Martin Elsaesser

Der Architekt der Großmarkthalle

Martin Elsaesser

Martin Elsaesser

© Martin-Elsaesser-Stiftung

Martin Elsaesser entwarf die Großmarkthalle während seiner Zeit als Stadtbaudirektor der Stadt Frankfurt am Main. Bei dem Gebäude, das in den Jahren 1926 bis 1928 entstand, handelt es sich wohl um sein bedeutendstes Bauwerk. Die Halle war damals nicht nur einer der größten Gebäudekomplexe der Stadt, sondern auch der größte stützenfrei überspannte Eisenbetonbau weltweit. Der Bau der Großmarkthalle fiel in die Amtszeit Ludwig Landmanns als Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main. Während dieser Zeit vollzog Frankfurt den Wandel zur Großstadt. 1925 hatte Landmann Martin Elsaesser zum Stadtbaudirektor ernannt. Elsaesser zeichnete für zahlreiche öffentliche Bauten in Frankfurt verantwortlich. Zu diesen zählen die Pestalozzischule in Seckbach, die Volksschule Römerstadt, die Nervenklinik in Niederrad sowie das Hallenbad in Fechenheim. Doch kein anderes Bauwerk verkörperte die Entwicklung Frankfurts besser als die Großmarkthalle.

Biografie

Studium und Berufseinstieg

Martin Elsaesser

Martin Elsaesser

© Martin-Elsaesser-Stiftung

Martin Elsaesser wurde 1884 in Tübingen geboren. Von 1901 bis 1906 studierte er Architektur an der TH München bei Friedrich von Thiersch und an der TH Stuttgart bei Theodor Fischer. 1905 gewann er den Wettbewerb für eine evangelische Pfarrkirche in Baden-Baden und begann seine freiberufliche Tätigkeit. Von 1906 bis 1908 war er Assistent von Theodor Fischer in München und von 1911 bis 1913 bei Professor Paul Bonatz an der TH Stuttgart. Dort lehrte er auch von 1912 bis 1920 als außerordentlicher Professor Entwerfen, mittelalterliche Baukunst und Bauformenlehre.

Karrierehöhepunkt

Die Großmarkthalle in den 1930er Jahren

Die Großmarkthalle in den 1930er Jahren

© Institut für Stadtgeschichte

In den Jahren von 1920 bis 1925 bekleidete Elsaesser das Amt des Leitenden Direktors der Kunstgewerbeschule in Köln, der späteren Kölner Werkschulen. 1925 wurde er vom Oberbürgermeister Ludwig Landmann nach Frankfurt am Main berufen.

Während des Nationalsozialismus

Dort blieb er bis 1932 als Stadtbaudirektor und Leiter des Hochbauamts; gleichzeitig war er als freier Architekt und Professor für Baugeschichte tätig. Dann siedelte Elsaesser nach München über, wo er von 1933 bis 1937 als freier Architekt arbeitete; von 1937 bis 1945 lebte er zurückgezogen in Berlin. Im nationalsozialistischen Deutschland erhielt er keine Aufträge, konnte aber diverse Projekte in der Türkei verwirklichen, unter anderem den Bau der Sümerbank in Ankara.

Nachkriegsjahre

1945 kehrte er von Berlin nach Stuttgart zurück, in der Hoffnung, dort mit Aufgaben des Wiederaufbaus betraut zu werden. Zwar veröffentliche Elsaesser eine Reihe programmatischer Schriften zum Thema Städtebau, Aufträge blieben jedoch aus. Deshalb nahm Elsaesser ab 1948 die kommissarische Vertretung einer ordentlichen Professur für Entwerfen an der TH München wahr, die er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1955 innehatte.

1957 starb Martin Elsaesser in Stuttgart.