bank, Oesterreichische Nationalbank, Banco de Portugal, Banka Slovenije und Národná banka Slovenska.

Zusammenarbeit mit der chinesischen Zentralbank (2008 bis 2015)

Im September 2008 unterzeichneten die EZB und die People’s Bank of China (PBoC) ein Memorandum of Unterstanding (MoU), mit dem sie die Grundlage für eine engere Zusammenarbeit der beiden Zentralbanken in den Bereichen Zentralbankwesen, Informationsaustausch auf Expertenebene sowie Mitarbeiterentsendungen legten. Im Zuge der Kooperation wurden über die Jahre unterschiedlichste Zentralbankthemen behandelt. Das MoU war zunächst für drei Jahre vereinbart worden und wurde 2011 automatisch für weitere drei Jahre verlängert. Das 2008 unterzeichnete MoU tritt an die Stelle einer früheren Fassung, die im September 2002 vereinbart worden war.

Zusammenarbeit mit der türkischen Notenbank (2012 bis 2015)

Im Juli 2012 unterzeichneten die EZB und die Türkiye Cumhuriyet Merkez Bankası (TCMB) ein Memorandum of Unterstanding, mit dem sie die Grundlage für eine engere Zusammenarbeit der beiden Zentralbanken in den Bereichen Zentralbankwesen, Informationsaustausch auf Expertenebene sowie Mitarbeiterentsendungen legten. Zunächst soll der Schwerpunkt dieser Zusammenarbeit auf Forschung und Geldpolitik, Kommunikation, internationalen Beziehungen und Finanzstabilität liegen. Das Memorandum of Understanding wird nach Ablauf von drei Jahren überprüft.

Zusammenarbeit mit der Bank von Russland (2012 bis 2015)

Im Oktober 2012 unterzeichneten die EZB und die Bank von Russland ein Memorandum of Understanding (MoU), um die Zusammenarbeit der beiden Zentralbanken fortzusetzen. Dabei sollte der Schwerpunkt zunächst auf den Themen Geldpolitik, Finanzstabilität und Bankenaufsicht liegen. Das MoU und die im Zuge der Kooperation bearbeiteten Themen werden nach Ablauf von drei Jahren überprüft. Die EZB führt das Programm zusammen mit NZBen des Eurosystems durch. Das Programm baut auf den soliden Beziehungen auf, die im Rahmen früherer Programme (2003–2005 und 2008–2011) geschaffen wurden.

Eingebunden sind die folgenden nationalen Zentralbanken: Deutsche Bundesbank, Banque de France, Banca d’Italia, De Nederlandsche Bank und Oesterreichische Nationalbank.