PRESSEMITTEILUNG

Geldpolitische Beschlüsse

17. September 2001

Nach den terroristischen Angriffen auf die Vereinigten Staaten hat die Unsicherheit über die Wirtschaftslage in den Vereinigten Staaten und der übrigen Welt zugenommen. Der Offenmarktausschuss der amerikanischen Notenbank hat heute mit einer Senkung des Zielzinssatzes für Tagesgeld reagiert. In Abstimmung mit der amerikanischen Notenbank hat der EZB-Rat heute in einer Telekonferenz die folgenden geldpolitischen Beschlüsse gefasst:

  1. Der Mindestbietungssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des Eurosystems wird um 0,50 Prozentpunkte auf 3,75 % gesenkt. Anders als heute um 15.30 Uhr mitgeteilt, wird diese Änderung des Mindestbietungssatzes ab dem morgigen Geschäft wirksam, das am 19. September 2001 abgewickelt wird. Eine neue Erklärung mit den revidierten Sätzen wird auch über die Nachrichtenagenturen verteilt.
  2. Der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität wird mit Wirkung vom 18. September 2001 um 0,50 Prozentpunkte auf 4,75 % gesenkt.
  3. Der Zinssatz für die Einlagefazilität wird mit Wirkung vom 18. September 2001 um 0,50 Prozentpunkte auf 2,75 % gesenkt.

Nach Ansicht des EZB-Rats dürften sich die jüngsten Geschehnisse in den Vereinigten Staaten ungünstig auf das Vertrauen im Euro-Währungsgebiet auswirken und die kurzfristigen Aussichten für das Wachstum im Euroraum verschlechtern. Da dies die Inflationsrisiken im Euroraum weiter eindämmen dürfte, ist eine Senkung der EZB-Leitzinsen angemessen. Der EZB-Rat hat Vertrauen in die fundamentale Stärke und Widerstandsfähigkeit des Wirtschaftssystems der Vereinigten Staaten. Vor dem Hintergrund der soliden

Fundamentaldaten im Euro-Währungsgebiet ist der EZB-Rat auch weiterhin zuversichtlich, dass die Abschwächung des Wirtschaftswachstums nur von kurzer Dauer sein wird.

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