PRESSEMITTEILUNG

Halbjährlicher Kurzbericht zu Entwicklungenin Zusammenhang mit Euro-Fälschungen

23. Januar 2003

Im zweiten Halbjahr 2002 nahm das Eurosystem* insgesamt 145 153 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Umlauf. Dem standen im ersten Halbjahr 21 965 aus dem Verkehr gezogene Fälschungen gegenüber. Diese außerordentlich niedrige Zahl ist auf die Neuheit des Bargelds, die verschiedenen im Jahr 2001 und in den ersten Monaten des Jahres 2002 durchgeführten Informationskampagnen zu den Euro-Banknoten und -Münzen sowie auf die hohe Aufmerksamkeit, die die Öffentlichkeit der neuen Währung entgegenbringt, zurückzuführen. Obwohl sich die Gesamtzahl der im zweiten Halbjahr registrierten Euro-Fälschungen erhöht hat, beträgt sie für das ganze Jahr weniger als ein Viertel der gesamten Fälschungen von Altwährungen, die von den nationalen Zentralbanken des Euro-Währungsraums im Jahr 2001 gemeldet wurden. Außerdem wurde die EZB von nicht dem Euro-Währungsgebiet angehörenden Ländern über 414 Fälschungen von Euro-Banknoten informiert. Angesichts der Ende 2002 in Umlauf befindlichen annähernd 8,2 Milliarden echten Euro-Banknoten ist das Ausmaß der Euro-Fälschungen insgesamt aber sehr gering.

Wegen ihrer im Allgemeinen minderen Qualität und auch aufgrund der Wachsamkeit der Bevölkerung werden in Umlauf gebrachte Fälschungen schnell entdeckt. Auf 1 Million umlaufende echte Banknoten entfielen lediglich rund 20 Fälschungen.

Die Fälschungen verteilten sich im zweiten Halbjahr folgendermaßen auf die verschiedenen Stückelungen:

5 € 10 € 20 € 50 € 100 € 200 € 500 € Summe
Menge 730 1 898 11 522 121 826 8 046 1 007 124 145 153
Anteil in % 0,5 1,3 7,9 83,9 5,6 0,7 0,1 100

Auch die Zahl der gefälschten Münzen ist sehr gering. Die statistische Erfassung sämtlicher Informationen im Zusammenhang mit Münzen obliegt der Europäischen Kommission.

Die EZB fordert die Öffentlichkeit auf, auch weiterhin wachsam zu bleiben, um Fälschungen zu entdecken. In dieser Hinsicht hat sich das im Informationsmaterial des Eurosystems beschriebene Prinzip "Sehen – Fühlen – Kippen" zur Prüfung der Echtheit von Banknoten als effektive Methode zur Entdeckung von Fälschungen erwiesen. Die EZB betont, dass es im Interesse aller Bürger ist, den Euro auch weiterhin durch ständige Anwendung der Methode "Sehen – Fühlen – Kippen" vor Fälschungen zu schützen.

* Die Bezeichnung "Eurosystem" bezieht sich auf die Europäische Zentralbank (EZB) und die zwölf nationalen Zentralbanken des Euro-Währungsgebiets.

Ansprechpartner für Medienvertreter