PRESSEMITTEILUNG

Internationale Jury wählt die drei Preisträger des Architekturwettbewerbs für den Neubau der EZB aus

13. Februar 2004

Heute hat eine internationale Jury unter Vorsitz des EZB-Vizepräsidenten Lucas Papademos die drei Preisträger des internationalen städte- und hochbaulichen Wettbewerbs für den Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main ausgewählt. Damit ist die zweite und letzte Phase des Architekturwettbewerbs abgeschlossen.

Die folgenden Entwürfe wurden prämiert:

1. Preis: Coop Himmelb(l)au, Wien, Österreich

Dieser Entwurf kombiniert Alt und Neu geschickt in einer skulpturalen Form. Das Gesamtkonzept besteht aus drei Grundelementen: der Großmarkthalle, einem „Groundscraper“ und polygonalen Zwillingstürmen. Im Entwurfskonzept für die erste Phase ragte der „Groundscraper“ über die Uferpromenade hinaus und durchschnitt die Großmarkthalle. Im Entwurf der zweiten Phase verläuft er parallel zur Großmarkthalle und lässt das historische Gebäude intakt. Die Großmarkthalle dient als Haupteingang der EZB. Hier sind die öffentlichen Bereiche untergebracht. Durch die Konferenzräume im „Groundscraper“ ist die Großmarkthalle mit den zwei Bürotürmen verbunden. Der Entwurf ist prägnant und funktional.

2. Preis: ASP Schweger Assoziierte, Berlin, Deutschland

Die schwebende „Skybridge“ bildet einen Kontrast zur Großmarkthalle, ohne dieses historische Gebäude jedoch zu erdrücken. Die Großmarkthalle als solche bleibt erhalten, auch wenn ihr Dach durch eine Glaskonstruktion ersetzt wird. Dieses innovative Konzept, in dem die vertikalen Gebäude durch einen Eingangsplatz und die erhöhte Ebene miteinander verbunden sind, wirkt beeindruckend. Als Modul für eine eventuelle künftige Erweiterung ist ein zusätzlicher Turm vorgesehen.

3. Preis: 54f architekten/T.R. Hamzah & Yeang, Darmstadt, Deutschland/Selangor, Malaysia

Bei diesem Entwurf werden die städtebaulichen Achsen auf dem Grundstück fortgeführt und zu verschiedenen Landschaftsformen und architektonischen Elementen weiterentwickelt. Zwei unterschiedliche Hochhausscheiben werden südlich der Großmarkthalle errichtet und sollen „die bestehende Skyline der Stadt ergänzen“. Die Freiflächen sind in hohem Maße ausgestaltet. Die qualitativ hochwertigen Arbeitsplätze wurden unter Berücksichtigung von Energie- und Umweltaspekten geplant. Bei diesem Entwurfskonzept wird das Grundstück gut genutzt, und die Großmarkthalle wird durch die Proportionen der neuen Gebäude nicht erdrückt. Die Integration in die unmittelbare Umgebung ist gelungen, und viele der Anforderungen des Raumprogramms werden erfüllt.

Der Wettbewerb wurde im November 2002 (siehe EZB-Pressemitteilung vom 26. November 2002) als begrenzter zweiphasiger Wettbewerb mit einer optionalen Überarbeitungsphase ausgelobt. Dem Wettbewerb ging ein Bewerbungsverfahren zur Auswahl von 80 qualifizierten Kandidaten für die erste Phase voraus (siehe EZB-Pressemitteilung vom 7. April 2003). Bis zum 7. Juli 2003, der Frist für die erste Wettbewerbsphase, hatten 71 der 80 zugelassenen Teilnehmer erste Entwurfskonzepte eingereicht. Am 28. und 29. August 2003 wählte die Jury zwölf Kandidaten für die zweite Wettbewerbsphase aus. Diese begann am 15. September 2003, und die zwölf Architekten waren zur Einreichung ihrer Entwurfskonzepte bis zum 12. Dezember 2003 aufgefordert.

Die Jury bewertete die zwölf eingereichten Entwürfe anhand der folgenden Kriterien:

  • gesamte städtebauliche Planung, Architektur und Landschaftsgestaltung;
  • Einhaltung der wichtigsten Merkmale des Funktions- und Raumprogramms;
  • Durchführbarkeit des Energie-/Umweltkonzepts und Einhaltung der wichtigsten Elemente der technischen Anforderungen der EZB;
  • Einhaltung der relevanten Vorschriften, insbesondere in den Bereichen Bauordnungs- und Bauplanungsrecht.

In der nun folgenden Überarbeitungsphase wird der EZB-Rat einen oder mehrere Preisträger zur Überarbeitung der eingereichten Entwürfe auffordern, und in Zusammenarbeit mit der EZB und der Stadt Frankfurt wird ein endgültiger Entwurf festgelegt. Nach Abschluss der Überarbeitungsphase wird der EZB-Rat einen der drei ausgezeichneten Architekten mit der Planung des EZB-Neubaus beauftragen.

Vom 21. Februar bis zum 14. März 2004 werden alle eingereichten Entwürfe sowohl der ersten als auch der zweiten Wettbewerbsphase in einer öffentlichen Ausstellung im Deutschen Architektur Museum in Frankfurt am Main zu sehen sein. Eine Vorabbesichtigung für die Presse ist für den 20. Februar 2004 um 11.00 Uhr vorgesehen.

Nähere Informationen zu den prämierten Entwürfen sowie Fotografien der Modelle sind auf der EZB-Website abrufbar.

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