Historische Großmarkthalle

Das Gebäude

Blick von Nordosten

Blick von Nordosten

© Robert Metsch

Die Großmarkthalle wurde von 1926 bis 1928 nach Plänen von Martin Elsaesser (Stadtbaudirektor der Stadt Frankfurt am Main in den Jahren 1925 bis 1932) erbaut. Sie wurde für den Großhandel mit Obst und Gemüse für Frankfurt und das gesamte Rhein-Main-Gebiet errichtet und dementsprechend ausgelegt: die Verkaufshalle ist 220 m lang, 50 m breit und bis zu 23,50 m hoch.

Nutzung

Zug an der Großmarkthalle (um 1930)

Zug an der Großmarkthalle (um 1930)

© Institut für Stadtgeschichte

Von 1928 bis 2004 wurde die Großmarkthalle von den Städtischen Marktbetrieben genutzt. Im Jahr 2004 zog der Großmarkt in das neue Frischezentrum im Nordwesten der Stadt Frankfurt am Main.

Kulturdenkmal

Die Großmarkthalle von Süden gesehen (um 1930)

Die Großmarkthalle von Süden gesehen (um 1930)

© Institut für Stadtgeschichte

Seit 1972 ist die Großmarkthalle ein ausgewiesenes Kulturdenkmal, da sie als richtungsweisender Zweckbau der klassischen Moderne gilt. Die bei ihrem Bau verwendete Tragwerkskonstruktion war zur Zeit ihrer Fertigstellung neuartig und machte sie zur größten stützenfrei überspannten Eisenbetonhalle der Welt.

Unterschiedliche Bestandteile

Die Gesamtanlage der Großmarkthalle bestand ursprünglich aus folgenden Elementen:
Die Großmarkthalle an sich war eine von zwei achtgeschossigen Kopfbauten eingerahmte Verkaufshalle: Im westlichen Kopfbau waren die Büroräume der Marktbetriebe und die Marktkasse untergebracht, im östlichen befanden sich weitere Verkaufsstände und Kühlräume.
An die Kopfbauten schlossen sich viergeschossige Annexgebäude an, die Gaststätten, Wohnungen und die Zollabfertigung beherbergten.
Südlich der Halle waren umfangreiche Gleisanlagen vorgelagert, da der Großteil der Transporte – besonders der Südfrüchte – über die Schiene abgewickelt wurde. Erst in den letzten Jahrzehnten erfolgte der Transport über die Straße.

Denkmalpflege

In Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden wird die Großmarkthalle – einschließlich der beiden Kopfbauten – auch nach der Instandsetzung in ihrem grundlegenden Erscheinungsbild erhalten bleiben. Die Verkaufshalle und die zwei Kopfbauten der Großmarkthalle bleiben als gestaltprägende Elemente bestehen und werden sorgfältig restauriert; dies schließt den Rückbau von vormaligen Umbauten mit ein. Mit der Sanierung werden außerdem verlorene bauzeitliche Qualitäten wieder erlebbar werden. Im Vorfeld der Übergabe des Geländes an die EZB erfolgte der Abbruch der nicht so gut erhaltenen Importhalle und weiterer untergeordneter Gebäude.

Das Tragwerk

Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung war die Großmarkthalle die größte stützenfreie Stahlbetonhalle der Welt. 15 auf Stahlbetonstützen aufliegende Tonnenschalendächer schließen den Hallenraum nach oben hin ab. Die Tonnenschalendächer wurden im sogenannten Zeiss-Dywidag-Verfahren errichtet und weisen bei einer Spannweite von 15 m Breite auf 43,50 m Länge im Scheitel eine Stärke von gerade einmal 7,50 cm auf. Die Längsfassaden der Halle bestehen weitgehend aus verglasten Betonrastern; im Erdgeschoss sowie bei den Kopfbauten wurde mit zeitgenössischen Klinkerfassaden gearbeitet.