Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit im Bauwesen

© Robert Metsch

Nachhaltigkeit im Bauwesen berücksichtigt nicht nur Umweltfragen, technische Effizienz und funktionale Anforderungen, sondern auch das Thema Stadterneuerung sowie soziale Aspekte.

Integrierter Entwurfsprozess

Im Rahmen des internationalen städte- und hochbaulichen Wettbewerbs für ihren Neubau hatte die EZB 2002 das Raum- und Funktionsprogramm sowie spezifische Vorgaben hinsichtlich des Energieverbrauchs festgelegt. Auch die Rahmenbedingungen des Geländes und des umliegenden Areals hatte sie damals dargelegt. Eine der zentralen Vorgaben für die an diesem Gestaltungswettbewerb teilnehmenden Architekten war der Wunsch nach einem integrierten Gestaltungsprozess. Das bedeutet, dass der Architekt von Anfang an mit einem Statiker sowie einem Energie- und Klimadesigner zusammenarbeitet, um die Energieeffizienz und die Nachhaltigkeit des Gebäudes zu optimieren. Den Kriterien Nachhaltigkeit und optimale Effizienz musste bereits bei der Erarbeitung des Entwurfkonzepts für den EZB-Neubau Rechnung getragen werden: Wirtschaftliche, ökologische sowie soziale Aspekte mussten gegen künftige Betriebs- und Instandhaltungskosten sowie den Energieverbrauch abgewogen werden. Während des Wettbewerbs und des gesamten Bewertungsverfahrens wurde der Energieeffizienz des Entwurfs und Aspekten der Nachhaltigkeit große Aufmerksamkeit beigemessen.

Stadterneuerung

Ein Element der Nachhaltigkeit ist die Stadterneuerung und -umwandlung. So wird das überwiegend versiegelte Areal rund um die Großmarkthalle, auf dem früher LKWs geparkt und entladen wurden, in eine große begrünte Landschaft umgewandelt. Diese Grünfläche wird zusammen mit den Parks in der Umgebung –dem GrünGürtel, dem entlang des Flusses verlaufenden Mainuferpark, dem neuen, nahe gelegenen Hafenpark (mit dem Konzept „Sport und Bewegung“) und dem Ostpark – zur Schaffung einer „grünen Lunge“ für die Stadt Frankfurt am Main beitragen.

Recycling

Im Sommer 2008 wurden vorgezogene Baumaßnahmen auf dem Grundstück durchgeführt, um die Grundlage für die Hauptbauarbeiten zu schaffen. In einem ersten Schritt wurde Boden abgetragen. Dieser musste vor dem Abtransport analysiert werden, damit er so umweltfreundlich wie möglich entsorgt werden konnte. Anschließend wurden die beiden Annexgebäude der Großmarkthalle (zwei viergeschossige Wohnhäuser) Stein für Stein abgetragen, damit jeder Klinker einzeln gereinigt und für die künftige Verwendung, die Reparatur der Schadstellen in der Fassade der Großmarkthalle, aufbewahrt werden konnte.

Die nicht mehr genutzten Bahngleise auf dem Großmarkthallengelände wurden sorgfältig entfernt. Die meisten Gleise wurden an die Härtsfeld-Museumsbahn (eine Eisenbahngesellschaft in Baden-Württemberg) geschickt, die sie in den Sommermonaten als Fahrtstrecke für Ausflug Dampfeisenbahnen nutzt.

Nachhaltigkeit und Umnutzung

Die Umnutzung und Umwandlung der ehemaligen Großmarkthalle, die integraler Bestandteil des EZB-Neubaus sein wird, wird ebenfalls zur Nachhaltigkeit des gesamten Gebäudes beitragen. Beim Erwerb des Geländes hatte die EZB zugesichert, dass die Halle in ihrem grundlegenden Erscheinungsbild erhalten bleibt. Um sicherzustellen, dass die Großmarkthalle angemessen renoviert wird, hat die EZB eng mit allen lokalen Behörden zusammengearbeitet, insbesondere mit den Denkmalschutzbehörden der Stadt Frankfurt am Main und des Landes Hessen sowie dem städtischen Energiereferat. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit gelang es beispielsweise, Fenster zu entwickeln, die den ursprünglichen Fenstern in ihrem Erscheinungsbild sehr ähneln, sich aber durch eine höhere Energieeffizienz auszeichnen. Somit wurde den Vorgaben der Denkmalschutzbehörden entsprochen.